Stadt prüft Einsparpotential – Neuausschreibung bei Metall-Glas-Fassade notwendig
Im Projekt "MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln" sind bald zwei Meilensteine erreicht: Das Medienpädagogische Zentrum soll im zweiten Quartal 2026 und das Praetorium im dritten Quartal 2026 fertiggestellt werden.
Das Ausschreibungspaket "GU-Ausstellung" für den musealen Ausbau durch ein Generalunternehmen (GU) kann voraussichtlich im dritten Quartal 2026 veröffentlicht werden. Aufgrund der enorm gestiegenen Kosten im Gewerk Stahlbau, der Beauftragung des Generalunternehmens für den Innenausbau sowie der Technischen Gebäudeausrüstung TGA konnte die Ausschreibung nicht im ersten Quartal 2026 erfolgen. Zurzeit werden Einsparpotentiale in zweistelliger Millionenhöhe in den verfügten Mitteln (190 Millionen Euro) geprüft.
Im Bereich der Metall-Glas-Fassade muss die Stadt Köln nach der Insolvenz des Unternehmens die ausstehenden Restleistungen nun doch erneut ausschreiben. Eine Einigung zwischen Stadt und dem Unternehmen konnte nicht erzielt werden. Auch für das Teilprojekt "Sanierung Praetoriumsdecke inklusive der Treppenanlage Spanischer Bau" sind eine Neuausschreibung und eine Neubeauftragung erforderlich. Im Februar hat die Firma, die die Außenanlagen gestalten sollte, gekündigt. Dies betrifft sowohl die Pflasterarbeiten vor dem Spanischen Bau als auch die Platzflächen des MiQua. Für die Sanierung der Treppe wird ein neues Planungsbüro beauftragt, da die Vertragsverhandlungen mit dem bisher vorgesehenen Büro ebenfalls zu keinem Vertragsabschluss führten.
Nach den bedeutenden archäologischen Funden im unterirdischen Ausgrabungsbereich, beispielsweise das Lararium (römischer Hausaltar), muss der Verlauf des Parcoursweges durch die spätere Ausstellung angepasst werden. Die Änderungen werden aktuell durch das Architekturbüro in Abstimmung mit Bodendenkmalpflege, Statik, und Ausstellungsplanung geplant.
Das "LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln" soll im Juni 2028 baulich fertiggestellt und Ende Dezember 2028 in Betrieb genommen werden.
Das MiQua entsteht neben dem Kölner Rathaus. Mit dem römischen Praetorium, dem mittelalterlichen jüdischen Viertel und dem Goldschmiedeviertel wird es in einem gemeinsamen Rundgang einige der bedeutendsten archäologischen Architekturfunde zur Geschichte der Stadt Köln und des Rheinlandes präsentieren. Das Museum wird sich aus der unterirdischen archäologischen Fundebene und dem oberirdischen Neubau zusammensetzen. In der etwa 6.000 Quadratmeter großen Ebene unter dem Niveau des Platzes wird ein archäologischer Rundgang als Dauerausstellung eingerichtet. Diese wird im ersten Obergeschoss mit der Ausstellung zur Jüdischen Geschichte und Kultur Kölns von 1424, dem Jahr der Vertreibung der Juden aus Köln, bis in die Moderne fortgeführt. Mit der Übergabe übernimmt der LVR die Trägerschaft. Die Stadt Köln unterhält das Gebäude und das Bodendenkmal sowie die zugehörigen Fundobjekte.
Der aktuelle Statusbericht der Stadtverwaltung zum Projekt ist einsehbar im Ratsinformationssystem der Stadt Köln unter: Sachstandsbericht zum Projekt Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln (MiQua)