Terminplan für die Fertigstellung muss fortgeschrieben werden

Die Bildungslandschaft Altstadt-Nord (BAN) nimmt immer mehr Gestalt an. Im Bereich des Baufelds A (Hansa-Gymnasium) sind die Rohbauarbeiten für den Erweiterungsneubau abgeschlossen und die Holzfenster montiert. Die RheinEnergie hat einen neuen Versorgungstrafo installiert und sämtliche Kabel verlegt. Das alte Trafohaus wird bis Mitte Dezember zurückgebaut sein, so dass an seiner Stelle ebenfalls Klassen errichtet werden können und der nächste Lückenschluss erfolgt. Die Fassaden entlang der Ritterstrasse sowie des Hansarings sind restauriert, ebenso ist die Feuchtesanierung in diesen Bereichen erfolgt. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Innenausbau. Der Rückbau und der Neubau der obersten Geschossdecke Ritterstraße stehen kurz bevor. Für rund 85 Prozent der Vergaben konnten Unternehmer gefunden werden.  

Allerdings erweist sich die Bausubstanz des Bestandsgebäudes schlechter als erwartet, was neue Untersuchungen erforderlich macht. Um die Sicherheit auf der Baustelle weiterhin gewährleisten zu können, muss aktuell nach Freilegung der Stahlträger das statische System auf Anforderungen des baulichen Brandschutzes erneut überprüft werden.  

Erschwerend kommen Vergabeprobleme hinzu. Im Gewerk Elektroarbeiten müssen die Leistungen zum vierten Mal europaweit ausgeschrieben werden, im Gewerk Sanitär waren zwei europaweite Veröffentlichungen erforderlich, ebenso bei den Trockenbauarbeiten wie auch für die Stahlfenster. Zudem hat eine Rüge (Gewerk Nachrichtentechnik) die Vergabe verzögert. Die enge Marktlage und der Fachkräftemangel machen nicht nur öffentlichen Bauherren aufgrund der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinspolitik erheblich zu schaffen.  

Inwieweit sich das zeitlich und finanziell auswirken wird, muss noch abschließend untersucht werden. Parallel dazu prüft die Stadtverwaltung sämtliche Möglichkeiten der Beschleunigung, um den Zeitverlust möglichst gering zu halten.  

Die große Auslastung externer Auftragnehmer erschwert die Fertigstellung der verschiedenen Einrichtungen auch im Baufeld B. Der Übergabetermin für die Grundschule ist unter anderem auf Grund geringer Personalkapazitäten bei den Gewerken Trockenbau, Lüftungstechnik und Fliesen stark gefährdet und hat zugleich allerhöchste Priorität. Ob die Grundschule daher, wie geplant, noch im Dezember übergeben werden kann, ist noch nicht gesichert. Die Arbeit in der Grundschule geht zu Lasten der übrigen Baukörper (Realschule, Kindertagesstätte, Studienhaus sowie Mensa- und Ateliergebäude), die erst nach der Grundschule fertiggestellt werden können. Ziel für die Grundschule ist das erste Quartal 2020. Das Abendgymnasium Gereonsmühlengasse im Baufeld C soll im vierten Quartal 2023 fertig saniert sein. Ein aktualisierter Bauzeitenplan wird derzeit erarbeitet.  

Die Baufelder des Projekts "Bildungslandschaft Altstadt-Nord"

Der 1898 errichtete gründerzeitliche Altbau des Hansa-Gymnasiums am Hansaring 56 gehört zum Baufeld A. Das Hauptgebäude und ein Teil des Seitenflügels stehen unter Denkmalschutz. Der rückwärtig liegende Schulhof wurde durch einen dreigeschossigen Anbau an den Seitenflügel in den 1950er Jahren geschlossen. Im südöstlich gelegen Teil des Grundstücks soll ein Erweiterungsbau errichtet werden. Der Anbau an den Seitenflügel aus den 1950er Jahren wurde zurückgebaut.  

Das Baufeld B, Gereonswall 57 und Vogteistraße 19, besteht aus einem Ensemble mehrerer Baukörper. Am Gereonswall 57 liegen die denkmalgeschützte Freinet-Grundschule und der neu errichtete Erweiterungsbau, das neu errichtete Studienhaus, eine Kindertagesstätte sowie Realschule. In der Vogteistraße 19 entsteht ein Mensa- und Ateliergebäude. Auf dem Grundstück des Gereonswalls befanden sich zuvor das Hauptschulgebäude mit drei weiteren temporären Ersatzklassenbauten, sowie das ehemalige Gebäude für die Offene Ganztagsschule. Diese wurden abgebrochen.  

Zum Baufeld C gehört die Generalinstandsetzung des Abendgymnasiums Gereonsmühlengasse.  

"Domino-Effekt" im Zeitplan zwischen den Baufeldern A, B und C

Verursacht durch die logistischen Abhängigkeiten zwischen allen drei Baufeldern, gibt es eine Art "Domino-Effekt", der im Baufeld C sehr deutlich wird. Für das Abendgymnasium (Baufeld C) wurde die Planung Ende des Jahres 2015 aufgenommen. Die bauliche Umsetzung kann jedoch erst erfolgen, wenn die Baumaßnahmen im Baufeld A und B abgeschlossen sind, da erst ab diesem Zeitpunkt das ins Abendgymnasium ausgelagerte Hansa-Gymnasium in sein Gebäude zurückziehen kann. Danach kann das Abendgymnasium in die Gebäude des Hansa-Gymnasiums und der neuen Realschule ausgelagert werden.  

Im Baufeld A sind von 2015 bis 2018 unter anderem die Schadstoffsanierung, die Entkernung, Abbrucharbeiten sowie Erd- und Verbauarbeiten erfolgt. Die gesamte Planung war durch den zunächst beauftragen Planer unzureichend ausgearbeitet und kalkuliert worden. Als Konsequenz daraus hat die Gebäudewirtschaft im Sinne des Fortschritts des Projekts den externen Objektplaner gewechselt. Der bereits durch die Schlechtleistung eingetretene Baustillstand brachte dennoch den Zeitplan der Folgegewerke durcheinander. Der Rohbauunternehmer machte aufgrund dessen gar von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Ein neues Rohbauunternehmen ist seit 2018 tätig.  

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit