Angebot richtet sich an Schwerstabhängige – öffentlicher Raum soll entlastet werden
Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 12. Mai 2026, den Bau des Suchthilfezentrums am Perlengraben/Wilhelm-Hoßdorf-Straße beschlossen. Zusätzlich hat der Rat die Verwaltung beauftragt, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie die Stadt Köln in die Trägerschaft eingebunden werden kann. Zudem sollen unter anderem einige Konzepte weiterentwickelt und die Nutzung der Angebote evaluiert werden.
Das zukünftige Angebot des Suchthilfezentrums richtet sich an drogengebrauchende schwerstabhängige und damit schwerstkranke Menschen. Die Einrichtung soll über einen Drogenkonsumraum mit je einem Raum für den inhalativen und intravenösen Konsum, einen Kontaktladen, einen Ruheraum, einen Raum für medizinische Behandlungen, Räume für individuelle Beratung und Vermittlung sowie Möglichkeiten für niedrigschwellige Beschäftigung verfügen. Das Angebot soll außerdem einen Raum zum Erwerb von Nahrung und Getränken, eine Kleiderkammer, Räume zum Duschen, Wäschewaschen und Toiletten umfassen.
Nach der aktuellen Planung soll das Suchthilfezentrum in Modulbauweise errichtet werden, unter anderem aufgrund der – im Vergleich zum Containerbau – höheren Energieeffizienz. Geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von insgesamt 910 Quadratmetern. Im Außenbereich soll eine Aufenthaltsfläche mit Umzäunung und Sichtschutz entstehen. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Der Bau kostet rund 8,72 Millionen Euro und soll an einen Totalunternehmer vergeben werden.
Oberbürgermeister Torsten Burmester:
Mit dem Suchthilfezentrum verfolgen wir mehrere Ziele: Wir können dort schwerstsuchtkranken Menschen besser helfen und eine bedarfsgerechtere Unterstützung anbieten. Gleichzeitig wollen wir den öffentlichen Raum entlasten und dem berechtigten Wunsch der Kölnerinnen und Kölner nach mehr Sicherheit und Sauberkeit Rechnung tragen. Ich bin froh, dass der Rat nach dem Planungsbeschluss nun auch den Baubeschluss gefasst hat.
Nach der aktuellen Beschlussvorlage hat der Rat der Stadt Köln in gleicher Sitzung zudem die Fortschreibung der "Grundlagenanalyse Sicherheitskonzept" beschlossen. Diese hat unter anderem zum Ziel, die öffentliche Sicherheit in der nächsten Umgebung des Suchthilfezentrums für Anwohnende, Gewerbetreibende, Schüler*innen auf ihrem Schulweg oder andere schutzwürdige Personen zu gewährleisten, damit das Vorhaben so verträglich wie notwendig und möglich verwirklicht werden kann.