Die Partnerschaft im Porträt

© Denise Graetz/ecosign Akademie für Gestaltung Köln

Am 19. September 2011 wurde die 22. internationale Städtepartnerschaft der Stadt Köln besiegelt. Im Rahmen eines Festaktes im Stadtpalast der Stadt Rio de Janeiro unterzeichneten Oberbürgermeister Jürgen Roters und Oberbürgermeister Eduardo da Costa Paes im Beisein von Kölner Ratsmitgliedern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus der Kölner Wirtschaft und Stadtverwaltung den Kooperationsvertrag zwischen beiden Kommunen. Der feierlichen Zeremonie wohnten darüber hinaus Dr. Werner Hoyer, damaliger Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Hildegard Stausberg und Tadeu Cladas als Vorsitzende der beiden 2011 gegründeten Kölner Partnerschaftsvereine sowie zahlreiche brasilianische Medienvertreterinnen und -vertreter bei.

Mit dieser Städtepartnerschaft wurde die schon zwischen den Staatsregierungen beider Länder angestrebte Stärkung der bilateralen Beziehungen auf kommunaler Ebene fortgesetzt. Seit 2008 ist die Bundesrepublik Deutschland mit der Föderativen Republik Brasilien als einziges lateinamerikanisches Lang durch eine strategische Partnerschaft verbunden. Ein wesentlicher Themenkomplex in der bilateralen Arbeit ist die Bekämpfung des Klimawandels.

Auch das Land Nordrhein-Westfalen misst den deutsch-brasilianischen Beziehungen einen hohen Stellenwert bei. Dies spiegelt sich in der Initiative NRW goes Brazil Plus. Das zunächst als Landesinitiative im Auftrag von NRW.International GmbH gegründete privatwirtschaftlich organisierte Unternehmensnetzwerk unter der Schirmherrschaft der IHK Essen bietet mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit, sich gemeinsam gut auf die Bedingungen und Chancen in unterschiedlichen Regionen Brasiliens vorzubereiten und gezielt im brasilianischen Markt zu platzieren. Koperationspartner sind neben der EnergieAgentur.NRW, NRW.International GmbH und die NRW.BANK ein brasilianisches Partnernetzwerk von Unternehmen, Innovations-Clustern, Industrie-, Handels- und Agrarverbänden sowie Wirtschaftsregionen.

Nicht zuletzt ist die Gründung der Städtepartnerschaft auch auf vielfache Anregung aus der Kölner Bürgerschaft zurückzuführen, die seit jeher intensive Kontakte nach Brasilien pflegt. In Köln ist die Gemeinschaft von Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit brasilianischen Wurzeln im Vergleich zu allen anderen Gruppen Südamerikas am größten.

Köln - Rio de Janeiro, eine Strategische Partnerschaft

© Stadt Köln
Deckblatt zum Städtepartnerschaftsvertrag

Im Hinblick auf die sportlichen Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 mit Rio de Janeiro als ein Austragungsort sowie den Olympischen Sommerspielen 2016 bestand auch seitens Rio de Janeiro großes Interesse an einem engeren Austausch mit der Stadt Köln, die selbst Austragungsort und Hauptquartier der brasilianischen Fans in Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit standen von Beginn an die Bereiche

  • Klimaschutz
  • Wirtschaft/Tourismus
  • Bildung und Wissenschaft
  • Sport
  • Stadtentwicklung
  • Kunst und Kultur

Mit der Städtepartnerschaft wird im Fach- und Erfahrungsaustausch, durch die Arbeit in gemeinsamen Projekten sowie dem wechselseitigen Wissenstransfer den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts an urbane Ballungszentren zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger beider Metropolen erfolgreich begegnet. Zudem steht die Vertiefung des interkulturellen Dialogs auf der Agenda. 

Ziele, die Oberbürgermeister Roters bei Gründung der Städtepartnerschaft mit den Worten

Wir wollen die Verbindung unserer beiden Städte heute nicht nur auf dem Papier besiegeln, sondern sie auch von Anfang an mit Leben füllen. Im Sinne einer für beide Seiten gewinnbringenden Städtepartnerschaft will Köln die Kontakte zu Rio vertiefen und die Gemeinsamkeiten beider Metropolen in den Fokus der weiteren Zusammenarbeit stellen

unterstrich. 

Zum Vertagstext der Städtepartnerschaftsurkunde im Originalwortlaut

Seit Gründung der Städtepartnerschaft hat es vielfältige Begegnungen zwischen beiden Kommunen auf ganz unterschiedlichen Ebenen gegeben.

Zum einen konnten die Wirtschaftsbeziehungen erfolgreich ausgebaut werden: Rio de Janeiro war 2011 Gastgeber der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage, Köln 2018 auf dem Gelände der Koelnmesse. Diese hat - nicht zuletzt angestoßen durch die neue Städtepartnerschaft - ihr Brasilien-Engagement massiv ausgebaut und unterhält seit 2016 eine Tochtergesellschaft in Sao Paulo, die fünf Fachveranstaltungen ausrichtet. Allen voran ist hier die 2015 etablierte UrbunTec Brasil zu nennen. Eine internationale Messe zu Urbanisierung und Umwelttechnologien, die in Kooperation mit der Fundação Getúlio Vargas (FGV - Stiftung Vargas) mit Hauptsitz in Rio de Janeiro durchgeführt wird.

Die Stiftung Vargas, ein international renommiertes Studieninstitut und Think Tank für sozioökonomische Entwicklung, betreibt in Köln das einzige Auslandsbüro weltweit, was Kölns Rolle als ein für lateinamerikanische Unternehmen und Institutionen wichtiges Drehkreuz im Herzen Europas stärkt. Nicht zuletzt unterstützt durch das Gründerzentrum "Brazil-Business-Center Cologne" und den Aktivitäten im Standortmarketing der "Kölnbusiness Wirtschaftsförderungsgesellschaft", siedeln sich brasilianische Firmen für ihre Geschäftstätigkeit in Europa vermehrt in Köln und dem Rheinland an.

© Festkomitee Kölner Karneval
Logo zum Sessionsmotto 2012/2013

Auch die kulturellen Beziehungen zwischen beiden Städten haben an Kontur gewonnen.

Was beide Städte ganz unmittelbar verbindet, ist natürlich der Karneval. Folglich hat das Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e. V. in der Session 2012/2013 mit dem Motto "Fastelovend em Blot - he un am Zuckerhot" (Karneval im Blut - hier und am Zuckerhut) die jüngste Kölner Städtepartnerschaft ganz besonders gewürdigt. 

Aber schon lange vor Gründung der Städtepartnerschaft war der Karneval ein verbindendes Element zwischen Köln und der Stadt am Zuckerhut: 2002, organisiert von der Großen Kölner Karnevalsgesellschaft e. V., fand die erste Benefizsitzung "Kölsche Jecke för uns Pänz in Rio" zugunsten der Straßenkinder in der Partnerstadt statt. 2003 hat das Traditionskorps "Rote Funken" Rio de Janeiro besucht und einen engeren Kontakt zur Sambaschule GRES Salgueiro geknüpft. 2012 besuchte im internationalen Karnevalsaustausch Paulo Barros von Rios bester Sambaschule Unidos da Tijuca Köln und das Festkomitee Kölner Karneval. Umgekehrt reiste 2013 unmittelbar nach dem Ausklang des närrischen Treibens hierzulande eine 27-köpfige Gruppe Kölner Karnevalisten nach Rio, um den brasilianischen Karneval in der Partnerstadt kennenzulernen. Dieser dauert traditionell noch vier Tage über den Aschermittwoch hinaus an. Fazit dieser Reise, der weitere von Kölner Jecken und Karnevalsgesellschaften folgten:

Der Karneval bringt Menschen zusammen.

Christoph Kuckelkorn, Präsident FK Kölner Karneval und Leiter des Rosenmontagszuges 2005-2017

Und was den Karneval in Rio ausmacht, ist auch längst in Köln heimisch geworden. Mehr als 20 Kölner Sambagruppen prägen nicht nur zur Karnevalszeit Kölns Kulturvielfalt. Sei es beim Sambafestival oder der Brasilonia, mit seiner Mischung aus Samba, Forró und moderner brasilianischer Populärmusik.

Auch die seit 2013 jährlich regelmäßig stattfindenden Thementage "Lateinamerika - bunt, facettenreich, informativ" im Rautenstrauch-Joest-Museum greifen Brasilien und die Partnerschaft mit Rio de Janeiro aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf.

Ein Beispiel für die bilaterale Zusammenarbeit auf dem Kultursektor ist die Unterstützung des Museu Nacional in Rio de Janeiro. Das Nationalmuseum ist Anfang September 2018 durch einen Brand zerstört worden. Als Mitglieder der internationalen UNESCO-Delegation haben der stellvertretende Direktor des Historischen Archivs und die Leiterin des Restaurationsteams die Kolleginnen und Kollegen in der Partnerstadt bei ersten Rettungs- und Restaurierungsmaßnahmen beratend unterstützt. Daraus hat sich ein enger Austausch zwischen beiden Museen entwickelt.  

© Copyright: v v g - koeln Volker Glasow
Logo zur Aktion

Darüber hinaus prägen auch gesellschaftspolitische Aspekte die Partnerschaft. Hier vor allem der LGBTQI-Austausch im Rahmen der Aktion "Sister Cities stand togetherLGBT rights are human rights". Jedes Jahr laden wir zur Kölner Aktionswoche anlässliche des Christopher Street Days (CSD) Aktivistinnen und Aktivisten aus Kölner Partnerstädten ein. Das Programm umfasst das Kennenlernen von Kölner Organisationen wie beispielsweise

  • die Kölner Aidshilfe,
  • das Beratungszentrum Rubicon
  • das LGBTI-Jugendzentrum Anyway

und dient dem Empowerment und der Vernetzung untereinander und mit den LGBTI-Akteuren in Köln. 

 

2018 nahmen erstmals zwei lesbische Aktivistinnen aus dem Unterstützerkreis der im gleichen Jahr ermordeten Stadträtin Marielle Franco an dem Austausch teil. Die Solidarität, die die Teilnehmerinnen nach eigenen Aussagen während des Austausches hier in Köln erfahren haben, hat sie stark beeindruckt. Ach die vielen Anregungen für die eigene Arbeit gegen Diskriminierung im Heimatland haben sie als inspirierende Bereicherung erlebt. Mit der Einladung von Gästen aus Rio de Janeiro sendete die Stadt Köln zudem ein direktes Zeichen für Vielfalt und Toleranz in die Partnerstadt und wird den Austausch vertiefen. 

Zum ausführlichen Bericht über den CSD 2018

Leuchttürme in der Partnerschaftsarbeit

© UN
SDG Poster der Vereinten Nationen
Neben den wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen, sind in der Partnerschaft vor allem die Bereiche
 
  • Umwelt/Klimaschutz
  • Jugend/Bildung/Sport
  • Soziales
zu Arbeitsschwerpunkten geworden. Schwerpunkte, mit denen die städtepartnerschaftlichen Aktivitäten einen maßgeblichen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Im Zuge der Projekte werden von den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals / SDG ) insgesamt folgende Ziele verfolgt:
 
  • Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • Ziel 4: Hochwertige Bildung
  • Ziel 5: Geschlechter-Gleichheit
  • Ziel 8:  Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  • Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
  • Ziel 15: Leben an Land und vor allem
  • Ziel 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Die Ziele für nachhaltige Entwicklung im Überblick

Die Klimapartnerschaft Köln - Rio de Janeiro

© Ute Dreiocker
Partner im Klimaschutzprojekt

2012 wurde von Engagement Global/Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) das Programm "50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015" aufgelegt. Unter der Mitwirkung der Landesarbeits­gemeinschaft Agenda 21 NRW wurde in mehreren Workshops ein Handlungsprogramm Klimaschutz mit Rio de Janeiro entwickelt. Im Fokus standen die Themen Abfallwirtschaft und CO2-Bilanzierung.

Konkret wurde daran anknüpfend im Zeitraum 2014 - 2018 das Projekt "Reduzierung schädlicher Klimagase durch kontrollierten Abbau von biogenen Fraktionen aus dem kommunalen Siedlungsabfall in Rio de Janeiro" in der brasilianischen Partnerkommune durchgeführt.

Mit der Kompostieranlage im EcoParque Caju der städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Rio de Janeiro, COMLURB, wird bisher ungenutzter Grünschnitt von städtischen Grünzonen sowie der Straßenbepflanzung zu Kompost verarbeitet. Damit wird die Menge schädlicher Deponiegase ebenso reduziert wie die CO2-Belastung durch die eingesparten Transportwege per Dieselfahrzeugen zur rund 70 Kilometer entfernten Mülldeponie. Das bei der Kompostierung frei werdende CO2 ist hingegen klimaneutral, weil es beim Wachstum der Pflanzen aus der Luft gebunden wurde.

Über Engagement Global/Servicestelle Kommunen in der Einen Welt konnten für die Umsetzung des Projektes gut 580.000 Euro Drittmittel des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eingeworben werden, mit denen unter anderem die erforderlichen Geräte und Maschinen angeschafft wurden.

© Norbert Evermann AVG
Rio - Edge Siebmaschine bei Comlurb

Fachlich und operativ wurde das Projekt maßgeblich durch die beiden kommunalen Abfallverwertungsgesellschaften AVG Köln und COMLURB Rio de Janeiro umgesetzt. Durch die erfolgreiche gemeinsame Arbeit hat sich zwischen den beiden kommunalen Abfallwirtschaftsgesellschaften sowie der zentralen Kölner Koordinationsstelle Klimaschutz und der Dienststelle Europa und Internationales eine tragfähige Organisations- und Arbeitsstruktur entwickelt. Eine wichtige Basis für die Fortschreibung des Handlungsprogramms. 2019 fand dazu in Köln mit Vertreterinnen und Vertretern aller am bisher Beteiligten ein erster Workshop statt, um ein Folgeprojekt zu konzipieren.

Die Klimapartnerschaft mit Rio de Janeiro schafft ebenso wie die Partnerschaften mit Corinto / El Realejo (Partnerstadt in Nicaragua) und Yarinacocha (Peru) wichtige Anreize, die eigenen Anstrengungen zur Umsetzung des im April 2014 vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Integrierten Klimaschutzkonzepts zu verstärken.

"Mas que uma bola - Mehr als ein Ball"

© Werner Schleicher
Gemeinsam am Ball

Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat, wie nur wenige Dinge, die Kraft, Menschen zu inspirieren, die Kraft sie zu vereinen. Er ist mächtiger als Regierungen, wenn es darum geht Rassenbarrieren niederzureißen.

Nelson Mandela 

Das Schul- und Sportaustauschprogramm "Mais que uma bola – mehr als ein Ball" richtet sich an Jugendliche beider Städte im Alter von jeweils 14 bis 16 Jahren. Partner sind die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Köln-Chorweiler und die Fußballschule "Bola pra Frente", in Guadalupe, Rio de Janeiro, Zona Norte. Letztere wurde von dem ehemaligen brasilianischen Fußballstar Jorge José de Amorim Campos, genannt Jorginho, in seiner Geburtsstadt im Jahr 2000 gegründet und hat sich zu einer der größten sozialen und sportlichen Projekte in der Partnerstadt entwickelt.

 

 

 

 

Aus Anlass der Fußball Weltmeisterschaft 2014 haben das Sportamt und die "Rheinflanke gGmbH" mit der Heinrich-Böll-Gesamtschule 2013/14 den ersten Jugendaustausch der Bola pra Frente initiiert. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der interkulturellen Kompetenz und der Persönlichkeitsent­wicklung von Jugendlichen aus benachteiligten Stadtteilen von Köln und Rio.

Im Zuge der Olympischen Sommerspiele 2016 wurde ein zweiter Austausch organisiert, der neben Fußball weitere Sportarten beinhaltete, um den olympischen Gedanken Rechnung zu tragen. Die Jugendlichen beider Städte wurden wieder im Rahmen von Arbeitsgemein­schaften auf die jeweils andere Kultur vorbereitet, wobei die Schülerinnen und Schüler des ersten Austauschs als Multiplikatoren (Sportausbilder) mitwirkten. Im März 2016 (Rio) und im Juni 2016 (Köln) fanden dazu die Begegnungswochen mit jeweils rund 20 jungen Menschen statt.

In den Jahren 2017 und 2018 erfolgte der dritte wechselseitige Austausch. Dabei stand auch die Frage im Fokus, welche Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung sich für die Partner in Rio im Hinblick auf die für die Olympischen Spiele errichteten Anlagen und Infrastruktur ergeben haben. Ebenfalls in 2017 fand erstmals ein dreimonatiger Praktikantenaustausch statt, bei dem jeweils zwei Jugendliche nach ihrem Schulabschluss in Gastfamilien wohnten und in der jeweils anderen Stadt ein Sportpraktikum ab­solvierten. Mit dem Besuch der brasilianischen Jugendlichen im September 2019 ist der erfolgreiche Austausch in die vierte Runde gegangen und wird fortgesetzt.

© Werner Schleicher
Globalisierung - Thema in der gemeinsamen Bildungsarbeit

Beiden Seiten eröffnen die Begegnungen mit Jugendlichen vom jeweils "anderen Ende der Welt" ganz neue Blickwinkel. Globalisierung wird hautnah erfahrbar und das Interesse an der jeweils anderen Kultur geweckt. Der Fußball baut damit eine wichtige Brücke für Bildung durch Sport. Werte wie

  • Toleranz,
  • Hilfsbereitschaft,
  • Fairness,
  • und Respekt

werden durch das Projekt spielerisch vermittelt und gelebt. Ein Ansatz, der schon 2014 mit dem DFB- und Mercedes-Benz-Integrationspreis ausgezeichnet wurde. 

Für das Projekt konnte auch das Goethe-Institut in Rio de Janeiro als Partner für die Sprachausbildung gewonnen werden. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austauschprogramms werden kostenfreie Deutschkurse angeboten.

Impressionen aus den Austauschbegegnungen

© Werner Schleicher
Bürgermeister Wolters überreicht Rest-Cent-Spende an Jorginho
© Werner Schleicher
Bola pra Frente: Das ABC einmal anders
© Werner Schleicher
Betroffenheit nach dem Besuch einer Favela
© Werner Schleicher
Vielfalt im Rahmen von Mais que uma bola im Olympia Stadion
© Werner Schleicher
Ohne Worte
© Werner Schleicher
Ein Besuch im legendären Maracana Stadion

Unsere Partner

Förderverein Städtepartnerschaft Rio de Janeiro - Köln e. V.

© Förderverein Städtepartnerschaft Rio de Janeiro - Köln e. V.

Mit der 24. Städtepartnerschaft Kölns sind große Erwartungen verbunden. Rio de Janeiro ist eine der bekanntesten Metropolen der Welt und steht Köln als neuer Städtepartner gut zu Gesicht. Allerdings bedeutet dies auch eine Verpflichtung für Köln, diese erste Partnerschaft zwischen einer brasilianischen und einer deutschen Stadt nachhaltig zu pflegen und zum Nutzen beider Städte auszubauen.

Dies hat sich der 2011 gegründete "Förderverein Städtepartnerschaft Rio de Janeiro – Köln e. V." zum Ziel gesetzt.

Gerade junge Partnerschaften brauchen ein großes und breit angelegtes Engagement für die Entwicklung lebendiger Beziehungen. Der Förderverein Städtepartnerschaft Rio de Janeiro ist ein aktiver Partner, der sich insbesondere für die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten sowie im Rahmen der Klimapartnerschaft erfolgreich einsetzt.

Der Förderverein Städtepartnerschaft Rio de Janeiro - Köln im Porträt
E-Mail an den Förderverein Städtepartnerschaft Rio den Janeiro - Köln

Köln-Rio Städtepartnerschaftsverein e. V.

© Köln-Rio Städtepartnerschaftsverein e. V.

Unser wichtigstes Ziel ist, dass sich die Bewohner beider Städte besser kennen lernen. Dazu unterstützen wir Austausch und Begegnung in Kultur, Wissenschaft, Brauchtum und anderen Bereichen.

Beide Vereine zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Rio de Janeiro ergänzen sich in ihrer Arbeit und den thematischen Schwerpunkten hervorragend. Mit seinem Engagement insbesondere im Bereich Jugend und Sport deckt der Köln-Rio Verein ein breites soziales Spektrum ab.

Der Köln-Rio Städtepartnerschaftsverein im Porträt
Köln-Rio Städtepartnerschaftsverein e. V. auf Facebook E-Mail an den Köln-Rio Städtepartnerschaftsverein

Servicestelle Kommunen in der Einen Welt / Engagement Global

© Servicestelle Kommunen in der ei

Für ein gerechtes globales Miteinander! Engagement Global gGmbH – Service für Entwicklungsinitiativen ist die Ansprechpartnerin in Deutschland für entwicklungspolitisches Engagement, deutschlandweit und international. Engagement Global informiert zu aktuellen Projekten und Initiativen und fördert entwicklungspolitische Vorhaben finanziell. Nicht zuletzt über die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) berät und qualifiziert sie Zivilgesellschaft und Kommunen, private Träger und Einrichtungen. 

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stehen uns als Kommune Engagement Global und die SKEW seit 2001 als Service- und Beratungseinrichtung zur Verfügung.

Engagement Global Service für Entwicklungsinitiativen
Hier geht es direkt zur SKEW

AVG ABFALLENTSORGUNGS- UND VERWERTUNGSGESELLSCHAFT KÖLN MBH (AVG KÖLN)

© AVG

Nachhaltigkeit ist per Definition das Zusammenspiel von ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten, bei jedem Einzelnen wie auch bei Institutionen und Unternehmen.

AVG-Geschäftsleitung

Die AVG Ressourcen GmbH ist Partner der Stadt Köln im Rahmen von nachhaltigen Abfallwirtschaftsprojekten mit Kölner Partnerstädten in der Entwicklungszusammenarbeit.

Die AVG informiert

Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG)

© HGB Köln

Die Haltung dieser Schule wird nicht zuletzt durch ihr Logo symbolisiert: 

- Wir legen großen Wert auf die Gleichwertigkeit aller Menschen.
- Wir wollen uns stets in friedlicher Absicht begegnen und freundlich miteinander umgehen.
- Dazu gehört, dass wir uns darum bemühen, uns gegenseitig zu verstehen, bei Meinungsverschiedenheiten den
  Respekt vor dem anderen bewahren, und gemeinsam nach bestmöglichen Lösungen zu suchen,

heißt es in den Leitlinien der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Mit dem Schul- und Sportaustauschprogramm "Mais que uma bola – mehr als ein Ball" leisten die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte einen maßgeblichen Beitrag, diesem Leitmotiv gerecht zu werden.

Die Heinrich-Böll-Gesamtschule im Porträt
"Mais que uma bola – mehr als ein Ball" - Zu den Aktivitäten der HGB

Bola pra Frente

© Bola Pra Frente

Im Sport- und Erziehungszentrum Bola pra Frente in Rio de Janeiros Stadtviertel Guadalupe kommen Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren zusammen und erhalten von professionellen Sportlern, Sportlehrkräften sowie Psychologen und Sozialarbeiten eine pädagogische Unterstützung. Neben den sportlichen Aktivitäten können die Jugendlichen auch an kostenlosen berufsorientierten Kursen und Projekten teilnehmen. Dazu zählen zum Beispiel Sprach- und Computerkurse sowie Mathematikunterricht. 

Die Bola pra Frente im Porträt (nur auf Portugisisch)

Goethe-Institut Brasilien

© Goethe Institut

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum stehen die Förderung und Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland sowie die Pflege der internationalen kulturellen Zusammenarbeit.

Hauptziele des Goethe-Instituts Brasilien in Rio de Janeiro sind:

  • die Aktualisierung des Deutschland-Bildes in Brasilien
  • die Vermittlung der deutschen Gegenwartskultur
  • die Verankerung der deutschen Sprache und Kultur im brasilianischen Bildungssystem
Das Goethe-Institut Rio de Janeiro stellt sich vor

Unsere Partnerstadt im Porträt

Mit knapp 7 Millionen Menschen im Stadtgebiet sowie rund 13,3 Millionen Menschen in der Metropolregion zählt Rio de Janeiro zu den Megastädten dieser Erde und ist nach Sao Paulo die zweitgrößte Stadt Brasiliens. Damit einher gehen große soziale Unterschiede: Während im Süden, direkt an der Atlantikküste die Stadtteile wie Copacabana, Ipanema und Leblon mit ihren weltbekannten Stränden durch sozialen Wohlstand gekennzeichnet sind, finden sich an den Hängen die größtenteils Teil illegal errichteten Favelas. Gebiete, mit katastrophalen Lebensbedingungen für ihre Bewohner. Armut und eine hohe Kriminalität bestimmen hier das Alltagsleben. Besonders prekär ist die Situation in Favela Rocinha, die nicht nur die größte in Rio de Janeiro ist, sondern die größte in ganz Südamerika.

Ergänzend zu unserem Engagement im Austauschprojekt "Mas que uma bola - Mehr als ein Ball" unterstützen wir über die "Rest-Cent-Spendenaktion" die Favela Triangulo im Norden der Stadt. Denn rund 20 Prozent der Aktiven an der Bola pra Frente stammen daher. Durch die freiwilligen Spenden von Beschäftigten der Stadtverwaltung sowie stadtbeteiligten Gesellschaften - sie setzen die Cent-Beträge ihres monatlichen Nettogehalts ein, konnten zuletzt Hilfsgüter wie Lebensmittel, Medikamente, Matratzen, Ventilatoren und Lehrmaterial für Schülerinnen und Schüler beschafft werden.

Trotz der vielen Armutsviertel zählt Rio de Janeiro nach Sao Paulo zur wirtschaftlich stärksten Metropole Brasiliens und ganz Südamerikas. Neben dem Finanzwesen und dem produzierenden Gewerbe wie Bekleidung, chemische und pharmazeutische Produkte, Möbel, Metallwaren, Nahrungsmittel, Schiffe und Textilien ist die Wirtschaftskraft Rio de Janeiros wesentlich durch die Sektoren Medien und Tourismus geprägt. In der Partnerstadt sind die großen Printmedien ebenso beheimatet, wie das drittgrößte Fernsehnetzwerk der Welt. Vergleichbar zu Köln gilt Rio de Janeiro als Produktionshochburg für viele Programmformate. Hier allen voran die (Tele-)Novelas. 

 

© Werner Schleicher
Unverkennbar Rio de Janeiro - Cristo Redentor auf dem Corcovado

Vergleichbar zu Köln sind auch die touristischen Attraktionen. Zum einen die Wahrzeichen der Stadt, zum anderen der Karneval. Der weltberühmte Köln Dom findet sein Pendant in der 30 Meter hohen Statue Cristo Redentor (Christus der Erlöser) auf dem Berg Corcovado, gegenüber dem Pão de Açúcar, wörtlich übersetzt Zuckerbrot und portugiesischer Begriff für Zuckerhut.

Der carneval do Rio oder carneval Carioca (Carioca werden die Bewohner Rio de Janeiros nach dem indigenen Volk der Tupinambás genannt) zeichnet sich in Rio de Janeiro genauso durch seine Lebensfreude und farbenfrohe Pracht in den Kostümen aus wie in Köln. Und diese Lebensfreude geht weit über die Karnevalszeit hinaus.

Darüber hinaus sind natürlich die schon erwähnten Strände ein Magnet für die Carioca und Gäste aus aller Welt. Lohnenswert sind aber sicher auch ein Besuch der Theatro Municipal, der Opéra Garnier, der vielfältigen Museen, von Aufführungen in der Stadt der Künste "Cidade da Artes", sowie - um nur eine der zahlreichen Kirchen und Klöster zu nennen - der modernistischen Catedral de São Sebastião do Rio de Janeiro, benannt nach dem Stadtpatron Rios.

Aus sportlichem Blickwinkel beeindrucken der Olympiapark mit dem Gros der Wettkampfstätten der Olympischen Sommerspiele 2016 im südwestlichen Stadtteil Barra da Tijuca sowie das legendäre Estádio Jornalista Mário Filho Fußballstation im Maracanã Sportkomplex. Hier besiegte die deutsche Fußballnationalmannschaft am 13. Juli 2014 die Auswahl aus Argentinien nach Verlängerung eins zu null und wurde zum vierten Mal FIFA-Weltmeister.

Kontakt zur Partnerstadt Rio de Janeiro

© Cidade do Rio de Janeiro Technical

Mehr Informationen zur Partnerstadt finden Sie direkt auf der Homepage von Rio de Janeiro.

Mit international 37 Partnerstädten zählt Rio de Janeiro 15 offizielle Städtefreundschaften mehr als Köln. Gemeinsam haben wir Partnerschaften mit

  • Barcelona (Spanien)
  • Peking (Volksrepublik China)
  • Istanbul (Istanbul)
  • Lille (Frankreich)
  • Tel Aviv (Israel)
  • Tunis (Tunesien)

Ein Potential für tri- und multilaterale Projekte.

Internetseite Stadt Rio de Janeiro

Impressionen aus der Partnerstadt

© Werner Schleicher
Rio bei Nacht
© Werner Schleicher
Rio de Janiero, Olympiagelände
© Werner Schleicher
Auch das ist Rio - Blick auf eine Favela
© Werner Schleicher
Der Yachthafen von Rio
© Werner Schleicher
Strandleben in Rio
© Werner Schleicher
Rio de Janeiro mit der Catedral de São Sebastião do Rio de Janeiro links im Bild
© Monica Wagner
Teatro Municipal in Rio de Janeiro
© Werner Schleicher
Favela Kunst, Moro de Alemao
© Earth and Sciences and Image Analysis Laboratory at Johnson Space
Rio de Janeiro mit der Catedral de São Sebastião do Rio de Janeiro links im Bild

Weiterführende Links