Der Zensus 2022 ist eine für Mai 2022 in Deutschland geplante Volkszählung, mit der Bevölkerungs- sowie Wohnungsdaten gewonnen werden. Es wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Dazu werden in Köln über 80.000 Personen befragt. 

Der Zensus liefert verlässliche Basiszahlen und statistische Grundlagen für Planungen und Entscheidungsfindungen auf kommunaler sowie für Landes- und Bundesebene. Für den Zensus arbeiten die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zusammen. Sie bereiten die Befragung vor, koordinieren eine einheitliche und termingerechte Durchführung und sichern die Einhaltung der Qualitätsstandards. Personen, die im Rahmen des Zensus kontaktiert werden, sind per Gesetz zur Auskunft verpflichtet. Der letzte Zensus in Köln hat 2011 stattgefunden.

Bewerbung als Interviewer*in

© Stadt Köln

In Köln werden über 80.000 Bürger*innen befragt. Dafür benötigen wir Ihre tatkräftige Unterstützung.

Sie werden im Rahmen der Haushaltebefragung und der Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften eingesetzt. Dazu wird Ihnen ein Arbeitsbezirk mit circa 120 zu erhebenden Personen im Stadtgebiet Köln zugeteilt. Für die Befragten besteht Auskunftspflicht. Die Befragungen werden vom 16. Mai bis Ende Juli 2022 bei freier Zeiteinteilung durchgeführt. Zur Vorbereitung auf die Tätigkeit findet zwischen Februar und April 2022 eine Schulung statt. Als ehrenamtlich interviewende Person erhalten Sie je nach Arbeitsaufwand eine steuerfreie Aufwandsentschädigung von bis zu circa 700 Euro.

Ihr Anforderungsprofil

  • volljährig
  • zuverlässig und genau
  • verschwiegen
  • zeitlich flexible
  • gute Deutschkenntnisse sowie
  • freundliches Auftreten und gepflegtes Äußeres

Ihre Bewerbung

Zur Bewerbung melden Sie sich bitte bei uns unter der Rufnummer 0221 / 221-36660. Gerne können Sie auch unser Online-Formular nutzen oder schreiben Sie uns eine E-Mail:

Bewerbung als Interviewende

Wofür ist der Zensus gut?

Durch die Zensusdaten werden wichtige Basisdaten erhoben, die die Grundlage für zahlreiche rechtliche Regelungen bilden. Die amtliche Zahl der Einwohnenden bildet zum Beispiel die Grundlage für die Wahlkreiseinteilung und die Stimmenverteilung im Bundesrat. Auch der Länderfinanzausgleich und der kommunale Finanzausgleich basiert auf der Anzahl der Einwohnenden.

Die Zensusergebnisse schaffen darüber hinaus die wesentlichen Grundlagen zur effizienten Planung der staatlichen Infrastruktur: Gibt es genügend Wohnungen? Brauchen wir mehr Schulen, Studienplätze oder Altenheime? Wo muss der Staat für seine Bürger*innen investieren?

Welche Methodik liegt dem Zensus zu Grunde?

Im Unterschied zu früheren Jahrzehnten erfolgt keine traditionelle Volkszählung, bei der alle Einwohnenden befragt werden. Stattdessen werden die meisten Daten aus Registern gewonnen. Diese Daten werden mit drei Umfragen ergänzt und überprüft:

  • Bei der Gebäude- und Wohnungszählung übermitteln die Eigentümer*innen Informationen zu ihren Immobilien, über die es keine flächendeckenden Verwaltungsdaten gibt.
  • Bei der Haushaltebefragung ermitteln Interviewende in zufällig ausgewählten Haushalten persönliche Daten der Bewohnenden. Diese Stichproben betreffen ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung.
  • Bei der Befragung der Sonderbereiche werden Daten über die Einwohnenden in Pflegeheimen, Justizvollzugsanstalten und anderen besonderen Einrichtungen erhoben.

Was wird erfragt?

Die Befragung der Bürger*innen umfasst folgende Inhalte: 

  • das Alter der Menschen
  • das Geschlecht
  • die Staats-Bürgerschaft
  • wie die Menschen wohnen
  • was sie arbeiten und welche Schulbildung sie haben
  • wie viele Menschen in einer Wohnung oder einem Haus zusammen wohnen.

Die Gebäude- und Wohnungs-Zählung umfasst folgende Inhalte:

  • das Baujahr der Wohnungen oder Häuser
  • die Größe der Wohnungen oder Häuser
  • die Mieten

Wie wurde ich ausgewählt?

  1. Haushaltebefragung
    Bei der Haushaltebefragung wird nur ein Teil der Bevölkerung befragt. Hier wird eine Stichprobe von Anschriften gezogen und das Ergebnis dieser Stichprobe auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet. Die Auswahl der Anschriften erfolgt auf der Grundlage eines komplexen mathematischen Zufallsverfahrens. Es werden alle zum Stichtag an einer Stichprobenanschrift lebenden Personen ermittelt und befragt. Die Ergebnisse der Befragung werden über Erhebungsstellen der Städte und Landkreise an die Statistischen Ämter übermittelt.

  2. Befragung in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften
    In Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften ist aufgrund einer relativ hohen Fluktuation oder unzureichendem Meldeverhalten von überdurchschnittlich vielen veralteten und/oder unvollständigen Angaben in den Registern auszugehen. Deshalb findet hier eine Vollerhebung statt. Das heißt, es werden zu allen Bewohner*innen Angaben erhoben.

  3. Gebäude- und Wohnungszählung
    Für die Gebäude- und Wohnungszählung werden alle privaten Eigentümer*innen von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum befragt. Ebenso werden gewerblich tätige Mehrfacheigentümer*innen und Verwalter*innen sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden oder Wohnungen befragt.

Muss ich am Zensus teilnehmen?

Ja, alle vorher zufällig ausgewählten Haushalte sind auskunftspflichtig.

Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es?

Mit Erlass der Verordnung (EG) Nummer 763/2008 hat die Europäische Union die Mitgliedstaaten verpflichtet, alle zehn Jahre eine Volks-, Gebäude- und Wohnungszählung durchzuführen. Im Jahr 2011 fand die Volkszählung erstmals mit einheitlichen Merkmalen als europaweiter Zensus statt.

In Deutschland bildet das im März 2017 verabschiedete Zensusvorbereitungsgesetz, ZensVorbG, den rechtlichen Rahmen für die vorbereitenden Arbeiten. Es regelt alle notwendigen Schritte zum Aufbau der für den registergestützten Zensus erforderlichen Infrastruktur sowie zum Aufbau und zur Pflege des Steuerungsregisters.

Die Rechtsgrundlage für die Durchführung des Zensus ist das am 3. Dezember 2019 in Kraft getretene Zensusgesetz. Im Zensusgesetz werden die Erhebungsmerkmale für die Gebäude- und Wohnungszählung, die Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis und die Erhebungen in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften festgelegt. Auch die Maßnahmen zur Gewährung des Datenschutzes und der Stichprobenumfang sind im Zensusgesetz geregelt.

Verordnung des EU-Parlaments
Gesetz zur Vorbereitung eines registergestützten Zensus Gesetz zur Durchführung des Zensus im Jahr 2022

Wie kann ich mich absichern, dass mich auch die richtigen Erhebungsbeauftragten befragen?

Alle Erhebungsbeauftragte führen einen entsprechenden Ausweis mit sich, der in Verbindung mit dem Personalausweis gültig ist. Sollten Sie sich unsicher sein, können Sie vor der Befragung gerne unsere Erhebungsstelle Zensus 2022 kontaktieren, Telefon 0221 / 221-36660.

Oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

Wie schützen Sie meine Daten?

Die Erhebungsstelle ist baulich, technisch und personell von anderen Dienststellen der Stadtverwaltung getrennt und darf nur von den Mitarbeitenden betreten werden. Die Erhebungsbeauftragten und die Mitarbeitenden in der Erhebungsstelle sind zur Wahrung des Datengeheimnisses verpflichtet und unterliegen der Schweigepflicht. Die Daten werden verschlüsselt an das Landesamt für Statistik übermittelt. Die Namen und Adressen von Befragten werden nach der Verarbeitung gelöscht.

Wie ist es generell um Datenschutz, Geheimhaltung, Anonymität bestellt?

Datenschutz und Informationssicherheit sind an den Anforderungen der neuen Datenschutz-Grundverordnung, DSGVO, ausgerichtet. Das Gesamtprojekt Zensus 2022 wird sowohl von der Aufsichtsbehörde für den Datenschutz – dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und die Informationsfreiheit – als auch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik begleitet. Die erhobenen Daten werden durch bauliche, technische und organisatorische Zugangsbeschränkungen in den Rechenzentren der statistischen Ämter gesichert. Außerdem werden Maßnahmen zur Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit getroffen, die insbesondere Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität der Daten gewährleisten. Bei der Nutzung allgemein zugänglicher Netze werden dem jeweiligen Stand der Technik entsprechende Verschlüsselungsverfahren angewendet.

Die Zensusergebnisse stammen sowohl aus vorhandenen Registern als auch aus direkten Befragungen und sind somit Einzelangaben, die besonders schutzwürdig sind. Daher werden im Verarbeitungsprozess die sensiblen Informationen wie Name und Adresse als Hilfsmerkmale behandelt, die nach der Zusammenführung der Daten gelöscht werden. Übrig bleiben nur die für die statistische Auswertung interessierenden Erhebungsmerkmale. Damit ist ein unmittelbarer Rückschluss auf eine einzelne Person, beispielsweise anhand des Namens, nicht mehr möglich.

Um das Grundrecht aller Bürger*innen auf informationelle Selbstbestimmung zu schützen und den Vorgaben des Bundesstatistikgesetzes Rechnung zu tragen, dürfen zudem aus den Veröffentlichungen des Zensus anhand einmaliger Merkmalskombinationen keinerlei Rückschlüsse auf die Angaben von Einzelpersonen oder auf andere Einzelfälle möglich sein.

Befragung primär online, der Umwelt zuliebe?

Die Befragungen sollen primär online beantwortet werden. Der Online-Fragebogen bietet sowohl für Befragte als auch für die Statistischen Ämter erhebliche Vorteile. Daten, die online eingehen, sind im Vergleich zu Daten aus Papierfragebogen genauer. Die Dauer der anschließenden Aufbereitung ist kürzer, sodass die Ergebnisse schneller veröffentlicht werden können. Und nicht zuletzt sind Online-Befragungen wesentlich ressourcen­schonender als postalische Befragungen mit gedruckten Fragebogen. Unser Ziel ist es daher, dass der Fragebogen standardmäßig online ausgefüllt wird. Das gilt für die Haushaltebefragung und ebenso für die Gebäude- und Wohnungszählung.

Weitere Informationen und Kontakt

Wir beantworten gerne Ihre Fragen:

Erhebungsstelle Zensus 2022

Telefon 0221 / 221-36660

zensus2022@stadt-koeln.de
Informationen zum Zensus 2011