Mehr Bildungsgerechtigkeit an Kölner Schulen mit hohem Sozialindex
Mit dem Schuljahr 2024/2025 ist das Startchancen-Programm gestartet – Köln ist die Kommune in Nordrhein-Westfalen mit den meisten teilnehmenden Schulen. Insgesamt wurden 76 von 309 Kölner Schulen anhand des "Schulsozialindex" des Landes NRW für die Teilnahme ausgewählt, was etwa einem Viertel aller Schulen in der Stadt entspricht. Ziel des Programms ist es, Bildungsbenachteiligungen aufgrund sozialer Herkunft abzubauen und so Chancengerechtigkeit zu fördern.
Oberbürgermeister Torsten Burmester:
Es ist unser Anspruch, dass Kinder und Jugendliche überall in unserer Stadt gute Bildungschancen haben. Mit dem Startchancen-Programm können wir gezielt Kinder und Jugendliche fördern, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft schwierigere Startbedingungen haben. Das tun wir vor allem an Schulen in Mülheim, Kalk, Porz und Chorweiler.
Das Bund-Länder-Programm ist mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Gesamtvolumen von 20 Milliarden Euro das größte Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Es teilt sich in drei Programmsäulen auf. An der ersten Säule ist die Stadt Köln als Schulträgerin beteiligt. Für Köln sind in dieser Programmsäule I insgesamt 114,7 Millionen Euro für Investitionen in Bau und Ausstattung vorgesehen, wobei 80,3 Millionen Euro als Fördermittel von Bund und Land kommen und 34,4 Millionen Euro als kommunaler Eigenanteil zu leisten sind. In Säule II des Startchancen-Programms steht den Schulen ein jährlich bewilligtes, schulscharfes Chancenbudget für eine leistungsfördernde sowie ungleichheits- und diversitätssensible Unterrichts- und Schulgestaltung zur Verfügung. In Säule III haben alle Schulen eine zusätzliche Landespersonalstelle für eine sozialpädagogische Fachkraft erhalten.
Bereits zum Start des Programms hat die Stadt Köln als Schulträgerin ihre Absicht erklärt, das Startchancen-Programm gemeinsam mit der Schulaufsicht der Bezirksregierung Köln erfolgreich umzusetzen. Angesichts der angespannten Haushaltslage soll diese Verpflichtung nun auch durch einen politischen Auftrag beschlossen werden.
Robert Voigtsberger, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Sport der Stadt Köln:
Mit dem Startchancen-Programm von Bund und Land wird der Stadt Köln eine große Summe in Aussicht gestellt, die wir gezielt in die Schulen investieren können, die Kinder in belastenden Lebenslagen unterstützen. Das eröffnet den Kindern bessere Perspektiven und hilft langfristig, soziale Ungleichheiten abzubauen.
Für den Eigenanteil plant die Stadt Köln, vorhandene Haushaltsmittel zugunsten dieser Investitionen umzuschichten. Die Maßnahmen werden in Abstimmung mit den Schulen, der Schulaufsicht und der Stadt als Schulträgerin geplant. Durch die 70-prozentige Förderung durch Bund und Land können Projekte realisiert werden, die sonst vollständig von der Kommune getragen werden müssten. Die dadurch eingesparten Mittel ermöglichen zudem die anteilige Finanzierung weiterer Startchancen-Maßnahmen, die bislang nicht berücksichtigt wurden.
Zur Finanzierung des Eigenanteils sollen jährlich unter anderem 25 Prozent des Ausstattungsbudgets des Amtes für Schulentwicklung prioritär für Startchancen-Investitionen verwendet werden. Das Programm trägt damit auch zu einer sozialindizierten Steuerung der Finanzmittel bei, von der besonders belastete Schulen profitieren.
Die geplanten Maßnahmen konzentrieren sich auf eine flexible und multifunktionale Raumausstattung, die klimafreundliche Gestaltung von Schulhöfen als Lern- und Lebensorte sowie Baumaßnahmen, die zusätzlichen Raumgewinn schaffen, vor allem durch Umbauten im Bestand.
Im kommenden Sitzungslauf werden verschiedene Ausschüsse die Umsetzungspläne beraten, bevor der Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung am Donnerstag, 2.Juli 2026, die endgültige Entscheidung treffen soll. Als nächster Schritt werden verbindliche Zielvereinbarungen mit den Schulen und der Schulaufsicht getroffen und erste Förderanträge gestellt.
Die Vorlage zur Umsetzung des Bund-Länder-Startchancen-Programms ist im Ratsinformationssystem einsehbar unter: Umsetzung des Bund-Länder-Startchancen-Programms für bessere Bildungschancen und mehr Bildungsgerechtigkeit an Kölner Schulen mit hohem Sozialindex