Ausstellung ist bis 20. Oktober 2024 im Museum Schnütgen zu sehen

© Stephan Kube/SQB, Museum Schnütgen
Heiligenschein der Hl. Sencia vom Ursulaschrein

Erneut freut sich das Museum Schnütgen über ein kostbares Geschenk. Die angesehene Pariser Kunsthandlung Brimo de Laroussilhe schenkt dem Museum den Nimbus (Heiligenschein) der Heiligen Sencia vom Kölner Ursulaschrein. Der Ursulaschrein wurde um 1170 angefertigt und während der Säkularisation fast all seines Schmucks beraubt. Bei der Wiederherstellung des Schreins im 19. Jahrhundert wurden die Figuren der Ursulanischen Jungfrauen erneuert, darunter auch die Heilige Sencia und ihr Nimbus. Die fragmentarisch erhaltene Emailplatte mit der Inschrift SANCTA SENC[IA] befand sich bereits 1894 in der Sammlung des Museumsgründers Alexander Schnütgen. Nachweislich erschien sie 1913 als Teil der Museumssammlung im Bestandskatalog.  

Auf ungeklärte Weise – vermutlich im Rahmen eines der damals üblichen Tauschgeschäfte – gelangte die Emailplatte in die Kölner Privatsammlung von Dr. Leopold Seligman. Bis sie zu Brimo de Laroussilhe kam, hatte sie Station in zwei weiteren Privatsammlungen gemacht. Im Rahmen der von der Pariser Kunsthandlung durchgeführten Provenienz-Recherche kam der ursprüngliche Besitzer überraschend zu Tage: Das Museum Schnütgen. Obwohl der Besitz des Stückes seitens der Kunsthandlung legitim war, zeigte sie sich großzügig und gab das Stück zurück in seine Kölner Heimat. Dies mag ein Grund mehr für einen Besuch der beliebten Ausstellung "Schreine und Steine aus St. Pantaleon" sein.  

In dieser Ausstellung erwarten die Besucher*innen hochkarätige Leihgaben aus der Kirche St. Pantaleon innerhalb der Schausammlung des Museum Schnütgen. Der Maurinus- und der Albinusschrein sowie die drei Steinfragmente aus der Zeit um 1000, bleiben dank des großzügigen Entgegenkommens von St. Pantaleon und dem Erzbistum Köln, noch knapp neun Monate länger, bis Mitte Oktober, in der Cäcilienkirche ausgestellt. Diese Schreine sind herausragende Werke mittelalterlicher Goldschmiedekunst und gaben für das Museumsteam den Anstoß, zahlreichen kleineren Schmuckelementen anderer Kölner Schreine, die zuvor im Museumsdepot lagerten, eine Bühne zu geben. Darunter auch Fragmente des Ursulaschreins, die – nun um ein weiteres Stück dieses bedeutenden Werks Kölner Goldschmiedekunst ergänzt – in der Vitrine liegen.

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