Für das Humboldt-Gymnasium am Kartäuserwall errichten wir eine Erweiterung in Holzmodulbauweise. Am 22. Juni 2026 haben wir auf der Baustelle Richtfest gefeiert. Unter anderem mit Bürgermeisterin Derya Karadag, dem Schulleiter Michael Wittka-Jelen, der Architektin Gesine Appel aus dem Büro baut Architektur und Jannis Bruns, dem Projektleiter des beauftragten Totalunternehmens Blumer-Lehmann GmbH. Es entstehen 17 weitere Klassen- und Fachräume, ein neuer Schulkiosk, ein Sanitätsraum sowie eine zusätzliche Einfachturnhalle. Für das Bauprojekt ist ein Gesamtbudget von rund 20,6 Millionen Euro inklusive Risikoreserve vorgesehen. Die Fertigstellung planen wir im Herbst 2026. Baubeginn war im April 2025.

Osterather Straße, Schulerweiterungsneubau, © Stadt Köln / Martina Goyert © Stadt Köln / Martina Goyert
Erweiterungsneubau für die Katholische Grundschule Osterather Straße in Holzmodulbauweise

Modernste Modulbauten für Schulen bauen wir seit dem Jahr 2018 vermehrt. In dem Jahr konnten wir der Katholischen Grundschule Fußfallstraße in Merheim einen Erweiterungsbau übergeben. In gleicher Bauart realisierten wir an der Heßhofstraße in Vingst für die dortige Katholische Grundschule sowie die benachbarte Heinzelmännchen-Schule zusätzliche Gebäude. In der Nußbaumerstraße in Neuehrenfeld wurde eine Mensa mit Küche für die dortige Gemeinschaftsgrundschule in Modulbauweise errichtet. Darüber hinaus wurde 2018 eine Modulbau-Mensa an die Gesamtschule Dellbrücker Mauspfad übergeben. Inzwischen errichten wir noch häufiger Modulbauten, um dringend erforderliche Lehrräume schneller bereitstellen zu können. Und seit der Rat uns 2019 zudem beauftragt hat, vermehrt Holzbaustoffe in Schulbauprojekten zu verwenden, geschieht dies häufiger auch in Holzmodulbauweise. 2022 erfolgten bereits die ersten Fertigstellungen in dieser Bauweise zur Erweiterung der Förderschule Berliner Straße sowie der Förderschule an der Soldiner Straße. Auch Am Rosenmaar haben wir Holz verwendet.   

 

Holzbauten - von Natur aus gut
© Stadt Köln / Matthias Meurer
© Stadt Köln / Matthias Meurer
© Stadt Köln / Matthias Meurer

Zuletzt wurde ein Erweiterungsbau aus Holzmodulen für die Katholische Grundschule Osterather Straße in Bilderstöckchen fertiggestellt. Mit dem Modulbau gewinnt die Schule, die von zweieinhalb auf drei Züge erweitert wurde, fünf Klassenräume, drei Ganztagsbetreuungsräume, einen Gruppenraum, Lehrerstationen, ein Ganztagsbüro sowie Nebenräume, eine Küche und eine Mensa hinzu. Der Bau nach einem Entwurf aus dem Büro baut.architektur fügt sich harmonisch in die Umgebung zwischen dem denkmalgeschützten und sanierten Altbau, der modernisierten Turnhalle sowie den benachbarten Wohnbebauung ein.  

© Stadt Köln / Martina Goyert

Farbgebung und Formsprache wirken beruhigend und spannend zugleich, indem neue Sichtbeziehungen geschaffen wurden, die auch pädagogisch so gewollt sind. In der so genannten Clusterbauweise sind Ein- und Ausblicke zwischen Klassenzimmern und den benachbarten Gemeinschaftsbereichen aus Gründen der Aufsicht gewollt. Auch der Pausenhof mit seinen Untergründen, Materialien und Klettermöglichkeiten wurde im Zuge der Baumaßnahme erneuert und aufgewertet. Mit dem Erweiterungsbau haben wir rund 10 Millionen Euro brutto in diesen Schulstandort investiert. 

Wie funktioniert das Baukastenprinzip?

© Global Estate GmbH / Alfred Mithöfer
Modulmontage für eine Mensa am Dellbrücker Mauspfad

Module sind einzelne Elemente aus Holz, Stahl oder Stahlbeton, die in Systembauweise zusammengefügt werden. Dabei machen wir uns ein System ähnlich dem bei Fertighäusern zu Nutze. Die Bauteile werden industriell vorgefertigt angeliefert und vor Ort montiert. Zeitgleich können Arbeiten vor Ort erfolgen, wie etwa Erd- und Fundamentarbeiten. Die Bauteile, die je nach Anbieterfirma bereits mit Fenstern, Sanitärinstallationen oder Ähnlichem ausgestattet sind, werden angeliefert und vor Ort nur noch zusammengesetzt. Die Vorfertigung im Werk ist frei von Witterungseinflüssen, kann also ganzjährig sowie im Schichtbetrieb erfolgen. Zusätzlich haben wir so deutlich weniger Schnittstellen im Zusammenhang mit Aufträgen oder Rechnungen, da wir jeweils nur einen oder wenige Vertragspartner*innen haben. Es gibt unterschiedliche Vorfertigungsgrade von Modulen, angefangen von einzelnen Bauteilen bis hin zu komplett ausgestatteten Raumzellen. Es können ganze Gebäude in Modulbauweise realisiert werden oder nur einzelne Bauteile, wie Fassaden und Wandelemente. 

Worin sich Module von Containern unterscheiden

Anders als Container sind Modulbauten genauso hochwertig und langlebig wie konventionell errichtete Bauten. Module lassen sich nahezu beliebig kombinieren und ermöglichen so immer neue Zuschnitte beziehungsweise Grundrisse. Sie sind zu dämmen und mit unterschiedlichen Fassadenmaterial zu verkleiden wie bei massiven Bauweisen. Sie sind hinsichtlich der Flächenplanung im Rahmen der jeweiligen Produktionsstätte individueller gestaltbar. Modulbauten lassen mehr Geschosse sowie mehr Möglichkeiten der Ausstattung als Container zu. Somit lassen sich aktuellste pädagogischen Raumkonzepte baulich verwirklichen. 

Erste modulare Schultoilettenanlage

In einem Modellprojekt haben wir für die Heideschule in Wahn die erste modulare Schultoilettenanlage realisiert. Nach weniger als vier Wochen Bauzeit kann der neue Sanitärbereich seit Oktober 2024 von der Schule genutzt werden. Die schnelle Umsetzung war durch ein innovatives Sanierungskonzept per Klicksystem möglich, das auf dem Markt bislang einzigartig ist. Neben der schnellen Bauzeit und somit auch kürzeren Einschränkung für die Nutzenden, bringt das Verfahren aber noch viele weitere Vorteile mit.

© Stadt Köln / Sabine Große-Wortmann
© Stadt Köln / Sabine Große-Wortmann
© Stadt Köln / Sabine Große-Wortmann

Die im Werk vorgefertigten Wandelemente bestehen aus widerstandsfähigem und recycelten Purenit-Hartschaumplatten mit doppeltem Abdichtungssystem. Diese sind nicht nur schnell montiert, es entfallen auch lange Trocknungszeiten. Beschädigte Platten können außerdem bei Bedarf einfach und schnell ausgetauscht werden. Der aus Acrylharz bestehende Bodenbelag verhindert, dass sich Urin in Fliesenfugen absetzen kann. Dadurch kommt es zu keiner unangenehmen Geruchsbildung. Für uns besteht zudem ein viel geringerer Planungs- und Koordinierungsaufwand, da nahezu die gesamte Planungs- und Ausführungsübernahme durch die Anbieterfirma erfolgt. 

Grundschulen für Kalk, Junkersdorf und Marienburg

In Kalk an der Ecke Vietorstraße/Thessaloniki-Allee, in Junkersdorf an der Alfons-Nowak-Straße und in Marienburg an der Gaedestraße haben wir jeweils in nur 21 Monaten Bauzeit drei neue Grundschulen mit Turnhallen mit Hilfe der seriellen Herstellung realisiert. Zugute kam uns, dass alle drei Schulen über ähnliche Raumprogramm verfügten, so dass wir alle drei Standorte in einem Paket ausschreiben konnten, wodurch die Bauzeit nochmals verringert werden konnte. Die Vietorstraße wird von der Katholischen Grundschule Kapitelstraße bezogen, bei der Alfons-Nowak-Schule und der Gaedestraße handelt es sich um Schulneugründungen. Die Vietorstraße wird von der Katholischen Grundschule Kapitelstraße bezogen, bei der Alfons-Nowak-Schule und der Gaedestraße handelt es sich um Schulneugründungen, die  je drei Eingangsklassen pro Jahr haben.

