Bericht zeigt Lebensumstände in unterschiedlichen Lebensphasen auf

Die Verwaltung legt dem Rat der Stadt Köln den 2. Kölner Lebenslagenbericht vor. Der Bericht aktualisiert die Bestandsaufnahme des 1. Kölner Lebenslagenberichts aus dem Jahr 2020 über die Lebenslagen der Kölner*innen. Untersucht werden die Rahmenbedingungen, die das Leben der Menschen beeinflussen oder prägen: Gesundheit, Schul- und Berufsausbildung, Erwerbstätigkeit, materieller Lebensstandard, Wohnen, Umwelt, soziale, kulturelle und politische Einbindung. Diese Bereiche werden jeweils in vier Lebensphasen betrachtet: Kindheit und Jugend, junges Erwachsenenalter, mittleres Erwachsenenalter und Seniorenalter. Besonderes Augenmerk legt der Bericht auf strukturelle Teilhabe-Barrieren für Menschen mit internationaler Familiengeschichte und Menschen mit Behinderungen, die überdurchschnittlich armutsgefährdet sind.

Insgesamt haben sich die Lebenslagen der Kölner Bevölkerung in den vergangenen sechs Jahren trotz der Corona-Pandemie nicht wesentlich verändert.

Positive Entwicklungen zeigen sich unter anderem:

  • beim Ausbau der Kinderbetreuung, beispielsweise stand 2023 für 98 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen ein Platz in einer Kita oder einer Kindertagespflege zur Verfügung (2018 waren es 90 Prozent), bei den unter Dreijährigen waren es 49 Prozent (2018 waren es 40 Prozent)
  • bei der Arbeitsmarktintegration, dies zeigt sich in einer Abnahme der Bezugsquoten von SGB II-Leistungen bei den 15 bis 24-Jährigen von (12,6 Prozent in 2018 auf 9,4 Prozent in 2022), insbesondere bei den Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (von 30,5 Prozent in 2018 auf 20,2 Prozent in 2022)
  • durch eine deutlich höhere Wahlbeteiligung an der Bundestagswahl 2025 insgesamt, insbesondere in den Stadtteilen der Sozialraumgebiete wo sie im Jahr 2025 zwischen 59,1 Prozent und 86,5 Prozent lag (2017 zwischen 46 Prozent und 62 Prozent).

Weiterhin große Herausforderungen gibt es:

  • bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen (Anstieg von 20.000 Personen im Jahr 2018 auf 23.987 Personen im Jahr 2024)
  • beim Ausbau der Pflegeinfrastruktur, insbesondere den stationären Dauerpflegeplätzen (Rückgang von 12,3 Plätzen je 100 Personen über 80 Jahre im Jahr 2019 auf 11,4 Plätze je 100 Personen über 80 Jahre im Jahr 2022)
  • im Bereich der Kindergesundheit liegen die Anteile der Kinder mit mindestens Übergewicht in Sozialraumgebieten mit 16 Prozent weiterhin etwa doppelt so hoch wie im übrigen Stadtgebiet
  • beim höheren Armutsrisiko von Alleinerziehenden in Köln von 61 Prozent im Jahr 2023 (24 Prozent aller Kölner*innen haben ein Armutsrisiko), von Haushalten mit drei und mehr Kindern (41 Prozent) sowie von Senior*innen mit internationaler Familiengeschichte (48 Prozent)

Der neue Lebenslagenbericht verdeutlicht uns eindrucksvoll wichtige soziale Herausforderungen. Wir erhalten Hinweise, wo unsere sozialen Schutzschirme wirken und an welchen Stellen wir gezielt nachsteuern müssen. Der Bericht soll uns in Politik und Verwaltung sowie unsere Partnerorganisationen auch darin unterstützen, noch wirksamer zu werden. Eine weitere Verringerung der Ungleichverteilung wichtiger Lebensgrundlagen wird in unserer bewegten Zeit immer bedeutsamer und angesichts angespannter Haushaltslagen immer herausfordernder,

sagt Dr. Harald Rau, Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen der Stadt Köln.

Der vollständige Bericht ist abrufbar unter: SessionNet | 2. Kölner Lebenslagenbericht

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