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Das sogenannte Max Becker-Areal nördlich der Widdersdorfer Straße 194 in Köln-Ehrenfeld soll zu einem neuen Stadtquartier entwickelt werden. Derzeit wird das Gelände noch von dem Rohstoffverwertungsunternehmen Max Becker genutzt. Das Unternehmen verlässt 2022 seinen bisherigen Firmensitz an der Widdersdorfer Straße und verlagert seinen Standort in den Niehler Hafen. Dadurch ergibt sich die Chance, das Gebiet in die Stadt zu integrieren und dort neue Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten, Kultur, Bildung, Nahversorgung und Grünflächen zu realisieren. Das Grundstück von Max Becker wurde von dem Kölner Immobilienunternehmen PANDION erworben. Auch das westlich angrenzende Grundstück der Rheinenergie soll mit in die Umnutzung einbezogen werden. Hierzu gibt es seit März 2020 eine Kooperationsvereinbarung zwischen PANDION und der Rheinenergie. Insgesamt ist das Gebiet circa 16,2 Hektar groß.

Ziele für das neue Stadtquartier

Der Rat hat im Februar 2020 einen Beschluss zum Max Becker-Areal gefasst, in dem folgende Ziele für das Gebiet formuliert wurden:

  1. Schaffung von Wohnraum auf der Grundlage des geltenden Kooperativen Baulandmodells unter Berücksichtigung Generationenübergreifender Wohnmodelle
  2. Schaffung von Gewerbeflächen für unterschiedliche Gewerbenutzungen
  3. Schaffung von Kultur-, Sozial-, Bildungs- und Gemein- sowie Grünflächen
  4. Erschließung mit flexiblen Mobilitätskonzepten und Anbindung insbesondere an den ÖPNV
Max Becker Areal Grundlagenkarte
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Öffentlicher Dialog

Von Beginn an ist der intensive öffentliche Dialog über die Zukunft des Max Becker-Areals und sein produktiver Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung erforderlich und gewünscht.

In einer digitalen Informationsveranstaltung haben wir interessierten Bürgerinnen und Bürgern am 30. Oktober 2020 den bisherigen Stand zum städtischen Entwicklungsprozess vorgestellt, Fragen beantwortet und Anregungen aufgenommen.

1. Planungsschritte im Überblick

Um das heutige Areal zu einem neuen gebauten Stadtquartier zu entwickeln, sind zahlreiche Planungsschritte erforderlich, die logisch aufeinander aufbauen und Schritt für Schritt immer detaillierter werden.

  1. Zielbild: Zu Anfang ist es wichtig, sich zunächst über die grundlegenden stadtplanerischen Ziele für das Areal im Kontext seiner Umgebung und seiner übergeordneten Einbindung Gedanken zu machen. Am Ende dieses ersten Planungsschritts ist ein Zielbild entstanden, das die Grundlage weiterer Überlegungen bildet.

Fortschreibung Rahmenplanung: Der bestehende Rahmenplan Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld wird mit den Erkenntnissen aus dem Zielbildprozess fortgeschrieben. Mit der Fortschreibung der Rahmenplanung wird nach Abschluss des Zielbildprozess, parallel zum städtebaulichen Wettbewerb begonnen.

  1. Städtebauliches Konzept: Es schließt sich zunächst ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren an, in dem das in der Fläche dargestellte Zielbild nun städtebaulich weiter ausgearbeitet wird. Erstmals wird dreidimensional geplant, das Quartier nimmt mit dem städtebaulichen Konzept Formen an.
  2. Planungsrecht: Auf der Grundlage des städtebaulichen Konzepts wird nun das Planungsrecht ausgearbeitet. Flächennutzungsplan und Bebauungsplan schaffen die rechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung späterer Baumaßnahmen.
  3. Realisierung: Die Realisierung umfasst die Herrichtung und Erschließung des Geländes sowie den Bau von Gebäuden. Straßen und die Versorgungsinfrastruktur werden zuerst gebaut. Bevor die Gebäude und der Außenraum (Plätze, Parks etc.) errichtet werden, werden für diese Projekte zunächst eigene Wettbewerbe unter Büros für Architektur und Landschaftsarchitektur durchgeführt, um die beste Qualität zu erhalten.
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2. Zielbildprozess

Der Zielbildprozess für das Max Becker-Areal und die Fortschreibung der Rahmenplanung ist dem Städtebaulichen Wettbewerb vorgeschaltet. Hier werden die grundlegenden Bedingungen für eine integrierte und gute Gebietsentwicklung verankert. Im Rahmen des Zielbildprozesses werden zunächst die Transformationsbewegungen im Gebiet betrachtet. Darauf aufbauend werden für Lupenräume wie das Max Becker-Areal Entwicklungsschwerpunkte definiert und mit Handlungsempfehlungen untersetzt. Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung und Profilierung des innerstädtischen Standortes als innovatives Gewerbegebiet mit den Schwerpunkten Dienstleitung, Produktion und Kreativwirtschaft. Weitere Themen wie Verkehr, Grünverbindungen oder Infrastruktur spielen dabei eine zentrale Rolle. Das Max Becker-Areal als urbanes, gemischtes Gebiet wird dabei in den Gesamtkontext der Entwicklung eingeordnet.

3. Rahmenplanung

Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld (2004)

Das Max Becker-Areal liegt im Plangebiet der Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld von 2004. Das Nutzungskonzept der Rahmenplanung sieht für das Areal die Nutzungsarten Industrie, Anlagen für Ver- und Entsorgung und zum Teil für Büroflächen und Dienstleistungen vor. Das Gesamtgebiet der Rahmenplanung befindet sich jedoch im Umbruch: vielfältige Entwicklungen sind in der Planung oder bereits in der Umsetzung. Aufgrund dieser zahlreichen Veränderungen ist es notwendig, die Entwicklungsabsichten im Gebiet zu identifizieren und zu klären, wie man diesen Umbruch steuern kann. Schlussendlich ist dazu eine Fortschreibung der Rahmenplanung erforderlich. Im Zuge der Fortschreibung soll auch das Format der Rahmenplanung weiterentwickelt werden und der Gebietsumgriff bei Bedarf angepasst werden. Ziel ist es, ein dynamischeres Format als bisher zu entwickeln.

Anregungen und Impulse aus dem Zielbildprozess sollen in die Fortschreibung der Rahmenplanung einfließen. Beide Verfahren sollen eng miteinander verzahnt werden, sodass der Zielbildprozess einen ersten Baustein der Fortschreibung der Rahmenplanung bildet.

Weitere Informationen zur Rahmenplanung Braunsfeld/Müngersdorf/Ehrenfeld
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4. Städtebauliches Konzept

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Städtebaulicher Wettbewerb

Im Anschluss an den Zielbildprozess werden PANDION gemeinsam mit uns ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren durchführen. Während der Zielbildprozess einen größeren räumlichen Rahmen umfassen soll, wird das Wettbewerbsverfahren dann nur die Grundstücke von Max Becker und der RheinEnergie umfassen. Die Vorgaben für den städtebaulichen Wettbewerb gründen auf den Ergebnissen des Zielbildprozesses und werden dann in eine räumliche Planung übersetzt und baulich-räumlich konkretisiert. 

So wird im städtebaulichen Wettbewerb unter anderem festgelegt:

  • in welcher Höhe und Dichte Gebäude angeordnet werden sollen
  • welche Nutzung wo genau geplant ist
  • an welcher Stelle öffentliche Grünanlagen und Plätze, Kinderspielplätze sowie gemeinschaftliche und private Grünflächen entstehen werden.

5. Planungsrecht

Für das Gebiet besteht kein Bebauungsplan. Der Flächennutzungsplan stellt für das Grundstück von Max Becker ein Industrie- und Gewerbegebiet dar. Das Grundstück der RheinEnergie ist im Flächennutzungsplan als Fläche für Ver- und Entsorgung dargestellt.  

Bei einer Umnutzung der Grundstücke ist in jedem Fall eine Änderung des Flächennutzungsplans sowie die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich.

Kooperatives Baulandmodell

Bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes kommt das kooperative Baulandmodell zur Anwendung. Das besagt, dass 30 Prozent der Wohnungen als öffentlich geförderter Wohnraum errichtet werden müssen. Inwieweit über das kooperative Baulandmodell hinaus weitere öffentlich geförderte, preisgedämpfte, genossenschaftliche und Werks-Wohnungen errichtet werden können, wird im weiteren Verfahren noch geklärt. Weiterhin ist durch das kooperative Baulandmodell festgelegt, dass öffentliche Freiflächen und Spielplätze sowie die erforderliche soziale Infrastruktur wie Schulen und Kindergärten entstehen.

Weitere Informationen zum Baulandmodell
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6. Mitwirkungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger

Stadtentwicklung betrifft alle Bewohnerinnen und Bewohner, insbesondere natürlich die unmittelbare Nachbarschaft. Aber sie betrifft auch jene Menschen, die sich künftig in Köln niederlassen wollen und werden. Daher ist es wichtig, bei kleinen wie auch bei großen Projekten, durch die sich die Stadt verändert, von Beginn an in einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit über den produktiven Beitrag eines Projekts zur Stadtentwicklung zu treten.

So auch beim Max Becker-Areal. Beginnend mit der ersten Informationsveranstaltung wird es in allen Planungsschritten umfangreiche Mitwirkungsmöglichkeiten für alle Interessierten geben. In welcher Form und zu welchem Zeitpunkt dies genau sein wird, wird aktuell erarbeitet. Geplant ist, den Zielbildprozess bis Mitte 2021 durchzuführen. Das städtebauliche Wettbewerbsverfahren soll sich unmittelbar anschließen.

7. Informationen zum Projektpartner PANDION

Kontakt und weitere Informationen