© Stadt Köln / Matthias Meurer
Eins von 154 Raummodulen an einem Kranausleger hängend an der Thessaloniki-Allee

Die Unterrichtsräume haben wir in überschaubare Einheiten, sogenannte Lerncluster, gegliedert. Hierbei werden die Jahrgangsstufen räumlich in eigenen, für die Kinder überschaubaren Bereichen zusammengefasst. Flexible Zonen dienen neben der Erschließung der Klassenräume auch als Unterrichtsbereiche. Ergänzt wird das Raumangebot durch offene und geschlossene Gruppenräume und Räume für den offenen Ganztag. Alle drei Schulen haben wir in klimaschonender Passivhaus-Bauweise errichten lassen. Die Flachdächer der Schulgebäude haben eine extensive Dachbegrünung, die Dächer der Turnhallen wurden mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Die Wärmeversorgung der Grundschule Gaedestraße und der Katholischen Grundschule Thessaloniki-Allee erfolgt über umweltfreundliche Fernwärme. Dies war in der Statthalterhofallee nicht möglich, da dort kein Fernwärmenetz in der Nähe zur Verfügung stand. Dort erfolgt die Wärmeversorgung mittels Brennwertkessel.

© Stadt Köln / Martina Goyert
© Stadt Köln / Martina Goyert
© Stadt Köln / Martina Goyert

Grundschule Porz in modernen Stahlmodulbauten ausgelagert

© Stadt Köln / Timm Bourry

Die Grundschule Porz in der Hauptstraße 432 haben wir zum Start des Schuljahres 2021/2022 in einen hochmodernen Stahlmodulbau ausgelagert bis für sie Neubauten errichtet werden können. Die neue Mensa in Stahlmodulbauweise wurde bereits im Januar 2021 in Betrieb genommen. Die Altbauten der Schule, ein dreigeschossiger Bau mit Flachdach sowie einem stillgelegten Lehrschwimmbecken, stammen aus den 1950er-Jahren und befinden sich in einem baulich schlechten Zustand. Da die Auslagerung der Schule auf einem Teil des großzügigen Schulhofbereiches realisiert werden konnte, war es möglich, den Schulbetrieb am Standort aufrechtzuerhalten. 

Die beiden zweigeschossigen Modulbauten mit einer Grundfläche von mehr als 3.100 Quadratmetern sind parallel zueinander angeordnet und von der Josefstraße aus zu erreichen. Die Hauptzugänge der Erdgeschosse erfolgen über eine rampenähnliche Zuwegung und über Treppenanlagen. Gemeinsam bieten beide Gebäude Platz für insgesamt 14 Klassen- und mehrere Nebenräume für die Schulverwaltung, Lehrkräfte, den Differenzierungsunterricht und Mehrzweckbedarf sowie zur Betreuung.

Zusätzlich sind ein Forum für Schulveranstaltungen und eine Bibliothek untergebracht. Alle Klassenzimmer verfügen über ein Waschbecken mit Kaltwasseranschluss, PC-Anschlüsse und Internetzugang. Die Obergeschosse werden über innenliegende Treppenhäuser und die Sanitäranlagen über die Flure erschlossen. Insgesamt bestehen die Häuser aus 184 Moduleinheiten mit nahezu identisch ausgestatteten Raummodulen, die zum größten Teil aus den Klassenräumen bestehen. Die rund 350 Quadratmeter große, eingeschossige Mensa mit Warte- und Ausgabebereich sowie Küche und Nebenräumen wurde aus Platzgründen nicht direkt neben den Klassenbauten errichtet. Sie wurde an der Straßenseite zur Hauptstraße hin realisiert und ist über eine direkte Zuwegung auf dem Schulgelände erreichbar. Die Anlieferung erfolgt von der Hauptstraße aus.

Ringtausch für sechs Innenstadt-Schulen

© Alho

Für sechs dringend erneuerungsbedürftige Schulen an fünf Standorten in der Innenstadt haben wir an der Kreutzerstraße 11 und am Venloer Wall 13b in modularer Bauweise zwei Ausweichquartiere geschaffen. Diese werden aktuell von der Grundschule Antwerpener Straße und der Montessori-Grundschule Gilbachstraße genutzt, bis ihre eigentlichen Gebäude saniert oder neu gebaut worden sind. Danach können die Schulstandorte Balthasarstraße (Grundschule), Bernhard-Letterhaus-Straße (Grund- und Gesamtschule sowie „Freie Schule“) und Blumenthalstraße (Förderschule) nacheinander im Ringtausch dorthin ausgelagert werden bis ihre Schulen saniert oder neu gebaut sind. Die Grundstücke aller sechs Schulen sind zu klein, um sie auf ihrem eigenen Grundstück auszulagern. Mit dem Ringtausch sichern wir 700 bestehende Schulplätze und schaffen im Rahmen der Sanierungen und Neubauten 120 neue Schulplätze.