"Lebenswerte Veedel - Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln" ist seit über einem Jahrzehnt ein praktizierter Ansatz der Bürger- und Sozialraumorientierung in den elf Sozialraumgebieten Kölns.

Zur Auswahl eines Programmgebietes für das Integrierte Handlungskonzept "Starke Veedel - Starkes Köln" haben wir zunächst geprüft, ob die elf Sozialräume von "Lebenswerte Veedel" nach wie vor besondere Handlungserfordernisse und Unterstützungsbedarfe aufweisen.

Dies konnte mit Hilfe eines "Monitorings Stadtentwicklung" bestätigt werden. Das Monitoring Stadtentwicklung beobachtet systematisch die Entwicklung der Gesamtstadt Köln und ihrer Teilräume. Betrachtet werden in einer einheitlichen Vorgehensweise (Indexwerte) verschiedene Themenfelder, wie zum Beispiel soziale Lage, demografischer Wandel und Wohnen.

Für die Auswahl der Gebiete des Programms "Starke Veedel - Starkes Köln" wurde der Index "Soziale Lage" zugrunde gelegt, der die wirtschaftlichen, politisch-kulturellen und gesundheitlichen Aspekte von Benachteiligung mit einbezieht. Der Index setzt sich zusammen aus verschiedenen Statistikdaten sowie aus Ergebnissen der Umfrage "Leben in Köln" und berücksichtigt somit sowohl "harte" statistische Daten als auch "subjektive" Einschätzungen der Befragten. Auf diese Weise können vielfältige Indikatoren einfließen, da sich Benachteiligung in weit mehr als nur in materiellen Aspekten widerspiegelt. Der Index "Soziale Lage" setzt sich wie folgt zusammen:

Wirtschaftliche Benachteiligung 

  • SGB II-Empfängerinnen und -Empfänger zwischen 15 und 65 Jahren (S)
  • Empfängerinnen und Empfänger von Hilfen zur Erziehung (S)
  • Unter 15-Jährige in SGB II-Bedarfsgemeinschaften (S)
  • Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter (SGB XII) (S)
  • Von Armut bedrohte Haushalte (U)
  • Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage (U)
  • Jugendarbeitslosigkeit (S)


Politisch-kulturelle Benachteiligung

  • Nichtwähleranteil Bundestag (S)
  • Personen, die keine kulturellen Angebote in Anspruch nehmen (U)
  • Personen, die keine kostenintensiven Freizeitangebote in Anspruch nehmen (U)
  • Keine ehrenamtliche Tätigkeit (U)


Gesundheitliche Benachteiligung

  • Übergewichtige Kinder (Schuleingangsuntersuchung) (S)
  • Personen, die keiner sportlichen Betätigung nachgehen (U)
  • U8-Teilnahmequote (S)

Auf dieser Grundlage wurden die elf Sozialräume als Programmgebiet des Integrierten Handlungskonzeptes "Starke Veedel – Starkes Köln" benannt, um mit geeigneten Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung der Gebiete beizutragen.