„Köln baut bezahlbar“ und der Bau-Turbo stehen im Mittelpunkt
Am Montag, 2. November 2026, ist das Wohnungsbauforum zu seiner zweiten Sitzung in der aktuellen Ratsperiode zusammengekommen. Im Fokus standen die Umsetzung des Ratsbeschlusses "Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle" sowie erste Erfahrungen mit der Umsetzung des sogenannten Bau-Turbos in Köln. Unter der Leitung von Oberbürgermeister Torsten Burmester bietet das Wohnungsbauforum eine Plattform für den offenen und vertrauensvollen Austausch zwischen Wohnungswirtschaft, Verwaltung und Politik zu aktuellen wohnungspolitischen Fragestellungen.
Oberbürgermeister Torsten Burmester:
Mit 'Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle' und den bundesrechtlich verankerten Instrumenten des Bau-Turbos schaffen wir einen Rahmen, um kostengünstigeres und schnelleres Bauen zu ermöglichen. Das Wohnungsbauforum ist für uns ein wichtiger Ort, um diese Maßnahmen gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft, der Politik und der Verwaltung zu diskutieren und praktische Erfahrungen frühzeitig aufzunehmen. Mir ist wichtig, dass hier sowohl Zustimmung als auch kritische Hinweise ihren Platz haben, nur so können wir die Instrumente weiterentwickeln und dafür sorgen, dass sie langfristig zu mehr bezahlbarem Wohnraum in Köln beitragen.
Mit der Initiative "Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle" hat die Stadt Köln gemeinsam mit Vertretern aus Wohnungswirtschaft, Politik, Planung und Baupraxis konkrete Lösungen entwickelt, um schneller, einfacher und kostengünstiger zu planen und zu bauen. Kommunale Vorgaben und Baustandards wurden auf den Prüfstand gestellt, Prozesse hinterfragt und neue Wege der Zusammenarbeit entwickelt. Insgesamt wurden rund 150 Maßnahmen mit einem maximalen Einsparpotenzial bis zu 2.700 Euro pro Quadratmeter identifiziert. Die vom Rat beschlossene Vorlage umfasst 22 Maßnahmen zur Anpassung kommunaler Vorgaben, die Baukosten bis zu 900 Euro pro Quadratmeter senken können. Die Mitglieder des Forums diskutierten die nächsten Schritte im Prozess "Köln baut bezahlbar" und gaben strukturiertes Feedback aus der Praxis, das in die weitere Umsetzung einfließt.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Erfahrungsbericht zum sogenannten Bau-Turbo. Dieser basiert auf den jüngsten Änderungen des Baugesetzbuches und damit auf bundesrechtlichen Vorgaben, die von der Stadt Köln in der Praxis angewendet werden. Anhand typischer Fallkonstellationen wurde erläutert, wie die neuen Instrumente im Baugesetzbuch genutzt werden können, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.
Köln hat hierfür einen deutlich gestrafften Abstimmungs- und Entscheidungsprozess entwickelt und vom Rat am 19. März 2026 beschließen lassen. Rund 30 Wohnungsbauvorhaben mit etwa 600 Wohneinheiten haben diesen verkürzten Prozess in nur wenigen Monaten bereits erfolgreich durchlaufen. Insgesamt befinden sich derzeit rund 150 Vorhaben in der Beratung und Abstimmung. Beispiele, für die eine Zustimmung erteilt worden sind:
- Wohnungsbauvorhaben im Bezirk Rodenkirchen, 200 Wohneinheiten (Marienhof)
- Wohnungsbauvorhaben im Bezirk Nippes, 13 Wohneinheiten (Hansenstraße)
- Wohnungsbauvorhaben im Bezirk Ehrenfeld, 23 Wohneinheiten (Rochusstraße)
- Wohnungsbauvorhaben im Bezirk Chorweiler, 52 Wohneinheiten (Further Straße)
Es handelt sich bei den Beispielen um Geschosswohnungsbau in erschlossenen und integrierten Lagen. Ein Baugenehmigungsverfahren schließt sich an oder ist bereits zum Teil erfolgreich abgeschlossen.
Insgesamt weisen die in Abstimmung befindlichen Vorhaben ein Potenzial von 3.600 Wohneinheiten auf. Dabei reichen die Projektgrößen von 1 bis 300 Wohneinheiten. Je nach Projektgröße und Fallkonstellation zeichnen sich Beschleunigungseffekte von wenigen bis mehreren Monaten ab. Damit zahlt das Kölner Modell des Bau-Turbos bereits jetzt auf die Ziele des Prozesses "Köln baut bezahlbar" ein.
Weitere Informationen zum Wohnungsbauforum sind verfügbar unter: https://www.stadt-koeln.de/artikel/65856/index.html