Plakatierung des Motivs "Camera Obscura Wien" von Bärbel Möllmann

© Bärbel Möllmann
Kunstsäule Camera Obscura Wien

Im März 2021 wird die Reihe "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" mit einem neuen Motiv der Künstlerin Bärbel Möllmann fortgeführt. Das Motiv zeigt den auf dem Kopf stehenden Ausschnitt eines Raumes mit einem ungemachten Bett, an dessen Wänden die Gebäude einer Stadt zu sehen sind – diese „richtig herum“. Eine ungewöhnliche Verschmelzung von innen und außen, die geradezu dazu auffordert, stehen zu bleiben und genau hinzusehen.

Konkret erklärt sich das Motiv von Bärbel Möllmann aus der Verwendung einer "Camera Obscura", der Jahrhunderte alten Technik der Lochkamera. Auch deshalb hat die Jury das Motiv für den Zeitraum bis Ende Mai ausgesucht, denn vom 21. bis 30. Mai findet in Köln die Internationale Photoszene statt.

Es freut mich, dass sich die Jury mit der Arbeit von Bärbel Möllmann für ein Motiv entschieden hat, das die Fotografiegeschichte reflektiert. So breitet sich das Medium Fotografie parallel zur Photoszene mit seiner Reflexion über sein Abbilden der Wirklichkeit im gesamten Stadtbild aus,

so Barbara Foerster, Leiterin des Kulturamtes.

Bereits seit 1996 arbeitet Bärbel Möllmann mit der "Camera Obscura". Gerade in Zeiten der digitalen, schnelllebigen Fotografie, dem Instagram-Bild, ist diese Art der Fotografie etwas Besonderes, Langlebiges. Sowohl der Prozess als auch die Aufnahme selbst stehen im Gegensatz zur digitalen Welt. Es geht Bärbel Möllmann bei ihren Aufnahmen um den Prozess und die Wahrnehmung von Wirklichkeit. Wie entsteht das Bild? Wie lange ist ein Moment? Was sieht der Fotograf und was sieht der Betrachter in dem Bild?

Für die spezifische Aufnahme der Kölner Kunstsäulen hat Bärbel Möllmann das Zimmer ihrer Wohnung in Wien völlig verdunkelt. Durch eine Linse im Vorhang wurde das Bild der Außenwelt dann auf die hinteren Wände projiziert.

Totale Dunkelheit zwingt meine Augen zu geduldiger Aufmerksamkeit,

so die Künstlerin.

Erst nach einigen Minuten bin ich im Stande, das Lichtbild zu erkennen und mit Hilfe einer Langzeitbelichtung aufzunehmen.

Am Ende entsteht eine Addition von Bildern. Die Einrichtung der Wohnung vermischt sich untrennbar mit dem kopfstehenden Abbild der Stadtlandschaft, wie sie sich vor dem Fenster präsentiert. Bärbel Möllmann erklärt:

Als ob man zugleich in beide Richtungen blicken würde und dabei entscheiden kann, welchem Anblick die Aufmerksamkeit zugewandt ist, fesselt der Moment der Anschauung mit großer Unmittelbarkeit.

Bärbel Möllmann (geboren 1970 in Bocholt) lebt und arbeitet in Berlin und Düsseldorf. Sie studierte von 1994 bis 2002 an der University of Applied Science, Department of Design, Photography and Media Bielefeld, sowie an der Tyler School of Art, Philadelphia, USA. Eine Vielzahl an nationalen wie auch internationalen Ausstellungen zeigen Möllmanns Fotografien. Diese waren unter anderem in Hamburg, Berlin und Frankfurt zu sehen, wie auch in Tokyo, Dubai oder New York.

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