In nur wenigen Monaten werden die vorgefertigten Teile montiert und ausgebaut

© Hahn Helten Architektur Kleusberg
Visualisierung Thessalonikiallee

Die ersten von insgesamt 154 Modulbau-Elementen zur Errichtung einer neuen Grundschule sind an der Vietorstraße89/Thessaloniki-Allee in Kalk eingetroffen und durch das Modulbau-Unternehmen Kleusberg montiert. Und täglich kommen weitere acht bis zehn Module hinzu. Die erste von drei Etagen ist bereits komplett errichtet. Und im 45-Minuten-Ryhtmus fährt jeweils die nächste Sattelzugmaschine mit Flachbett samt Ladung auf das Baufeld. Die Transporte erfolgen teils nachts und von der Polizei eskortiert in Konvois als Sondertransporte von ihrer Produktionsstätte in Kabelsketal-Dölbau bei Leipzig bis nach Köln.

Damit ist der Standort Kalk der erste von drei Schulstandorten, die mehr oder weniger baugleich mit denselben Herstellern errichtet werden, da sie ein ähnliches Raumprogramm haben, womit ein und dieselbe Funktionalausschreibung in einem Paket schneller zu verwirklichen ist. An den beiden anderen Schulstandorten startet die Montage der Module im Februar 2022 (Alfons-Nowak-Straße 2/Statthalterhofallee in Junkersdorf) sowie im März 2022 (Gaedestraße 31 in Marienburg). Die Turnhallengebäude an den drei Standorten werden über einen weiteren Vertragspartner der Firma Goldbeck verwirklicht, um eine beschleunigte Errichtung zu erreichen.

Indem Raumprogramme typisiert werden, ist es möglich, mehrere Standorte in einem Paket auszuschreiben. Hierdurch und durch die serielle Herstellung wird insbesondere die Bauzeit verringert. Die Anforderungen an die aktuellen pädagogischen Raumkonzepte und die geforderte Qualität können damit trotzdem ermöglicht werden. Die Vergabeverfahren und Beauftragungen erfolgten durch die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, aufgeteilt nach Modul- oder Systembauleistungen für die Schulgebäude sowie für die Turnhallenbauten. An allen drei Standorten Alfons-Nowak-Straße/Statthalterhofallee in Junkersdorf, Vietorstraße/Thessaloniki-Allee in Kalk und Gaedestraße in Marienburg handelt es sich um den Bau schlüsselfertiger, dreigeschossiger Grundschulen mit jeweils einer Einfachturnhalle für drei Eingangsklassen pro Schuljahr.

Die bauliche Fertigstellung für alle drei Standorte ist jeweils für das vierte Quartal 2022 geplant. Bis Ende 2022 sollen dann die abschließenden Arbeiten wie Trinkwasserbeprobungen und Raumluftmessungen erfolgen, die vor der Inbetriebnahme von Kitas und Schulen durchgeführt werden müssen, bis alle Ergebnisse unbedenklich sind. Der Unterrichtsbetrieb nach allen baulichen Abnahmen startet in der Regel immer erst nach den folgenden längeren Schulferien, je nachdem, ob es sich um eine Schulneugründung handelt, oder wie es der jeweilige Schulbetrieb einer bestehenden Schule organisatorisch erlaubt.

Anders als bei der Errichtung temporärer Container, handelt es sich beim Modulbau um eine Art Fertighausprinzip. Es geht dabei um eine hochwertige Bauweise, konzipiert und produziert für eine lange Standzeit. Alle drei Bauten mit Nebenbauten werden in Modulbauweise und nach Passivhausstandard errichtet, was gleichermaßen klima- wie nutzerfreundlich ist und Betriebskosten spart. Realisiert wird jeweils ein Schulgebäude mit Mensa, die auch über eine Terrasse mit Außensitzplätzen verfügt. Die Eingangshalle wird als Versammlungsstätte für schulische Veranstaltungen konzipiert. Das Gebäudevolumen wird so gestaffelt, dass die Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung aufgenommen wird. Die Sporthallen werden jeweils als solitärer Baukörper in das Schulensemble integriert. Im Außenbereich sind Bäume als Schattenspender und Spielangebote für die Grundschüler*innen geplant.

Alle drei Grundschulen weisen ein ähnliches räumliches Konzept auf, mit Anpassungen auf die jeweilige Grundstückssituation. Dadurch konnte ihre Funktionalausschreibung auch für die beiden übrigen Standorte angewendet werden. Die drei Modulbaugrundschulen werden nach modernsten pädagogischen Konzepten errichtet. Die Unterrichtsräume wurden hierzu in überschaubare Einheiten, sogenannte Lerncluster, gegliedert. Hierbei werden die Jahrgangsstufen räumlich in eigenen, für die Kinder überschaubaren Bereichen zusammengefasst. "Flexzonen" dienen neben der Erschließung der Klassenräume auch als Unterrichtsbereiche. Ergänzt wird das Raumangebot durch offene und geschlossene Gruppenräume und Räume für den offenen Ganztag. Alle drei Schulen werden in klimaschonender Passivhaus-Bauweise realisiert. Die Flachdächer der Schulgebäude bekommen eine extensive Dachbegrünung, die der Turnhallen werden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Die Wärmeversorgung der Grundschule Gaedestraße und der Katholischen Grundschule Thessaloniki-Allee soll über Fernwärme erfolgen. Dies ist bei der Grundschule Statthalterhofallee nicht möglich, da dort kein Fernwärmenetz in der Nähe zur Verfügung steht. Dort ist geplant, die Wärmeversorgung mittels Brennwertkessel bereitzustellen.

© Stadt Köln /Martina Goyert
Thessalonikiallee
© Stadt Köln /Martina Goyert
Thessalonikiallee
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Thessalonikiallee
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Thessalonikiallee
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Thessalonikiallee
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Foto zeigt Sandra Kißmann, Dipl. Ing. Architektin AKNW , Abteilungsleiterin Baupro-jektmanagement I (Schulbau) der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln, und Stefan Kühn, Dipl. Ing. Architekt AKNW, Projektleitung Modulbau Gebäudewirtschaft der Stadt Köln
Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit