© Thomas Zimmer

Der Entwicklung des Mülheimer Südens kommt aufgrund seiner Größe von 46 Hektar und seiner zentralen Lage im Stadtgebiet stadtentwicklungspolitisch eine hohe Bedeutung zu. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war der Mülheimer Süden Standort für weltweit agierende Industrie- und Gewerbeunternehmen. Für die heute überwiegend brachliegenden ehemaligen Gewerbe- und Industrieflächen soll eine qualitätsvolle Umgestaltung und Nachnutzung dieses historischen Ortes zu einem neuen lebendigen urbanen Stadtquartier mit einer überwiegend gemischten Nutzung erfolgen. 

Es sollen Wohnungen, Büros, Einzelhandelsangebote, Schulen, Kindertagesstätten, Einrichtungen für Kulturschaffende und soziale Zwecke sowie öffentliche Grün-, Frei- und Spielflächen entstehen. Neben der Kombination von alter Industriearchitektur mit modernem Städtebau soll im Mülheimer Süden im Zusammenspiel mit den Investor*innen nachhaltige Stadtentwicklung mit innovativen Konzepten aus den Bereichen Mobilität, Energie und Klimaschutz verbunden werden. Gerade die Klimaleitlinien der Stadt Köln definieren wichtige Eckpfeiler in der Entwicklung nachhaltiger Quartiere.

Informationen rund um die Entwicklung des Mülheimer Südens finden Sie auch in unserer Dokumentation, die Ihnen hier als Download zur Verfügung steht.

Dokumentation Mülheimer Süden
PDF, 12660 kb

Die Plangebiete

Das Plangebiet gliedert sich in sieben Teilbereiche auf: Die Plangebiete Euroforum WestOtto-Langen-Quartier und das Lindgens-Areal befinden sich der ICE-Trasse in direkter Hafennähe. Das Euroforum Nord befindet sich nördlich des Messegeländes zwischen der Deutz-Mülheimer Straße und der ICE-Trasse. Das Deutz-Areal mit der Teilfläche des Windmühlenquartiers grenzt an die Bestandstrukturen der Stegerwaldsiedlung an. Die Teilgebiete haben sehr unterschiedliche Perspektiven und Entwicklungsstände.

Informationen zu den einzelnen Plangebieten
© Dirk Dratsdrummer
Eckiger Rundbau im Euroforum Nord
© Stadt Köln
Backsteingebäude in der Hafenstraße
© Dirk Dratsdrummer
Blick auf das Euroforum Nord

Die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers

Seit dem Werkstattverfahren "Mülheimer Süden inklusive Hafen", das wir von 2013 bis 2014 durchgeführt haben, ist die Entwicklung des ehemaligen Industriestandortes angestoßen. Die Planungen sind seither vorangeschritten. Wir möchten Sie hier über den aktuellen Planungsstand informieren.

Kooperatives Baulandmodell

Klares Ziel der Kölner Wohnungspolitik ist es, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und das Angebot an preiswertem Wohnraum zu steigern. Je nachdem wie die einzelnen Planbereiche ausgestaltet werden, sollen im Mülheimer Süden nach dem Planungsstand April 2022 in den nächsten Jahren rund 4.500 Wohnungen entstehen. Zur Sicherung der wohnungspolitischen Ziele hat der Rat bereits im Jahr 2014 das "Stadtentwicklungskonzept Wohnen" beschlossen. Das Kooperative Baulandmodell, ein Bestandteil des Konzepts, wurde im gleichen Jahr als ein wichtiges Instrument zur Umsetzung dieser wohnungspolitischen Ziele in Köln eingeführt. Es verpflichtet Bauverantwortliche, Investor*innen und Vorhabenträger*innen bei Planvorhaben, die eine Bebauungsplanung benötigen, mindestens 30 Prozent der Wohnungen im öffentlich geförderten Segment zu errichten und sich an den planbedingten Folgekosten zu beteiligen, beispielweise für Kindertagesstätten oder öffentliche Grün- und Spielplätze.

Kooperatives Baulandmodell

Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge

© Dirk Dratsdrummer

Hochwasserschutz

Die Anforderungen an den Hochwasserschutz sind bei der Entwicklung zu einem urbanen Stadtquartier Mülheimer Süden eine große Herausforderung. Derzeit besteht im Bereich des Mülheimer Südens kein öffentlicher Hochwasserschutz. Vor dem Hintergrund der seinerzeit noch weitgehend unklaren Entwicklungsziele des Areals wurde im Planfeststellungsverfahren zum rechtsrheinischen Hochwasserschutz für den Abschnitt Mülheim Süd zunächst kein öffentlicher Hochwasserschutz festgelegt. Nach Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln wird nun ein Gesamtkonzept zum erforderlichen Hochwasserschutz erarbeitet, das übergeordnete Planungen berücksichtigt. 

© Stadtentwässerungsbetriebe Köln
Hochwasserschutzmauer in der Hafenstraße

Laufende Bauleitplanverfahren müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen, um die Bewohner*innen sowie zukünftige Nutzungen wirksam zu schützen.

Niederschlagsentwässerung und Starkregenvorsorge

Die wachsenden Anforderungen der Überflutungsvorsorge bedürfen einen veränderten Umgang mit den Niederschlagsabflüssen. Zusätzliche Flächenversiegelung durch Neuerschließung und mögliche Veränderungen des Niederschlagsgeschehens müssen infolge des Klimawandels berücksichtigt werden. Neben dem Objektschutz gilt es integrierte Maßnahmen an der Oberfläche zu ergreifen, mit denen künftige Beeinträchtigungen durch Starkniederschläge vermieden beziehungsweise abgemildert werden können. 

Weitere Informationen zu den Themen Hochwasserschutz und Niederschlagsentwässerung finden Sie auf der Internetseite der Stadtentwässerungsbetriebe AöR.

Stadtentwässerungsbetriebe Köln – Publikationen
Strategiekonzept "Wasserwirtschaftliche Klimafolgenanpassung" im Ratsinformationssystem

Freiraumkonzept

Derzeit erarbeiten wir ein Freiraumkonzept für den Gesamtraum Mülheimer Süden. Unsere Aufgabe ist es, Zielvorgaben und konkrete Lösungsansätze für die Entwicklung des Freiraums im Mülheimer Süden zu erarbeiten sowie Entwicklungspotenziale aufzuzeigen. Es sollen konkrete Planungsvorgaben und Ziele für die Freiraumplanungen in den einzelnen Teilräumen formuliert werden.  

Das Freiraumkonzept legen wir nach Fertigstellung den politischen Gremien zur Beschlussfassung vor. Es dient zukünftig als Grundlage für eine integrierte Planung aller öffentlichen Flächen der Verkehrs- sowie Frei- und Aufenthaltsräume.

© Stadt Köln
Blick in den Rheinboulevard
© Stadt Köln
Blick in den Grünzug Charlier
© Stadt köln
Grünzug Charlier

Gestaltungsleitfaden

© New Architekten

Zur Sicherung der städtebaulichen und architektonischen Qualität im Planungsgebiet erarbeiten wir derzeit einen Gestaltungsleitfaden für den Gesamtraum.

Neben Erläuterungen zu den städtebaulichen und planerischen Zielsetzungen beinhaltet er vor allem konkrete Gestaltungsvorgaben und -vorschläge. Er soll Bauverantwortlichen und Architekt*innen unterstützende Anregungen zur Gestaltung der privaten Bauvorhaben und deren Übergänge zum öffentlichen Raum geben.

Den Gestaltungsleitfaden werden wir nach Fertigstellung den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorlegen. Er dient zukünftig auch als Beurteilungsgrundlage für die Arbeit der "Ständigen Jury Mülheimer Süden", welche die städtebauliche, architektonische und freiraumplanerische Entwicklung sowie die Qualifizierungsverfahren im Mülheimer Süden beratend begleitet.  

Ständige Jury Mülheimer Süden

Die "Ständige Jury Mülheimer Süden" ist ein projektbezogenes städtisches Begleitgremium mit empfehlendem Charakter, das im Jahre 2021 berufen wurde. Es handelt sich nicht um einen Ausschuss im Sinne des § 57 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen. Die sechs Mitglieder sind herausgehobene Personen aus den Bereichen Stadtplanung, Architektur, Landschaftsplanung und Denkmalschutz, die für dieses Projekt eine besondere Expertise mitbringen.

© Stadt Köln/Martina Goyert

Das Gremium hat folgende Mitglieder, von links nach rechts auf der Abbildung:

  • Professor Jörn Walter, Hamburg (Vorsitzender)
  • Rebekka Junge, Bochum
  • Professorin Julia Bolles-Wilson, Münster
  • Professor Johannes Kister, Köln
  • Doktor Thomas Werner, Köln  
  • Jürgen Minkus, Köln

Die Entscheidungsfindung

Ziel ist es, eine qualitätsvolle Umsetzung der Architektur, des Städtebaus und Freiraumes aus dem Werkstattverfahren "Mülheimer Süden inklusive Hafen" zu sichern. Die Beteiligung des Gremiums dient der fachlichen Begleitung bei der Vorbereitung und Umsetzung übergeordneter und vorbereitender Planungen sowie aktueller Bauprojekte oder Qualifizierungsverfahren für die Stadt Köln sowie den jeweiligen Investor*innen und Vorhabenträger*innen. Vorrangig werden die öffentlich wahrnehmbaren Bereiche des Städtebaus, der Architektur und der Freiräume betrachtet. Die Beurteilung wird anhand von Entwürfen der Investor*innen und Vorhabenträger*innen getroffen. Die Beurteilungsgrundlage des Gremiums ist der "Gestaltungsleitfaden Mülheimer Süden", dessen Kriterien derzeit erarbeitet und definiert werden.

Neben den Vertreter*innen der Politik und Stadtverwaltung sind die Mitglieder des Gremiums fester Bestandteil der Jury für die Qualifizierungsverfahren im Mülheimer Süden.

Die Sitzungen

Die "Ständige Jury Mülheimer Süden" tagt sechsmal jährlich in einer nicht-öffentlichen Sitzung. Bei Bedarf oder aus besonderem Anlass können zusätzliche Sitzungen einberufen werden. In den Sitzungen werden entsprechend einer zuvor festgelegten Tagesordnung die anstehenden Themen beraten. Eine möglichst frühe Beteiligung des Gremiums in Bauleitplan- oder Baugenehmigungsverfahren ist wünschenswert. Bei bedeutsamen Projekten ist bei Bedarf eine Ortsbegehung möglich. 

Für weitere Informationen lesen Sie das Interview mit Herrn Professor Jörn Walter, dem Vorsitzenden der Ständigen Jury Mülheimer Süden, in unserer Dokumentation zum Mülheimer Süden, Seiten 16 bis 21. Die Dokumentation finden Sie eingangs dieser Seite. 

Geschäftsordnung der Ständigen Jury Mülheimer Süden

Werkstattverfahren Mülheimer Süden inklusive Hafen

© Philipp Meuser, DOMPublishers, 2010

Die Umwandlung von der Industriebrache zu einem neuen Stadtquartier haben wir im Werkstattverfahren "Mülheimer Süden inklusive Hafen" in den Jahren 2013/2014 unter umfangreicher Beteiligung der Öffentlichkeit, der Grundstückseigentümer*innen und der Politik in Angriff genommen. Es wurde ein städtebauliches Planungskonzept für den Mülheimer Süden entworfen, das seither die städtebauliche Grundlage für die weitere planerische Konkretisierung bildet. 

Werkstattverfahren Mülheimer Süden inklusive Hafen

Weiterführende Informationen

Kontakt

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Stadtplanungsamt
Stadthaus Deutz – Westgebäude
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln

Telefon: 0221 / 221-23194 oder 0221 / 221-32785
Telefax: 0221 / 221-22450

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