Die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Kattowitz besteht seit dem 15. März 1991. Die von Beginn an intensiven Austausche zwischen den Schulen beider Städte mündeten 1992 in eine erste Schulpartnerschaft. Regelmäßige Treffen und Jugendbegegnungen führt auch der Kölner Jugendpark durch.

Regelmäßig treffen sich ebenso die Feuerwehren beider Städte. Im Mai 2003 feierte eine Kölner Delegation mit den Kolleginnen und Kollegen in Kattowitz das 100-jährige Bestehen der dortigen Feuerwehr. Beim regelmäßig stattfindenden Friedenslauf in Köln nehmen auch immer wieder Kattowitzer Läuferinnen und Läufer erfolgreich teil.

Köln unterstützt die Partnerstadt seit dem Jahr 1991 mit materieller Hilfe, wie etwa mit Einrichtungsgegenständen für Kliniken und Schulen. Im Februar 1994 wurde der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Kattowitz e. V. gegründet, der sich intensiv für die Belange der Partnerstadt einsetzt.

Zahlen und Fakten zur Partnerstadt

Kattowitz ist eine junge Stadt, in der etwa 360.000 Menschen leben. Durch ihre günstige Lage ist sie Hauptstadt des neuen, vierten schlesischen Regierungsbezirks und auch Mittelpunkt des wirtschaftlichen Lebens des oberschlesischen Industriebezirks.

Kattowitz ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Wissenschaftszentren Polens. Bedeutend ist die Stadt in der Eisen-, Kupfer- und Zinkverarbeitung, im Maschinenbau sowie der chemischen und elektrotechnischen Industrie. Sie ist weiterhin ein Eisenbahnknotenpunkt sowie ein großes Industrie- und Kohlenbergbauzentrum.

Das Klima in Kölns Partnerstadt ist schnell beschrieben: Während jeder Jahreszeit gibt es einen großen Witterungswechsel, der es sehr schwierig macht, das Wetter genau vorauszusagen. Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen sechs und neun Grad Celsius.

Geschichte

Die Geschichte der Stadt Kattowitz beginnt schon lange vor der Gründung der Stadt. Bereits im 13. Jahrhundert wurde von Beuthener Bergleuten auf dem Territorium des heutigen Kattowitz Silber und Blei abgebaut. Wann Kattowitz genau entstanden ist, lässt sich nicht mehr exakt sagen. Ein Bericht über die Einkünfte der Kirche in Bogutschütz enthält die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1598, was auf eine etwas davor liegende Entstehung schließen lässt. Vermutlich im Jahr 1590 gründete Herzog Johann II von Ratibor Kattowitz auf dem Grund eines mittelalterlichen Hammerwerkes.
Die Stadt war zu Beginn ein armseliges Dorf mit Holzhäusern und strohgedeckten Dächern. Beurkundete Überlieferungen über den Ort sind nur selten zu finden, es sei denn, es geht um den Ort als Handelsgegenstand. Die Urkunden, die heute noch existieren, beziehen sich meist auch nicht auf Kattowitz, sondern auf die älteren Nachbargemeinden Bogutschütz, Domb und Zalenze.

Der Eisenfachmann Johann Friedrich Koulhaas leitete 1799 mit dem Kauf des Gutes die industrielle Entwicklung von Kattowitz ein. Im Jahre 1865 wurde Kattowitz der Sitz der Eisenbahndirektion in Oberschlesien und am 11. September 1866 verlieh König Wilhelm I. Kattowitz die Städteordnung.

1922 fällt Kattowitz an Polen und im Jahre 1941 wird es die Hauptstadt der Provinz Oberschlesien. In der Zeit von 1953 bis 1956 trägt die Stadt den Namen Stalinograd, benannt nach dem sowjetischen Diktator Stalin.
1968 wurde die Universität von Kattowitz gegründet, die unter anderem für ihre musikalische Ader sowie den Zweig für Internationales und Europäisches Recht sehr bekannt ist.

Kultur und Sehenswertes

In Kattowitz gibt es zwei Dinge in Hülle und Fülle: Kirchen und Museen.

Die Kirche der unbefleckten Empfängnis ist eine katholische Kirche, die zwischen 1862 und 1870 erbaut wurde. Sie ist die erste und einzige erhalten gebliebene katholische Kirche im sonst eher evangelischen Kattowitz. Eine weitere Kirche ist die aus Holz gebaute Kirche im Kosciuszki-Park, auch Erzengel St. Michael Kirche genannt. Diese Kirche ist aus dem Jahre 1510. Eine Besonderheit ist zum einen der außergewöhnliche Korpus der Holzkanzel, zum anderen der Glockenturm, der 1938 aus dem Dorf Syrynia überführt wurde.

Kattowitz hat auch einen großen jüdischen Friedhof mit einem der ältesten Gräberfelder der Stadt. 1868 gegründet und in den Jahren 1927 und 1945 erweitert, hat er in den Grundzügen immer noch die alte Anordnung der Gräber und Baumbestände. Auf diesem Friedhof sind Mitglieder der größten und verdientesten Familien der Stadt beerdigt.

In und um Kattowitz gibt es mehrere Museen, wie das Museum der Geschichte von Katowice, das Archidiözesanmuseum, das Schlesische Museum und das Staatliche Museum in Oswiecim, das 1979 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Kattowitz ist die Bergmannssiedlung "Giszowiec", eine zwischen 1908 und 1915 errichtete Musterarbeitersiedlung. Die auf Anregung von Anthon Uthemann entstandene Siedlung ist noch heute ein Unikum im europäischen Maßstab. Die für 600 Familien errichtete Gartensiedlung wurde in der Form eines Dorfes entworfen. Die Häuser sind niedrig, höchstens zweistöckig, jeweils mit einem Garten- und Wirtschaftsgebäude. Mit auf dem Siedlungsgelände errichtet wurden ein Wirtshaus, diverse Geschäfte, eine Wäscherei und eine Badeanstalt für Frauen. Leider existieren die Badeanstalt und die Wäscherei heute nicht mehr. Bis in die 70er Jahre wurde der Kontakt zwischen Stadt und Siedlung durch eine Schmalspurbahn gehalten.

Ebenfalls sehenswert ist der Stadtpalast am Wolnosci Platz. Die aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende, neorenaissance Luxusresidenz ist der Wohnsitz der Familie Goldstein, Inhaber des ortsansässigen Sägewerks. Der Architekt dieses Prachtbaus ist leider unbekannt. Im Innenraum findet man ein beeindruckendes Treppenhaus und einen Flur mit üppigen Marmorverkleidungen vor. Die reliefreiche Außenfassade, Wandmalereien und Stuckarbeiten im Innenraum runden das Ganze ab.

Das von Warschau für Oberschlesien gestiftete, 1967 errichtete Denkmal der Schlesischen Aufständischen gilt als das heimliche Wahrzeichen der Stadt. Es ist ein Symbol für die drei schlesischen Aufstände. Die Flügel stellen die drei großen schlesischen Aufstände aus den Jahren 1919, 1920 und 1921 dar und auf den Abhängen stehen die Namen der Schlachtfelder.

Partnerschaftsverein

Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft
Köln - Kattowitz e.V.

E-Mail an den Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Kattowitz
Internetseite des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Kattowitz

Kontaktadresse der Partnerstadt

Internetseite der Stadt Kattowitz