Museumsdienst startet neues Angebot zur Unterstützung trauernder junger Menschen

Tod und Trauer sind in unserer modernen Gesellschaft häufig tabuisiert. Viele Menschen sterben fern von Familie und Freunden in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Trauernde fühlen sich nicht selten isoliert und allein. Ein Todesfall bedeutet für Betroffene eine emotionale Ausnahmesituation, die jeder Mensch unterschiedlich verarbeitet – abhängig von persönlichen Erfahrungen, der eigenen Persönlichkeit und dem Lebensalter. Besonders für Kinder und Jugendliche stellt der Umgang mit Verlust, Tod und Trauer eine große Herausforderung dar.

Der Museumsdienst Köln hat jetzt in Kooperation mit drei Kölner Museen als Pilotprojekt ein neues, mehrteiliges Angebot für trauernde junge Menschen gestartet. Das Angebot richtet sich an trauernde Jugendliche, die durch kreative Arbeit, Macht über die eigene Trauer bekommen können und sich so weniger ausgeliefert fühlen. Eine weitere Zielgruppe sind Klassen aus Pflegefachschulen, die im praktischen Teil ihrer Ausbildung ständig mit Sterben konfrontiert sind, meist ohne Begleitung ihrer Erlebnisse und ohne Hilfe bei der Verarbeitung ihrer Gefühle.

In einem geschützten Rahmen und in einer geschlossenen Gruppe erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit den Themen Tod, Trauer, Abschied und Erinnerung auseinanderzusetzen. Das Format umfasst drei Termine, die jeweils in unterschiedlichen Kölner Museen stattfinden. Konzept und Durchführung liegen beim Museumsdienst Köln.

Den Auftakt bildet eine thematische Führung durch das jeweilige Museum. Ausgewählte Objekte setzen Impulse und eröffnen einen behutsamen Zugang zu den Themen Verlust und Erinnerung. Im Anschluss begleitet eine professionelle Trauerbegleiterin die Gruppe in einem moderierten Austausch. Die Jugendlichen können ihre Eindrücke teilen, Gefühle benennen und Erfahrungen einordnen. Dieser Prozess kann zur emotionalen Stabilisierung beitragen, den Ausdruck eigener Gefühle fördern und die Wahrnehmung persönlicher Ressourcen und Resilienz stärken.

Unterstützt wird das Projekt von Christoph Kuckelkorn, Bestattungsunternehmer, Karnevalist und Botschafter der MPG, dem Förderverein des Museumsdienst Köln. Die ersten drei Termine werden durch die finanzielle Förderung der Museumspädagogischen Gesellschaft (MPG) ermöglicht. Das Angebot ist bewusst kein kunsthistorisches Format und kein therapeutisches Gruppenangebot, sondern ein pädagogisch begleitetes Erinnerungs- und Austauschformat.

Kontakt
Museumsdienst Köln, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Marie-Luise Höfling, Telefon: 0221/221-22334
E-Mail: museen@stadt-koeln.de

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit