Warum brauchen wir eine Stadtstrategie?

Herausforderungen und Transformationen

Köln hat sich, wie viele große Städte im nationalen und internationalen Vergleich, bereits in den letzten Jahren mit tiefgreifenden Transformationsprozessen auseinandergesetzt. Bevölkerungswachstum, demografischer Wandel, Klimawandel, Klimaschutz, ökonomischer Strukturwandel, Digitalisierung und Globalisierung sind dabei nur einige Themen, denen sich Köln auch zukünftig weiter stellen wird. Insbesondere das Stadtwachstum, das die Attraktivität der Stadt widerspiegelt und neue Anforderungen an Dichte, Zusammenleben und Flächennutzungen stellt, ist eine zentrale Herausforderung. Diese Herausforderung erfordert nicht nur Baulandmobilisierung und Schaffung von neuem Wohnraum, sondern wirkt weit in alle Lebensbereiche hinein: Sei es im Angebot von Kindergärten und Schulen, von Arbeitsplätzen, von sozialen und kulturellen Einrichtungen, in der Sicherstellung von Frei- und Erholungsräumen, in der technischen Infrastruktur oder in der Organisation der Mobilitätsangebote. Die Arbeit der kommenden Jahre bedarf einer zielgerichteten, strategischen Ausrichtung und integrierten Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft. Dabei stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: "Wie wollen wir in Köln in 2030 leben?" und "Wie positionieren wir uns im regionalen und internationalen Wettbewerb?"      

Darum braucht Köln eine Stadtstrategie

  • Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses der Stadt, den anstehenden Veränderungen und den notwendigen Planungen. 
  • Verständigung auf Prioritäten in der Umsetzung, denn nicht alle Themen können und müssen zeitgleich umgesetzt werden.
  • Themenübergreifendes Handeln, integriertes Denken und aktives Gestalten.

Ziele der Stadtstrategie

Die zentrale Aufgabe der Stadtstrategie ist es, sektorale Sichtweisen zusammenzubringen und für unsere Stadt Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Mit der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030" schafft Köln eine mittelfristige Entwicklungsperspektive und einen belastbaren Orientierungsrahmen für das nächste Jahrzehnt. Die "Kölner Perspektiven 2030" bilden die zentrale Grundlage für die Kölner Stadtentwicklung der nächsten Jahre.

Für die gesamtstädtische Ebene werden integrierte Ziele und Handlungsempfehlungen unter Beachtung von Wirkungszusammenhängen und regionalen Verflechtungen erarbeitet. Bereits bestehende, weitgehend sektoral angelegte Zielsetzungen, Konzepte und Leitlinien der Fachämter werden um gesamtstädtisch interpretierte Strategien ergänzt. Schlüsselprojekte und Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele werden aufeinander abgestimmt.

Entwicklung der Stadtstrategie

Die Stadtstrategie wird in einem zweistufigen Verfahren entwickelt: Im ersten Schritt wird eine 360-Grad-Perspektive erstellt. Im zweiten Schritt wird eine stadträumliche Perspektive entwickelt.

Verwaltungsintern haben sich dafür vier thematische Teams formiert und in regelmäßigen Terminen getagt. Sie haben die Grundlagen erarbeitet, die im weiteren Prozessverlauf mit der Öffentlichkeit diskutiert werden. In den Teams arbeiten insgesamt 42 Fachämter und Dienststellen zusammen. Die Teams haben bestehende strategische Konzepte gebündelt sowie zentrale Themen identifiziert und bewertet.

Im Juli 2017 hat der Rat die Erarbeitung und das Vorgehen für das Strategische Stadtentwicklungskonzept "Kölner Perspektiven 2030" beschlossen und die Verwaltung beauftragt, über ein europaweites Vergabeverfahren eine externe Unterstützung auszuwählen und zu beauftragen.

Seit Juli 2018 unterstützt die Arbeitsgemeinschaft, die sich aus Urbanista aus Hamburg, ASTOC aus Köln und das bureau für raumentwicklung aus Zürich zusammensetzt, den Strategieprozess.

Die 360-Grad-Perspektive

Die 360-Grad-Perspektive beschäftigt sich mit allen Stadtentwicklungsthemen, die für Köln relevant sind. Als wichtiger Meilenstein wurde dazu ein Zielgerüst entwickelt, aus dem im weiteren Prozess die Handlungsempfehlungen hervorgehen. Grundlage des Zielgerüst sind vorhandene Konzepte der Stadtverwaltung, die in vier Handlungsfeldern verwaltungsintern bearbeitet wurden: Urbanes Köln, Produktives Köln, Vernetztes Köln und Offenes Köln. Interdisziplinäre Teams haben die vorhandenen Konzepte fachübergreifend und integriert betrachtet.

Das Themenfeld Urbanes Köln ist der Frage nach einem zukunftssicheren Raum- und Funktionsgefüge Kölns gegangen und spricht das Verhältnis der Gesamtstadt zu ihrer City, zu ihren Bezirken und Quartieren sowie zu ihrem Umland an. Es fragt beispielsweise nach den unverwechselbaren Prägungen und zukunftsorientierten räumlich-funktionalen Akzentsetzungen.

Das Themenfeld Produktives Köln hat die Frage gestellt, was neue Arbeits- und Schaffenswelten ausmacht und thematisiert beispielsweise das Zusammenwirken der Themenfelder Kultur und Medien, Wissenschaft und Forschung sowie Wirtschaft, Arbeit und Einzelhandel.

Das Themenfeld Vernetztes Köln spricht die Fragen einer zukunftssicheren "Infrastruktur" im umfassenden Sinne an und setzt sich beispielsweise vom Klimaschutz und Smart City, über die Grünversorgung und Freiraumentwicklung, Mobilität und Stadtlogistik bis hin zu regionalen Verflechtungen mit allen wichtigen Themen der natürlichen und technischen Daseinsvorsorge auseinander.

Das Themenfeld Offenes Köln hat die sozialen Erfordernisse von Teilhabe- und Mitwirkungsmöglichkeiten behandelt und setzt sich mit Bildungszugängen, Integration und Vielfalt auseinander.

Darüber hinaus fließen übergeordnete Regelwerke wie die sustainable development goals der Vereinten Nation oder der Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt mit in das Zielgerüst ein. Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt "Stadt von übermorgen", in dem aktuelle Trends der Stadtentwicklung untersucht werden, finden ebenfalls Beachtung. Die Informationen der Bürgerinnen und Bürger, die auf Einladung von Frau Oberbürgermeisterin Reker im Rahmen der Stadtgespräche in den neun Kölner Stadtbezirken zwischen Oktober 2017 und Dezember 2018 teilgenommen haben, sind mit eingeflossen.

Die stadträumliche Perspektive

Die stadträumliche Perspektive ist der zweite wesentliche Baustein der Stadtstrategie "Kölner Perspektiven 2030". Parallel zur Entwicklung des Zielgerüstes wird eine räumliche Analyse erstellt. Im Zusammenspiel der räumlichen Analyse mit den definierten Leitsätzen und Zielen werden Raumstrategien, Handlungsempfehlungen und Empfehlungen für Schlüsselprojekte erarbeitet, die stadträumlich wirksam sind und verortet werden können. Zudem werden thematische Raumbilder zu den übergeordneten Themen entwickelt, in denen unter anderem die Siedlungsentwicklung, die Gewerbe- und Wirtschaftsentwicklung, Grün- und Freiraumentwicklung, die Mobilität sowie Zukunftsräume dargestellt werden.

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