Maßnahmen, Handlungsspielräume und Orientierung zum Klimawandel
Die Stadtverwaltung hat auf Basis der bereits bestehenden Pläne und Analysen zum Hitzeschutz und Klimawandel ein integriertes Konzept erstellt, um gezielt Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung ableiten und umsetzen zu können. Bisherige Grundlagen sind zum Beispiel der Hitzeaktionsplan der Stadt Köln, der Masterplan Stadtgrün oder der Leitfaden "Wassersensibel planen und bauen in Köln" der Stadtentwässerungsbetriebe Köln.
Das Integrierte Klimaanpassungskonzept (IKA Köln) hat nun konkrete Handlungsansätze identifiziert, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Dieses beinhaltet unter anderem Maßnahmen zur Stärkung der grünen Infrastruktur, wie zum Beispiel eine Entsiegelung von Flächen, die Anlage von "Pocket Parks" und Grünflächen, aber auch die Installation von Elementen zur Vernebelung von Wasser, um die Umgebung an Hitzetagen zu kühlen. Zur Finanzierung der voraussichtlichen Gesamtkosten in Höhe von rund 150 Millionen Euro sollen hierfür die Fördermöglichkeiten des Landes im Rahmen des Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetzes (LuKIFG) von voraussichtlich rund 104 Millionen Euro sowie weitere Drittmittel in Anspruch genommen werden.
Das IKA Köln soll am 24. September 2026 als Beschlussvorlage in die Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün eingebracht und im weiteren Beratungslauf den Bezirksvertretungen vorgelegt werden. Eine Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Köln ist für die Sitzung am 10. Dezember 2026 geplant. Im Juni 2023 hatte der Rat der Stadt Köln die Verwaltung aufgefordert, eine Bestandsaufnahme und Strategie zur Integrierten Klimafolgenanpassung zu erstellen.
Die Folgen des Klimawandels sind in Köln längst spürbar angekommen. Die Lage in der Kölner Bucht führt bereits heute zu überdurchschnittlich hohen Temperaturmittelwerten. Gleichzeitig hat der aktuelle Hitzesommer deutlich vor Augen geführt, dass Extremereignisse wie Hitzewellen oder Trockenperioden an Häufigkeit und Intensität zunehmen. Durch die steigenden Temperaturen werden extreme Wetterlagen begünstigt, die ebenfalls zu einer Zunahme von Starkregenereignissen führen. Daher haben die Stadtentwässerungsbetriebe Köln einen wesentlichen Anteil an der Erstellung des IKA Köln als beteiligter Projektpartner und an der Umsetzung von Maßnahmen nach dem Schwammstadtprinzip. Mit dem Integrierten Klimaanpassungskonzept schafft die Stadt Köln eine wichtige Grundlage, um den Herausforderungen des Klimawandels aktiv zu begegnen und die Stadt resilienter, nachhaltiger und lebenswerter zu gestalten. Grundlage sind die gesetzlichen Vorgaben auf Bundes- und Landesebene, die Kommunen dazu verpflichten, Strategien zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen zu entwickeln.
Oberbürgermeister Torsten Burmester:
Klimaanpassung ist eine zentrale Zukunftsaufgabe, um unsere Stadt widerstandsfähiger zu machen. Köln muss sich auf die Veränderungen vorbereiten, die der Klimawandel mit sich bringt. Mit dem Integrierten Klimaanpassungskonzept schaffen wir einen Orientierungsrahmen. Dabei bauen wir auf dem auf, was in Köln bereits geleistet wird, und führen die vielfältigen Aktivitäten zu einer gemeinsamen Strategie zusammen. Die Investitionsmittel aus dem Länder-und-Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz ermöglichen es uns, trotz der angespannten Haushaltslage konkrete Maßnahmen in die Umsetzung zu bringen.
William Wolfgramm, Beigeordneter für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften der Stadt Köln:
Der Hitzesommer 2026 hat spürbar gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Das IKA Köln gibt uns dafür einen Rahmen und über die Inanspruchnahme der Fördermittel eine Finanzierung zur Umsetzung.
Bereits heute setzt die Stadt zahlreiche Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen um, die einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. Diese bestehenden Aktivitäten werden im Rahmen des IKA Köln erstmals gebündelt und systematisch in einer gesamtstädtischen Strategie zusammengeführt. Im Fokus stehen insbesondere die Themen Hitze, Starkregen, Trockenheit und Hochwasser. Ziel des Klimaanpassungsprozesses ist es, dringliche Handlungserfordernisse frühzeitig zu erkennen und daraus Prioritäten für die kommenden Jahre abzuleiten.
Das Konzept ist in einen Analyse- und in einen Strategieabschnitt unterteilt. Nach einer Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten der Stadt Köln wurde eine räumliche Betroffenheitsanalyse erstellt. Deren zentrales Ergebnis ist eine Hotspotkarte. Sie zeigt die jeweils am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffenen Stadtbereiche. Darauf aufbauend sind im Rahmen der Strategieentwicklung Ziele erarbeitet und Handlungserfordernisse ermittelt worden. Praxisorientierte Planungshilfen, darunter eine Leitkarte zur Orientierung bei zukünftigen Planungen sowie ein Entwurfsbaukasten für klimaangepasstes Bauen, ergänzen den Strategieteil. Diese Instrumente sollen dabei helfen, Klimaanpassung frühzeitig und dauerhaft in Planungs- und Bauprozesse zu integrieren. Im folgenden Schritt wurden konkrete Maßnahmen identifiziert, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen.
Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehört unter anderem die Schaffung von neuen "Pocket Parks". Diese sollen in hitzebelasteten Quartieren mit defizitärer Grünversorgung kühle Rückzugsorte bilden und zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung beitragen. Der Anpassung an den Klimawandel soll ebenfalls mit dem Projekt "Kühle Stadtplätze" Rechnung getragen werden: Neue "Veedelplätze" sollen entsiegelt und begrünt werden und so den öffentlichen Raum aufwerten. Außerdem ist in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald der Aufbau eines stadtweiten Netzes von Waldinseln zur Förderung von Klimaresilienz und Biodiversität geplant.
In einem nächsten Schritt soll ein "Integrierter Aktionsplan Klimaanpassung" erarbeitet werden, der sowohl die bereits vorhandenen als auch neue Maßnahmen weiterentwickelt. Der Aktionsplan soll dabei als fortschreibbares Umsetzungsinstrument angelegt werden. Damit wird die strategische Ebene des IKA Köln im weiteren Prozess schrittweise in die räumlich und zeitlich konkretisierte Umsetzung gebracht. Dabei soll auch die lokale Expertise der Bezirksvertretungen einfließen. Die bezirksbezogenen Maßnahmen des Aktionsplans sollen mit den Bezirksvertretungen beraten und anschließend den jeweils zuständigen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Weitere Informationen zum geplanten Konzept unter: SessionNet | Integriertes Klimaanpassungskonzept IKA Köln inklusive Maßnahmenpakete Klimawandelanpassung
Informationen zum Gesamtprojekt "Integrierte Klimaanpassung" sind abrufbar unter www.stadt-koeln.de/ika