Vorstellung erster Prüfergebnisse auf Basis des Planungsbeschlusses des Rates
Am Dienstag, 3. November 2026, fand ein Fachgespräch zur Ost-West-Achse statt. Daran nahmen mehr als 20 Vertreter*innen der organisierten Stadtgesellschaft aus den Bereichen Mobilität, Wirtschaft und Zivilgesellschaft teil.
Das Fachgespräch knüpfte an die 10. Sitzung des Politischen Begleitgremiums vom Donnerstag, 15. Oktober 2026, an. In dieser Sitzung stellten die Verwaltung und die KVB erste Ergebnisse der laufenden Planungen vor. Grundlage hierfür ist der erweiterte Planungsbeschluss des Rates der Stadt Köln vom 3. April 2025, der zusätzliche Prüfaufträge umfasst.
Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität der Stadt Köln, eröffnete die Sitzung:
Ich freue mich, dass wir heute wieder zusammenkommen, um das Projekt gemeinsam voranzubringen. Nach dem erweiterten Planungsbeschluss des Rates und den neuen Prüfaufträgen können wir erste Ergebnisse vorlegen und damit den nächsten Abschnitt dieser wichtigen Planung gemeinsam angehen.
Durch den fachlichen Teil der Sitzung führten Projektleiterin Hildegard Heide und Teilprojektleiterin Britta Schütz für die Stadt Köln sowie Dipl.-Ing. Patrick Dahmen, Projektleiter "Fahrweg" bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB).
Neue Planungsvarianten am Heumarkt
Britta Schütz stellte die Herausforderungen vor, die sich aus dem geänderten Planungsbeschluss für den Heumarkt ergeben. Der Beschluss sieht vor, dass die Linien 1 und 7 künftig im Tunnel fahren, während die Linie 9 – anders als ursprünglich in der Tunnelalternative geplant – weiterhin oberirdisch geführt werden soll. Diese Kombination macht eine neue Planung für den Knotenpunkt Heumarkt notwendig.
Die Platzsituation am Heumarkt ist dabei besonders anspruchsvoll: Die oberirdische Führung der Linie 9 neben der Tunnelrampe für die Linien 1 und 7 hat eine hohe Trennwirkung, ist sehr raumgreifend und führt zu komplexen Knotenpunkten in der Verkehrsführung. Zusätzlich entstehen durch die Bestandsbauwerke Engstellen, die den Spielraum für die Trassierung der Linie 9 erheblich einschränken. Die Projektgruppe arbeitet an Varianten, die diese Rahmenbedingungen bestmöglich berücksichtigen. Diese wurden erstmals vorgestellt und erörtert. Die Fragen und Anmerkungen der politischen Vertreter*innen fließen in die weitere Planung ein.
Vorzugsvarianten für Bestandshaltestellen im Tunnel
Patrick Dahmen stellte im zweiten inhaltlichen Schwerpunkt der Sitzung die Vorzugsvarianten für die Haltestellen "Deutz TH" und "Fuldaer Straße" (Linien 1 und 9) vor, die im Bestandstunnel liegen und im Zuge der Kapazitätserweiterung umgebaut werden müssen. Die KVB haben für beide Haltestellen Vorzugsvarianten erarbeitet, die einen besseren Zugang und höheren Grad an Barrierefreiheit gewährleisten sollen.
Über das Politische Begleitgremium
Das Politische Begleitgremium zur "Kapazitätserweiterung auf der Ost-West-Achse" wurde am 3. Februar 2022 durch Ratsbeschluss eingerichtet, um den Austausch zwischen Politik und Verwaltung zu sichern. Ihm gehören Mitglieder der zuständigen Ausschüsse, die Bezirksbürgermeister*innen der Stadtbezirke Innenstadt, Lindenthal und Kalk sowie Vertreter*innen der KVB und der Verwaltung an. Nach den Kommunalwahlen 2025 wurde das Gremium neu aufgestellt. Ergänzend finden regelmäßig Fachgespräche mit Vertreter*innen der organisierten Stadtgesellschaft aus den Bereichen Mobilität, Wirtschaft und Zivilgesellschaft statt, um offene Fragen zu den Themen des Gremiums zu erörtern.
Über das Projekt
Das Bauvorhaben "Kapazitätserweiterung auf der Ost-West-Achse" ist ein Großprojekt mit wesentlicher Bedeutung für den ÖPNV, die Verkehrswende sowie die Entwicklung der Kölner Innenstadt. Dabei planen die Stadtverwaltung und die KVB die Infrastruktur für eine leistungsfähigere Linie 1. Das betrifft insgesamt 34 Haltestellen von "Bensberg" bis "Weiden West", an denen künftig längere Züge eingesetzt werden. Diese sind 90 statt 60 Meter lang und können rund 50 Prozent mehr Fahrgäste aufnehmen. Dafür werden fast alle Haltestellen der Linie 1 umgebaut und die Bahnsteige verlängert. Auftraggeberinnen sind die Stadt Köln und die KVB. Die ämterübergreifende "Projektgruppe Ost-West-Achse" betreut das Projekt. Sie besteht aus Mitarbeiter*innen des Amtes für Straßen und Radwegebau sowie des Amtes für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau. Die Projektgruppe arbeitet eng mit den KVB zusammen. Innerhalb des Projekts gibt es einzelne Teilprojektleitungen. So verantworten die KVB den rechtsrheinischen Ausbau inklusive der Haltestellen im Bestandstunnel. Die Projektgruppe Ost-West-Achse hat die Federführung bei der linksrheinischen Planung.