Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben wir im Dezember 2019 den offiziellen Baubeginn für die Heliosschulen eingeläutet. Die "Inklusiven Universitätsschulen Köln" werden aus einer Grund- und einer Gesamtschule bestehen und die erste bundesdeutsche Praxisschule, in der als Außenstelle der Universität zu Köln Lehramtsstudierende neben ihrer Theorie an der Hochschule auch praktisch auf ihr künftiges Arbeitsfeld vorbereitet werden. Aber auch planerisch, genehmigungsrechtlich und baulich stellen sie für uns als Bauherrin ein Novum dar. Wir bauen hier erstmals offene Lernlandschaften, die es so noch nie gab, und sind damit ein Modellprojekt für ganz Nordrhein-Westfalen.

Die Fertigstellung der Baugrube und Bodensanierung sind im Jahr 2019 erfolgt. Dazu mussten mit Großbohrgerät 109 Löcher gebohrt werden, in die die Träger für die Trägerbohlwand eingebracht werden, die die Baugrube sichert, und nach Kampfmitteln gesucht werden. Dann wurde die Baustelle eingerichtet. Bald beginnen die Rohbauarbeiten. Anschließend folgen der Innenausbau, die Gebäudetechnik sowie die Außenanlagen. 

© Thilo Schmülgen
Die Baugrube entlang des Ehrenfeldgürtels mit der Schülerschaft beim Spatenstich und dem Helios-Turm im Hintergrund.

Zum vierten Quartal 2024 sollen die Schulgebäude fertiggestellt sein und zur Nutzung übergeben werden. In den Gesamtbaukosten für die Schulen und Hallen von rund 94 Millionen Euro sind für die Ausstattung und Einrichtung rund 3,08 Millionen Euro enthalten. Geschaffen werden damit rund 21.000 Quadratmeter Nutzfläche.

Auf dem ehemaligen Heliosgelände mussten für den Schulneubau zuvor Gebäude abgebrochen werden. Darunter auch die Musik- und Kulturstätte Underground. Der Schulgründungsprozess haben wir mit einem breiten gesellschaftlichen Umfeld aus Schule, Anwohnerschaft, einem wissenschaftlichen Team um Professor Dr. Kersten Reich, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft sowie dem Rektorat der Universität begleitet und mitgestaltet. 

Mit den Heliosschulen in Ehrenfeld bauen wir eine Schule für's Veedel

Der Rat hatte am 14. Februar 2019 grünes Licht gegeben und nach begonnener Planung dem Bau der Heliosschulen zugestimmt. Auf dem ehemaligen Helios-Gelände an der Vogelsanger Straße in Ehrenfeld realisieren wir eine städtische Grund- und Gesamtschule im Ganztagsbetrieb mit Ein- und Dreifeldsporthalle unter dem Namen Heliosschulen. Dahinter verbirgt sich die erste inklusive Universitätsschule der Stadt Köln und ein bundesweites Modellprojekt der praktischen Lehrerausbildung in Kooperation mit der Universität zu Köln. Hier werden also nicht nur Kinder und Jugendliche unterrichtet, sondern dabei auch noch Lehrkräfte ausgebildet. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit. Die Schule wird, anders als andere Schulen, nicht eingezäunt, sondern sich als "Quartiersschule" zum Stadtteil hin öffnen.

Zwischen der alten Rheinlandhalle und dem Ort, wo ehemals das Underground stand, werden erstmals in Köln "offene Lernlandschaften" realisiert. Entwickelt werden hier keine herkömmlichen Klassenräume, sondern offene Etagen mit besonderen Rückzugsmöglichkeiten, die ein ganz neues Lernen ermöglichen sollen. Das ist für uns planerisch und baurechtlich besonders anspruchsvoll und spannend, da es eine solche Schule noch nie gab. Das heißt, es gibt kein Muster, auf das wir hier zurückgreifen können. Alles, was wir an Grundlagen brauchen, müssen wir nach allen modernen Standards genehmigungsfähig neu entwickeln. Das alles passierte und passiert hinter den Kulissen, noch bevor auf dem 11.000 Quadratmeter großen Grundstück mit dem Abbruch der Bestandsbauten begonnen wurde, um die Baustelle einzurichten.

Viel Arbeit parallel hinter den Kulissen, bevor der Bau sichtbar wird

Nachdem wir die Bodensanierung abgeschlossen haben, die sehr aufwändig war, erwarten wir aktuell die Baugenehmigung. Parallel arbeiten wir im Hintergrund natürlich weiter. Nach der nunmehr abgeschlossenen Entwurfsplanung, die dem Baubeschluss der Politik zugrunde lag, machen wir uns nun an die nächsten Leistungsphasen, die zu jedem Planungs- und Bauprozess gehören. Das sind die Genehmigungsplanung, die Ausführungsplanung und dann schließlich Ausschreibung und Vergabe. Erst dann wird der Bau auch für die Öffentlichkeit in Ehrenfeld tatsächlich sichtbar. Im vierten Quartal 2019 soll es so weit sein, 2024 möchten wir den Bau fertigstellen. Die reinen Baukosten werden aktuell auf  91,7 Millionen Euro geschätzt. An der zweizügigen Grundschule werden 200 Schulplätze entstehen, an der vierzügigen Gesamtschule Platz weitere 900. 

Über das Konzept der Schule

Die Heliosschule wird die erste bundesdeutsche Praxisschule, in der - als Außenstelle der Universität zu Köln - Lehramtsstudierende neben ihrer Theorie an der Hochschule auch praktisch auf ihr künftiges Arbeitsfeld vorbereitet werden. Dem inklusiven Ansatz kommen im Umkehrschluss neueste erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zugute. Den Schulgründungsprozess haben wir in einem breiten gesellschaftlichen Umfeld aus Schule, Anwohnerschaft, einem wissenschaftlichen Team um Professor Dr. Kersten Reich, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft sowie dem Rektorat der Universität kontinuierlich in gemeinsamen Beratungen und Planungen mitgestaltet.

Als Teil der Kölner Schullandschaft soll die Heliosschule, in der auch Räume für die Studierenden eingeplant werden, eine Vorbildschule sowohl für die Inklusion als auch die lebensnahe Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in Köln werden.

Die räumliche und bauliche Umsetzung des neuartigen pädagogischen Konzeptes mit seinen offenen Lernlandschaften und funktionsübergreifenden Raumzusammenhängen stellt eine besondere Herausforderung an alle Planungsbeteiligte dar. 

Sowohl in technischer, funktionaler, als auch architektonischer und atmosphärischer Hinsicht müssen neue Wege gefunden werden, die ein angenehmes Lernen gewährleisten. Themen wie die Balance von Ruhe und Interaktion, die visuelle und akustische Beherrschung des Raumes, Orientierung und das Schaffen von "Orten in der Fläche", sind von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus ist die Heliosschule, in zentraler Lage im sehr virulenten Stadtteil Ehrenfeld gelegen, mit ihren öffentlich zugänglichen Freibereichen von besonderer Bedeutung für das kulturelle Leben in diesem Viertel.

Gesamtschule "Helios", Borsigstraße

Über den Architekturwettbewerb

Von März bis Juni 2015 fand der Architekturwettbewerb statt. Als Sieger kürte das Preisgericht den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Schilling Architekten (Köln) mit Lohaus & Carl Landschaftsarchitekten + Stadtplaner (Hannover).

Ergebnis des Architekturwettbewerbs "Grund- und Gesamtschule Helios"
Heliosgelände Baubeschreibung
PDF, 315 kb

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