Stadt Köln legt Prognosebericht zur finanziellen Lage vor
Die Stadt Köln legt dem Finanzausschuss in seiner kommenden Sitzung am Montag, 29. Juni 2026, einen Zwischenbericht zur finanziellen Lage der Stadt Köln vor. Demnach rechnet die Stadtverwaltung für 2026 mit einem höheren Jahresdefizit als ursprünglich geplant. Sie geht diesem aktuellen Prognosebericht zufolge von einem Defizit in Höhe von 594,8 Millionen Euro aus. Das bedeutet gegenüber dem zunächst im Haushaltsplan 2025/2026 für 2026 kalkulierten Fehlbetrag in Höhe 488,8 Millionen Euro eine Verschlechterung von rund 106 Millionen Euro.
Bei der Aufstellung des Doppelhaushalts im Jahr 2024 hatte sich die Stadt außerdem vorgenommen, im Laufe des Haushaltsjahres 2026 Verbesserungen in Höhe von rund 45 Millionen Euro zu erzielen (sogenannter „Globaler Minderaufwand“) und damit ihr Defizit auf 443,8 Millionen zu begrenzen. Diese Pläne wurden von der gegenwärtigen Zuspitzung der kommunalen Finanzkrise überrollt. Vergleicht man die aktuelle Prognose mit diesen ursprünglichen Plänen, beläuft sich die Verschlechterung auf rund 151 Millionen Euro.
Grund für die befürchtete Verschlechterung des Jahresergebnisses sind in erster Linie die höheren Aufwendungen bei den Hilfen zur Erziehung, bei der Hilfe zur Pflege und bei den Personal- und Versorgungskosten sowie geringere Erträge bei der Gewerbesteuer – eine Folge der deutlich abgesenkten Steuerschätzung des Bundes. Allein durch diese Effekte ergibt sich eine erwartete zusätzliche Belastung für den Haushalt von rund 200 Millionen Euro.
Dem gegenüber stehen Entlastungen etwa durch die zum Jahresbeginn erhöhte Grundsteuer und eine sehr restriktive Bewirtschaftung des Haushalts, die vom ersten Tag des Haushaltsjahres gegriffen hat. Ohne diese Faktoren würde das erwartete Defizit noch höher ausfallen.
Gleichwohl bleibt festzuhalten, dass sich die bereits im Vorjahr beobachtete angespannte finanzwirtschaftliche Entwicklung auch im laufenden Haushaltsjahr fortsetzt und weiter verfestigt. Die finanzielle Situation Kölns bleibt damit krisenhaft angespannt.
Um die kommunale Handlungsfähigkeit zu erhalten, wird die Stadt Köln ihre schon im vergangenen Jahr eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen fortsetzen und weiter intensivieren. Indes sind auch Bund und Land gefordert, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und für eine auskömmliche finanzielle Ausstattung der Kommunen zu sorgen.
Stadtkämmerin Prof. Dr. Dörte Diemert:
Die Zahlen bestätigen leider unsere Befürchtungen. Die schwierige Weltwirtschaftslage, aber auch die immer weiter steigenden Belastungen der Kommunen haben die Situation auch hier in Köln weiter verschärft. Der Prognosebericht zeigt aber auch, dass unsere Konsolidierungsanstrengungen wirken. Diesen Weg müssen wir nun konsequent weitergehen.
Die Stadtverwaltung legt den politischen Gremien regelmäßig eine transparente und aussagekräftige Übersicht zur voraussichtlichen finanziellen Entwicklung der Stadt Köln vor. Ziel ist es, Handlungsbedarfe frühzeitig zu erkennen. Die Prognosen dienen damit der Verbesserung der Entscheidungsgrundlage und einer frühzeitigen und wirksamen Steuerung.
Die Mitteilung der Stadtverwaltung mit dem Prognosebericht zur finanziellen Situation der Stadt Köln ist im Ratsinformationssystem zu finden.