Zur Fertigstellung des "MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln" konnten wir nach einem aufwändigen Vergabeprozess ein Generalunternehmen (GU) für den Innenausbau und die Technische Gebäudeausrüstung verpflichten. Es hat bereits ein gemeinsamer "Kickoff" zur Zusammenarbeit stattgefunden. Die Firma koordiniert, beauftragt und kontrolliert alle Leistungen der noch ausstehenden Gewerke des Innenausbaus sowie der Technischen Gebäudeausrüstung. Sie übernimmt zudem die Gewährleistung. Die genaue Terminplanung werden wir nach der Vertragsunterzeichnung mit der Firma ausarbeiten. Das Museum wollen wir spätestens im vierten Quartal 2028 zur Nutzung übergeben. 

Zwei Arbeiter zwischen den Stahlstreben an einer der Dachpyramiden vor dem Kölner Dom.© Stadt Köln / Matthias Meurer
Blick auf die 15 Stahlpyramiden

Bei den weiteren Arbeiten im Projekt verzeichnen wir gute Fortschritte. Oberirdisch werden wir nach Karneval mit dem Rückbau der Treppe am Haupteingang zum Spanischen Bau beginnen, sobald die Witterung dies zulässt. Danach folgen der Wiederaufbau der Treppenanlage und dann die Finalisierung der Platzfläche in diesem Bereich.

Unterirdisch wollen wir bis Mitte 2026 die Grabungen zur Parcours-Erstellung in der Untergeschossebene abschließen. Die Glas-Metall-Fassadenfirma, die im Sommer 2025 Insolvenzantrag stellen musste, konnte ihre Arbeiten zunächst fortsetzen. Es stehen jedoch noch Arbeiten an Dach und Fassade sowie bei der Innenverglasung aus. Im Medienpädagogischen Zentrum fand Ende Dezember 2025 erfolgreich die letzte TÜV-Abnahme statt, um die bisherigen Elektroarbeiten zu begutachten. Die restlichen Elektroarbeiten sollen bis zum Frühjahr 2026 erfolgen. Dann werden die Lüftungs- und Trockenbauarbeiten wieder aufgenommen und finalisiert. Daran schließen sich alle technischen Abnahmen und der Inbetriebnahme-Prozess an. Dies wird bis Mitte 2026 andauern. Im Praetorium wird seit Ende des Jahres 2025 gearbeitet. Die Fertigstellung haben wir für Oktober 2026 eingeplant.

Blick in die Ausgrabung im Untergeschosse mit den Stahlrauten für das Erdgeschoss dahinter und dadurch mit dem Blick auf das Historische Rathaus.© Stadt Köln / Matthias Meurer

Entdeckungen unter Tage

Beim Tiefbau haben wir viele neue Entdeckungen in Bereichen gemacht, die so noch nie archäologisch untersucht werden konnten. Unsere Bauleitung musste sich diesen Funden täglich anpassen, denn es soll so viel wie möglich für kommende Generationen erhalten und im späteren Rundgang gezeigt werden. Die Route für den Ausstellungsparcours mussten wir daher mehrmals umplanen. Zwischen den zahlreichen römischen, christlichen und jüdischen Relikten erstellen wir Unterfangungen und Stützwände. Für diese graben sich Tiefbau und Archäologie Stück für Stück metertief unter die historischen Mauern, um alles per Hand zu sichern und ausreichend starkes Fundament zu schaffen. 

Erstellung des Museumsrundganges

© Stadt Köln / Janine Müller-Wüstenberg
Betonage für den Rundgang

Im Mai 2024 hatten wir die Parcoursstege für den Museumsrundgang in den Bereichen zwischen der Judengasse und Hospital/Portikus betoniert. Gleichzeitig liefen die Arbeiten für die Parcourserstellung am Übergang zwischen MiQua und Praetorium. Um die Lasten der Erdschichten neben dem Parcours abzufangen, haben wir die Stützmauern aus Stahlbeton mit der Bodenplatte mit Bewehrungseisen verbunden. Um den Besuchenden Einblicke in die Erdschichten und darin enthaltenden Funde zu gewährleisten, haben wir an prominenten Stellen Sichtfenster eingeplant. Diese sind verglast und hinterleuchtet, um die Befundebene würdig in Szene zu setzen.

 

Vor Betonage der Parcoursstege haben wir auch diese Bereiche ergraben und dokumentiert. Nach Freigabe der Archäologie durch die Bodendenkmalpflege, haben wir ein Trennvlies auf die Befunde aufgebracht, um diese zu schützen. Anschließend haben wir eine ebene Fläche mittels eines Schotterbettes hergestellt. Darauf kam zuerst eine Betonschicht und dann eine Abdichtung, die dafür sorgt, dass keine Feuchtigkeit von unten in die Bodenplatte eindringt oder aufsteigt. Beim Einbau der Fundamente haben wir die Archäologie ebenfalls mit einem Trennvlies geschützt. 

Den Eingang zum Museum in der Kleinen Budengasse haben wir barrierefrei erstellt. Die Treppenanlage führt nun mit einer Rampe ins künftige Museumspädagogische Zentrum, das im Spanischen Bau entsteht. Den Gehweg haben wir dazu in diesem Bereich verbreitert. Ein taktiles Leitsystem und eine barrierefreie Klingelanlage in Form einer Stele wird Menschen mit entsprechender Beeinträchtigung Erleichterung schaffen.

© Stadt Köln
© Stadt Köln / Michael Bause
© EYECATCHME. Photography

Baufortschritt im Video

Der Aufwand ist enorm, um die Spuren aus 2.000 Jahren Kölner Stadthistorie freizulegen, zu erhalten und schließlich barrierefrei erlebbar zu machen.

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