Ausstellungsprojekt baut Brücke zur geplanten Neugestaltung der Dauerausstellung

Als das NS-DOK 1997 seine Dauerausstellung eröffnete, war ein Meilenstein erreicht: Anhand einer Fülle von Belegen räumte die Ausstellung mit dem weit verbreiteten Mythos auf, die Kölner*innen hätten dem Nationalsozialismus mehrheitlich ablehnend gegenübergestanden.

Seitdem sind drei Jahrzehnte vergangen – und die Dauerausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln zählt zu den ältesten bundesweit. Doch nicht nur das Wissen um die NS-Geschichte und deren Vermittlung haben sich weiterentwickelt, auch die Erwartungen an einen Ausstellungsbesuch haben sich verändert – und nicht zuletzt auch die Perspektiven des Teams im NS-DOK.

Um darauf zu reagieren, nutzt das NS-DOK das Mittel der Intervention, um aktuelle Perspektiven einzubringen und mit Besucher*innen ins Gespräch zu kommen. Sie ist das Abschlussprojekt der Volontärin Janne Grashoff und wurde von ihr gemeinsam mit der Kuratorin des Hauses, Dr. Hanne Leßau, und Direktor Dr. Henning Borggräfe umgesetzt. Die Intervention wird bis zur Fertigstellung der neuen Dauerausstellung auf den Flächen der bestehenden Präsentation gezeigt und wird am Dienstag, 20. Januar 2026, um 19 Uhr am Appellhofplatz eröffnet – unter anderem mit einem Podiumsgespräch mit Janne Grashoff und Hanne Leßau über die Entstehung des Projektes.

Ausgangspunkte der Intervention sind einzelne Exponate, Texte oder Präsentationsformen, die heute kritisch gesehen werden können. Gemeinsam mit den Besucher*innen sollen so exemplarisch allgemeinere Fragen diskutiert werden, die sich aktuell beim Ausstellen von NS-Geschichte stellen: etwa zum Umgang mit propagandistischen Quellen oder mit dem historischen Ort, aber auch an Stellen, wo in der Ausstellung Stereotype bedient – oder gerade junge Besucher*innen ohne Vorwarnung mit extremen Gewaltdarstellungen konfrontiert werden. Möglich wird das durch QR-Codes, die die Besucher*innen über ihre Smartphones scannen, um dann an zwölf Stationen Informationen unter anderem über den aktuellen Stand der NS-Forschung und Diskussionen des Ausstellungsmachens zu erhalten. Die Besucher*innen sind zugleich eingeladen, ihre eigenen Positionen einzubringen. Dank farbiger Stoffbanner, die von der Decke hängen, ist schon von Weitem zu erkennen, wo das Haus ein Thema neu bewertet. Die Intervention stellt den Auftakt des vom Rat der Stadt Köln im Mai 2025 beschlossenen Umgestaltungsprozesses des NS-DOK dar.

Ausstellungsdaten

Intervention!
Wie erzählen wir NS-Geschichte heute?
Ab 21. Januar 2026
Dienstag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 bis 18 Uhr
Eintritt: 4,50 Euro/ermäßigt 2 Euro (kostenfrei am 1. Donnerstag im Monat)

Führungen durch die Intervention:
Sonntag, 8. Februar 2026, 11 Uhr: Kurator*innen-Führung
Donnerstag, 5. März 2026, 20 Uhr: Kurator*innen-Führung  

Begleitveranstaltungen:
Dienstag, 17. März 2026, 18 Uhr: Gespräch – Gewalt ausstellen? Vom Umgang mit Gewaltbildern in Museen und an NS-Erinnerungsorten. Über das Dilemma kommen Privatdozentin Dr. Ljiljana Radonić (Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Janne Grashoff (NS-DOK) ins Gespräch.  

Weitere Veranstaltungen folgen und sind abrufbar unter: https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/Intervention

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit