Koordinierungsstab tagt im Stadthaus in Deutz

Trotz strömenden Regens haben die Jeck*innen am 12. Februar 2026 um 11.11 Uhr das Zepter übernommen und den Straßenkarneval eröffnet. Wem es zu kalt und zu nass wurde, den zog es schnell in die Kneipen. Davor bildeten sich lange Schlangen.

Das Ordnungsamt der Stadt Köln war bereits weit vor Sonnenaufgang im Dienst. Über den Tag und die Nacht verteilt sind rund 400 Mitarbeiter*innen auf Kölner Straßen und Plätzen sowie im Koordinierungsstab im Einsatz. 950 Mitarbeiter*innen eines privaten Sicherheitsunternehmens überwachten die Eingänge ins Zülpicher Viertel und die Zugänge zur Ausweichfläche auf der Uniwiese sowie die Einhaltung des Glasverbots an den Kontrollstellen der Verbotszonen in der Altstadt, im Zülpicher Viertel und im Inneren Grüngürtel.

Im Koordinierungsstab arbeiten seit 8 Uhr und noch bis in den späten Abend unter Leitung des Ordnungsamtes Vertreter*innen aller beteiligten städtischen Dienststellen, der Landes- und der Bundespolizei, der Hilfsorganisationen, der Kölner Verkehrs-Betriebe, der Deutschen Bahn, des beauftragten Sicherheitsunternehmens sowie ein Vertreter der Altstädter, die das Programm auf dem Alter Markt organisieren. Dieses Gremium bewertet die aktuelle Lage ständig neu, trifft erforderliche Entscheidungen und sorgt für eine rasche Umsetzung.

Hier eine erste Bilanz (Stand: 15 Uhr).

Einsätze des Ordnungsamtes

Das Ordnungsamt kontrollierte die Eingänge ins Zülpicher Viertel, die Einhaltung des Glasverbots und legte einen besonderen Fokus auf die Situation in Gaststätten und Jugendschutzkontrollen.

Im Rahmen der Aktion "Mehr Spaß ohne Glas" wurde an zahlreichen Kontrollstellen in der Altstadt, im Zülpicher Viertel und im Inneren Grüngürtel dafür gesorgt, dass von den Jecken mitgebrachtes Glas in die bereitgestellten Container entsorgt wurde und gar nicht erst in die Feierbereiche gelangte. Dies funktionierte auch an den neuen Kontrollstellen im Inneren Grüngürtel ohne Probleme und trägt dazu bei, dass Menschen, Tiere und Natur besser geschützt werden. Im Zülpicher Viertel sprach der Ordnungsdienst 89 Personen wegen des Glasverbots an.

In der Altstadt wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gastwirten und dem Veranstalter (KG Altstädter) erneut das bereits praktizierte Pfandsystem für Mehrwegbecher eingesetzt. Für die Südstadt wurde um den Severinskirchplatz und Chlodwigplatz wieder eine freiwillige Glasabgabezone eingerichtet.

In der Altstadt wurden bei 28 Jugendlichen alkoholische Getränke und/oder Tabak sichergestellt. Im Zülpicher Viertel wurden 410 Jugendliche mit Alkohol und/oder Tabak erwischt. Alle gaben die Waren an Ort und Stelle ab.

Ab dem frühen Morgen waren Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes unterwegs. Leider hatten einige Autobesitzer*innen die Sonderbeschilderung ignoriert und ihre Autos nicht pünktlich weggesetzt. Im Kwartier Latäng mussten zehn Fahrzeuge abgeschleppt werden. 33 Verwarnungen wurden erteilt. In den übrigen Bereichen der Innenstadt wurden 46 Fahrzeuge abgeschleppt und 62 Knöllchen ausgestellt. An den Vortagen wurden die für Weiberfastnacht benötigten Bereiche durch das Ordnungsamt kontrolliert und insgesamt 57 Fahrzeuge abgeschleppt und 177 Knöllchen ausgestellt.

Und obwohl in den Hotspots von der Stadt Köln rund 1.000 mobile Toiletten (670 davon allein im Kwartier Latäng) aufgestellt worden waren, wurden acht Wildpinkler erwischt. Sie alle erwartet ein Bußgeld in Höhe von bis zu 200 Euro.

Testkäufe zum Jugendschutz

Bereits im Vorfeld des Straßenkarnevals hatte das Ordnungsamt mit jugendlichen Testkäufer*innen Kioske kontrolliert, um darauf aufmerksam zu machen, dass bei Jugendlichen vor der Abgabe von Alkohol und Tabak das Alter kontrolliert werden muss. Insgesamt wurden im Vorfeld 95 Kioske kontrolliert, in 67 Fällen wurden Verstöße festgestellt. An Weiberfastnacht wurden in der Altstadt bis zum Mittag noch einmal zwölf Betriebe überprüft. In allen Fällen wurde unerlaubt Alkohol und/oder Tabak an Jugendliche verkauft. Dies macht an Weiberfastnacht eine Quote von 100 Prozent. Die Kioskbetreiber erwarten nun empfindliche Strafen. Die Kontrollen werden auch an den nächsten Karnevalstagen fortgeführt. In drei Betrieben wurden zum wiederholten Mal Verstöße festgestellt – ihnen wurde die Schließung angedroht, falls noch einmal gegen den Jugendschutz verstoßen wird.

Streetwork

Auch das Jugendamt war unterwegs – als niederschwelliges Angebot für Jugendliche, die Rat und Hilfe suchen. Im Bereich der Altstadt hatten die Streetworker*innen 198 Kontakte mit Jugendlichen, im Kwartier Latäng insgesamt 804. Die Streetworker*innen haben die Zielgruppe der 14- bis 27-Jährigen angesprochen und mit dem Angebot von kostenfreiem Wasser, Schokoriegeln und Taschentüchern Kontakt hergestellt. Die Feiernden zeigten sich äußerst dankbar. Die Streetworker*innen waren somit Ansprechpartner*innen für Kinder/Jugendliche/junge Erwachsene, die offensichtlich zu viel Alkohol oder sonstige Substanzen konsumiert hatten. Stark alkoholisierte oder verletzte Jugendliche wurden zu den jeweiligen Unfallhilfestellen der Rettungsdienste begleitet oder Sanitäter*innen direkt an den Standort gerufen. Bei Bedarf wurden in einigen Fällen Folgetermine für eine weitere Beratung mit den Jugendlichen vereinbart. Weitere Hilfebedarfe, die vom Team Streetwork bearbeitet wurden, waren beispielsweise karnevalsbedingte Partnerschaftsprobleme oder Orientierungshilfe für ortsfremde Jugendliche und junge Erwachsene.

Nachgehender Jugendschutz

Das Jugendamt hat insgesamt acht minderjährige Jugendliche wegen übermäßigen Alkoholkonsum in Obhut genommen. Vier von ihnen wurden im Notfallversorgungszentrum betreut. Bislang konnten fünf Jugendliche wieder ihren Personensorgeberechtigten übergeben werden. Die anderen Jugendlichen werden derzeit noch betreut und versorgt.

Gaststätten-Kontrollen

Ein besonderes Augenmerk der Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes lag auf der Einhaltung des Brandschutzes und der Rettungswege in den Kneipen. Bis zum Mittag kontrollierten die Ordnungshüter*innen 19 Betriebe im Zülpicher Viertel und in der Altstadt. In einem Fall bestand die Deko aus brennbarem Material. Sie wurde sofort entfernt. In anderen Fällen waren Rettungswege zu schmal oder zugestellt, in einem Fall blockierte eine Theke vor der Tür den Ausgang. Sie wurde zur Seite geräumt.

Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst

An den Unfallhilfsstellen wurden 39 Personen wegen übermäßigen Alkoholkonsums betreut, davon sieben Minderjährige. Zehn Personen wurden in Krankenhäuser gebracht. Im Notfallversorgungszentrum im Perlengraben, das mit auch mit einem intensivmedizinischen Platz ausgestattet ist, wurden bis 15 Uhr insgesamt zehn Personen medizinisch versorgt.

Im gesamten Stadtgebiet war die Einsatzlage für Feuerwehr und Rettungsdienst vergleichsweise ruhig: Neun Brände, 14 technische Hilfeleistungen und 198 Einsätze des Rettungsdienstes waren bis 15 Uhr zu verzeichnen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit