Im Königsforst getestete Skibergsteiger-Ausrüstung kommt ins Kölnische Stadtmuseum
Köln ist eine Sportstadt – geprägt durch eine große Vielfalt an Vereinen, durch Breiten- und Leistungssport, durch internationale Ereignisse und volle Stadien, aber auch durch viele individuelle sportliche Geschichten. Eine solche Geschichte, eng verbunden mit der Sektion Rheinland-Köln des Deutschen Alpenvereins e.V. (DAV), wird nun Teil der Sammlung des Kölnischen Stadtmuseums. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Kölner Alpenvereins übernimmt das Kölnische Stadtmuseum am 3. März 2026 eine vollständige Skibergsteiger-Ausrüstung in seinen Sammlungsbestand. Die Tourenski samt Stöcken, Steigfellen und Harscheisen stammen aus dem Besitz von Reinhold Kruse, dem früheren Archivar der Kölner Sektion des DAV.
Die jetzt in den Museumsbestand übergehende Ausrüstung war bei anspruchsvollen Skitouren im Hochgebirge im Einsatz – und zugleich bei der "Wintererstbesteigung" des "Monte Troodelöh" im Königsforst 2009. Der Monte Troodelöh wurde 1999 als höchste natürliche Erhebung Kölns identifiziert; unter Federführung des DAV und der Beteiligung von Reinhold Kruse wurde dort im Jahr 2001, vor 25 Jahren, ein Gipfelkreuz mit Bronzetafel errichtet. Die Bedeutung des Monte Troodelöh liegt weniger in den Höhenmetern (nur 118,04 Meter) als in der emotionalen Verbundenheit vieler Kölner*innen mit diesem Ort und dem Königsforst.
Mit der Übernahme der Skibergsteiger-Ausrüstung würdigt das Kölnische Stadtmuseum zugleich die Bedeutung des Kölner Alpenvereins für die Stadt. Die Kölner Sektion wurde 1876 gegründet und feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Mit mehr als 26.000 Mitgliedern ist der Kölner Alpenverein der zweitgrößte Sportverein Kölns, nach dem 1. FC Köln. Über Generationen hinweg hat der DAV den Berg- und Wintersport in Köln zugänglich gemacht. Und er bringt nicht nur die Menschen, sondern auch den Namen der Stadt in die Berge. Beispielsweise mit der Kölner Hütte in den Dolomiten oder der oberhalb gelegenen sogenannten Kölner Spitze.
Museumsdirektor Dr. Matthias Hamann betont:
Diese Skier erzählen von der liebevollen, von Humor geprägten Verbindung der Kölner*innen zu 'ihrem' Berg im Königsforst. Sportgeschichte entsteht nicht nur in Stadien, sondern auch mitten im Alltag – im Wald, auf den Wiesen, im Verein oder im Ehrenamt. Sport braucht nicht immer die große Kulisse, sondern oft einfach nur Begeisterung.
Skibergsteigen ist in diesem Jahr erstmals olympische Disziplin. Bei dieser Sportart erklimmen die Athlet*innen die Gipfel nicht mit einem Lift, sondern aus eigener Kraft, mit Hilfe von Fellen und Harscheisen.
Die Übergabe der Skibergsteiger-Ausrüstung findet in der Open Space-Ausstellung "Köln an einem Wintertag" im Foyer des Museums statt, die noch bis 22. März 2026 Familien einlädt, gemeinsam und kostenfrei den Kölner Winter zu entdecken.