Ein Blick auf das Thema Wohnen zwischen Realität und Möglichkeit

© GRUND/RISS langeschmidt, Kunst an Kölner Litfaßsäulen 2026, Foto: N. Müseler
GRUND/RISS langeschmidt

Mit dem Motiv "GRUND/RISS" präsentieren die Dresdner Künstlerinnen Hanne Lange und Juliane Schmidt im Mai 2026 eine neue künstlerische Arbeit im Rahmen des Projekts "Kunst an Kölner Litfaßsäulen". Das Künstlerinnenduo, das unter dem Namen "langeschmidt" arbeitet, setzt sich in seiner aktuellen Arbeit mit den sozialen und ökonomischen Bedingungen des Wohnens in der Stadt auseinander.  

Ausgangspunkt der Arbeit ist eine einfache, zugleich drängende Frage: Wer kann heute noch wie und wo wohnen? Steigende Mieten, knapper Wohnraum und wachsende soziale Ungleichheit prägen das Leben in urbanen Räumen – auch in Köln. "GRUND/RISS" greift diese Entwicklungen auf und übersetzt sie in eine visuelle Form, die zwischen Dokumentation und Abstraktion oszilliert. Das Motiv basiert auf realen Wohnungsangeboten, die über digitale Immobilienportale recherchiert wurden. Unter festgelegten Parametern – Köln, maximale Kaltmiete von 1.000 Euro, drei Zimmer – ergab sich ein äußerst begrenztes Angebot. Die Grundrisse dieser Wohnungen werden in der Arbeit übereinandergelegt und verdichtet. So entsteht eine hypothetische Wohnfläche, die zugleich Möglichkeitsraum und kritischer Kommentar ist.

Formal knüpft "GRUND/RISS" an die Geschichte der Litfaßsäule als analogem Informationsort an. Wohnungsanzeigen, die früher auf Papier im Stadtraum zirkulierten, wurden überklebt, fragmentiert und neu zusammengesetzt. Dieses Prinzip der Überlagerung greifen Lange und Schmidt auf und übertragen es in eine reduzierte, grafische Bildsprache. Flächen verschieben sich, Grenzen verschwimmen – ein visuelles Echo auf die Instabilität gegenwärtiger Wohnverhältnisse. Die Künstlerinnen verfolgen dabei einen konzeptuellen Ansatz, der sich durch Reduktion und Präzision auszeichnet. Ihre Arbeiten entstehen aus der Beobachtung alltäglicher Prozesse, die sie abstrahieren und fragmentieren. In "GRUND/RISS" wird diese Methode zu einem Instrument gesellschaftlicher Analyse: Wohnen erscheint nicht als selbstverständliche Grundlage, sondern als umkämpfte Ressource.  

Die Dresdner Künstlerinnen Hanne Lange und Juliane Schmidt gründeten 2025 die Arbeitsgemeinschaft "langeschmidt" für Projekte im Bereich Kunst am Bau. Beide verbindet ein Interesse an klaren formalen Setzungen sowie an der künstlerischen Untersuchung sozialer Strukturen und gesellschaftlicher Prozesse. Ihre Zusammenarbeit bündelt unterschiedliche Perspektiven zu einer gemeinsamen visuellen Sprache, die sich durch analytische Schärfe und reduzierte Formensprache auszeichnet. Das Motiv "GRUND/RISS" ist bis Mitte Juni 2026 auf den 27 Kunstsäulen im gesamten Kölner Stadtgebiet zu sehen. Vom 29. bis 31. Mai 2026 werden Hanne Lange und Juliane Schmidt persönlich zu Gast in Köln sein.  

Weitere Informationen unter:

HANNE LANGE

Juliane Schmidt

Kunst an Kölner Litfaßsäulen

 

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit