Stadt Köln stellt aktuelle Zahlen und Gründe für den "Bauüberhang" vor

Wie viele Bauanträge wurden gestellt, wie viele genehmigt – und wie viele Wohnungen tatsächlich fertiggestellt? Wie ist der "Bauüberhang" zu erklären – die Differenz zwischen genehmigten Bauanträgen und der Zahl der fertiggestellten Wohnungen? Wie viele Wohnungen aus dem "Bauüberhang" sind aktuell im Bau oder bereits im Rohbau fertiggestellt? Am Donnerstag, 28. Mai 2020, veröffentlicht die Stadt Köln im Rahmen der Bautätigkeitsstatistik aktuelle Zahlen.

Im Jahr 2019 zählte die städtische Bauverwaltung insgesamt 7.236 in 2019 und Vorjahren genehmigte und noch nicht fertig gestellte Wohnungen – der sogenannte "Bauüberhang" ist so hoch wie seit Jahren nicht. Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln hat die Wohnungsbauzahlen für das Jahr 2019 im Rahmen des Kurzberichts „Kölner Statistische Nachrichten 5/2020“ unter dem Titel "Kölner Wohnungsbau 2019: Weiterhin viele Wohnungen im Bau" veröffentlicht.

4.500 der 7.236 Wohneinheiten aus dem Bauüberhang waren 2019 bereits im Bau oder im Rohbau fertig. Dies spiegelt einerseits die hohe Wohnungsbauleistung in Köln wider. Andererseits sind die Ursachen für den hohen Bauüberhang nicht eindeutig: Wann und wie schnell die Bauprojekte umgesetzt werden, liegt ausschließlich in der Verantwortung der Bauträger. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die die Arbeitsabläufe der Bauwirtschaft beeinflussen. Offensichtlich ist aber die momentan starke Auslastung der Bauwirtschaft in Köln. Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nord-Rhein Westfalen (IT.NRW) ist der Auftragseingang im Baugewerbe in Köln von 2018 zu 2019 um 79 Prozent gestiegen. Die hohe Anzahl an eingereichten Bauanträgen im Jahr 2019, für rund 4.160 Wohnungen, deutet an, dass diese Entwicklung anhalten könnte.

Im Jahr 2019 wurden mit 2.175 Wohnungen rund 1.750 Wohnungen weniger Wohnungen als im 2018 in Köln fertig gestellt. Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass von den bis Ende 2018 genehmigten Bauanträgen für Wohnungen nur 32 Prozent im Jahr 2019 fertig gestellt worden sind.

Die Bauaufsicht konnte im Jahr 2019 insgesamt 2.715 Wohnungen genehmigen (Anträge aus 2019 und Vorjahren), liegt damit aber 11 Prozent niedriger als 2018. Alle 2019 eingereichten Anträge (4.160 neue Wohnungen) wurden bearbeitet, wobei das Bauaufsichtsamt der Stadt Köln darauf hinweist, dass fast 70 Prozent der Anträge unvollständig und fehlerhaft sind. Durch die notwendigen Korrekturschleifen erhöht sich deshalb je nach Antrag die Bearbeitungszeit deutlich.

Die fertiggestellten Wohnungen werden kleiner, die Wohnungsgrößen sind rückläufig. Der Anteil an Ein-Raum und Zwei-Raum-Wohnungen betrug in 2019 insgesamt ein Drittel. Die durchschnittliche Wohnfläche aller fertiggestellten Wohnungen lag mit 86 Quadratmeter genau 10 Quadratmeter unter dem Mittelwert der letzten zehn Jahre.

Im Bestand hat die Zahl geförderter Mietwohnungen (Typ A/1. Förderweg) mit 38.362 Ende 2019 leicht abgenommen. Mit der Bewilligung von Fördermitteln für 1.139 öffentlich geförderte Mietwohnungen wurde jedoch der jährliche Zielwert von 1.000 öffentlich geförderten Mietwohnungen überschritten.

Der gesamte Kurzbericht Kölner Statistische Nachrichten 5/2020 "Kölner Wohnungsbau 2019: Weiterhin viele Wohnungen im Bau" ist im Ratsinformationssystem der Stadt Köln veröffentlicht.

Zur Veröffentlichung im Ratsinformationsdienst Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit