Kammermusiksaal des Humboldt-Gymnasiums wird geöffnet
Der Kammermusiksaal des Humboldt-Gymnasiums kann künftig an bis zu 20 Terminen pro Jahr für Veranstaltungen der Freien Musikszene genutzt werden. Für die freiberuflichen Musiker*innen und Ensembles steht damit in der Innenstadt ein akustisch ausgezeichneter Saal mit 153 Sitzplätzen zur Verfügung. In den Kammerkonzerten sollen die breite Vielfalt und außergewöhnliche Qualität der Freien Musikszene Kölns für das Publikum erlebbar gemacht werden, das heißt die Konzerte können alle verschiedenen Musiksparten sowie -stile abbilden, sofern die Rahmenbedingungen des Saals dies ermöglichen. Neben klassischer Kammermusik reicht das Angebot von Jazz, improvisierter Musik, Neuer beziehungsweise zeitgenössischer Musik, experimentelle Klangkunst bis zu Alte Musik. Diese Termine werden an die Akteur*innen vom Kölner Klassik Ensemble in enger Rücksprache mit dem Kulturamt vergeben. Vorausgegangen war ein erfolgreich durchgeführter Pilotversuch, mit dem die praktischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen für eine Öffnung des Saals erprobt wurden.
Möglich wurde dies durch entsprechende Vereinbarungen zwischen der Stadtverwaltung, dem Humboldt-Gymnasium und dem Kölner Klassik Ensemble e. V. In mehreren gemeinsamen Abstimmungen konnten tragfähige Lösungen entwickelt werden, die sowohl den schulischen Belangen als auch den Anforderungen eines professionellen Veranstaltungsbetriebs Rechnung tragen. Ein besonderer Dank gilt dem Kölner Klassik Ensemble e.V. für die Koordination der Durchführung von Konzerten in der Pilotphase.
Mit der Öffnung des Kammermusiksaals wird eine für die Kölner Kulturszene wertvolle und dringend benötigte Raumressource erschlossen. Gerade für kleinere Ensembles und Konzertformate fehlt es in Köln an geeigneten, bezahlbaren und akustisch hochwertigen Aufführungsorten. Der Saal des Humboldt-Gymnasiums bietet hierfür sehr gute Voraussetzungen.
Hinter der Öffnung steckt ein langer Abstimmungsprozess, den viele Beteiligte mit großem Engagement begleitet haben. Dass wir nun eine dauerhafte Lösung gefunden haben, freut uns sehr. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen ist es ein wichtiges Signal, dass wir durch Kooperation und kluge Nutzung bestehender Infrastruktur die kulturellen Möglichkeiten in Köln erweitern können,
sagt Stefan Charles, Beigeordneter für Kunst und Kultur.
Mit der nun vereinbarten Nutzung wird der Regelbetrieb aufgenommen. Bis zu 20 Veranstaltungstermine pro Jahr können ab 1. Januar 2027 für die Freie Musikszene im Kammermusiksaal des Humboldt-Gymnasiums angeboten werden. Die Erfahrungen aus dem Pilotversuch bilden dabei die Grundlage für die organisatorische und praktische Ausgestaltung des laufenden Betriebs. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie pragmatische Lösungen und den gezielten Einsatz vorhandener Ressourcen ein großer Mehrwert für die Stadtgesellschaft entstehen kann. Mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand gelingt es, eine bestehende städtische Infrastruktur zusätzlich kulturell nutzbar zu machen, ohne die vorrangige schulische Nutzung infrage zu stellen. Insbesondere in finanziell und strukturell schwierigen Zeiten ist dies ein wichtiges Signal: Neue kulturelle Handlungsspielräume müssen nicht ausschließlich durch Neubauten oder kostenintensive Maßnahmen entstehen. Auch die kooperative Öffnung bereits vorhandener Räume kann einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur leisten.
Die Öffnung des Kammermusiksaals ist damit nicht nur ein Gewinn für die Freie Musikszene, sondern auch ein vorbildliches Beispiel dafür, wie Verwaltung, Schule und Zivilgesellschaft gemeinsam konkrete Lösungen für den zunehmenden Raumbedarf der Kultur entwickeln können.
Kontakt Kölner Klassik Ensemble e. V.:
Theodor-Heuss-Ring 12
50668 Köln
Internetseite: https://www.koelner-klassik-ensemble.de/de/
E-Mail: info@koelner-klassik-ensemble.de