Koordinierungsstab tagte im Stadthaus in Deutz

Auch strömender Regen hat die Jecken nicht davon abgehalten, die Eröffnung des Straßenkarnevals ausgiebig zu feiern. Viele flüchteten schon früh in die Kneipen, so dass die Hotspots im Zülpicher Viertel und in der Altstadt weniger voll waren als bei gutem Wetter. Wie sich bereits am 11.11. abgezeichnet hatte, wurde auch gestern im Bereich des Chlodwigplatzes ausgiebig gefeiert. Die Stadt hatte dort deutlich mehr Toiletten und Müllbehältnisse aufgestellt, die gut angenommen wurden. Auch waren mehr Sicherheitskräfte vor Ort. Nachdem Personen durchs Gleisbett gelaufen waren, wurden dies durch Absperrbaken verhindert. Der KVB-Betrieb konnte den gesamten Tag über aufrecht erhalten bleiben. 

Das Ordnungsamt der Stadt Köln war bereits weit vor Sonnenaufgang im Dienst. Über den Tag und die Nacht verteilt waren rund 400 Mitarbeiter*innen auf Kölner Straßen und Plätzen sowie im Koordinierungsstab im Einsatz. 950 Mitarbeiter*innen eines privaten Sicherheitsunternehmens überwachten die Eingänge ins Zülpicher Viertel und die Zugänge zur Ausweichfläche auf der Uniwiese sowie die Einhaltung des Glasverbots an den Kontrollstellen der Verbotszonen in der Altstadt, im Zülpicher Viertel und im Inneren Grüngürtel.

Im Koordinierungsstab arbeiteten seit 8 Uhr bis in den späten Abend unter Leitung des Ordnungsamtes Vertreter*innen aller beteiligten städtischen Dienststellen, der Landes- und der Bundespolizei, der Hilfsorganisationen, der Kölner Verkehrs-Betriebe, der Deutschen Bahn, des beauftragten Sicherheitsunternehmens sowie ein Vertreter der Altstädter, die das Programm auf dem Alter Markt organisieren. Dieses Gremium bewertet die aktuelle Lage ständig neu, trifft erforderliche Entscheidungen und sorgt für eine rasche Umsetzung.

Es folgt die Gesamtbilanz für Weiberfastnacht, 12. Februar 2026.

Einsätze des Ordnungsamtes

Das Ordnungsamt kontrollierte die Eingänge ins Zülpicher Viertel, die Einhaltung des Glasverbots und legte einen besonderen Fokus auf die Situation in Gaststätten und Jugendschutzkontrollen. Darüber hinaus überprüften die Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes die Dokumente des gesamten Sicherheitspersonals. Dies waren 1.050 Personen – 75 wurden aus verschiedenen Gründen abgelehnt, zum Beispiel, weil Dokumente nicht vorhanden oder unvollständig waren.

Im Rahmen der Aktion "Mehr Spaß ohne Glas" wurde an zahlreichen Kontrollstellen in der Altstadt, im Zülpicher Viertel und im Inneren Grüngürtel dafür gesorgt, dass von den Jecken mitgebrachtes Glas in die bereitgestellten Container entsorgt wurde und gar nicht erst in die Feierbereiche gelangte. Dies funktionierte auch an den Kontrollstellen im Inneren Grüngürtel ohne Probleme und trägt dazu bei, dass Menschen, Tiere und Natur besser geschützt werden. Im Zülpicher Viertel sprach der Ordnungsdienst 103 Personen wegen des Glasverbots an, in der Altstadt war dies in keinem einzigen Fall nötig.

In der Altstadt wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gastwirten und dem Veranstalter (KG Altstädter) erneut das bereits praktizierte Pfandsystem für Mehrwegbecher eingesetzt. Für die Südstadt wurde um den Severinskirchplatz und Chlodwigplatz wieder eine freiwillige Glasabgabezone eingerichtet und gut angenommen.

In der Altstadt wurden bei 34 Jugendlichen alkoholische Getränke sichergestellt. Im Zülpicher Viertel wurden 751 Jugendliche mit Alkohol erwischt. Alle gaben die Waren an Ort und Stelle ab. Von Tabak und E-Zigaretten mussten sich im Zülpicher Viertel 579 Jugendliche trennen, in der Altstadt 27.

Ab dem frühen Morgen waren Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes im Rahmen des Sondereinsatzes Karneval unterwegs. Leider hatten einige Autobesitzer*innen die Sonderbeschilderung ignoriert und ihre Autos nicht pünktlich weggesetzt. Im Kwartier Latäng mussten zehn Fahrzeuge abgeschleppt werden. 33 Verwarnungen wurden erteilt. In den übrigen Bereichen der Innenstadt wurden 46 Fahrzeuge abgeschleppt und 62 Knöllchen ausgestellt. An den Vortagen wurden die für Weiberfastnacht benötigten Bereiche durch das Ordnungsamt kontrolliert und insgesamt 57 Fahrzeuge abgeschleppt und 177 Knöllchen ausgestellt. Wie immer hatten sich die Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes vor dem Abschleppen bemüht, die Halter ausfindig zu machen und zu informieren. Das gelang nicht immer. Unabhängig vom Sondereinsatz Karneval wurden 21 Fahrzeuge sichergestellt und 1.559 Pkw verwarnt.

Obwohl in den Hotspots von der Stadt Köln rund 1.000 mobile Toiletten (670 davon allein im Kwartier Latäng) aufgestellt worden waren, wurden 33 Wildpinkler erwischt. Sie alle erwartet ein Bußgeld in Höhe von bis zu 200 Euro.

Testkäufe zum Jugendschutz

Bereits im Vorfeld des Straßenkarnevals hatte das Ordnungsamt mit jugendlichen Testkäufer*innen Kioske kontrolliert, um darauf aufmerksam zu machen, dass bei Jugendlichen vor der Abgabe von Alkohol und Tabak das Alter kontrolliert werden muss. Insgesamt wurden unmittelbar im Vorfeld 95 Kioske kontrolliert, in 67 Fällen wurden Verstöße festgestellt. An Weiberfastnacht wurden bis zum Abend 15 Betriebe überprüft und 39 Verstöße festgestellt. In allen Fällen wurde unerlaubt Alkohol und/oder Tabak und Vapes an Jugendliche verkauft. Dies macht an Weiberfastnacht eine Quote von 100 Prozent. Die Kioskbetreiber*innen erwarten nun empfindliche Strafen. Die Kontrollen werden auch an den nächsten Karnevalstagen fortgeführt. In drei Betrieben wurden zum wiederholten Mal Verstöße festgestellt – ihnen wurde die Schließung angedroht, falls noch einmal gegen den Jugendschutz verstoßen wird.

Streetwork

Zum Auftakt des diesjährigen Straßenkarnevals waren die Streetworker*innen des Jugendamtes von 10 bis 20 Uhr im Einsatz – als niederschwelliges Angebot für Jugendliche, die Rat und Hilfe suchen. Sowohl in der Altstadt als auch im Zülpicher Viertel ging es zunächst gemäßigt zu. Vor allem im gesamten Zülpicher Viertel war deutlich weniger Andrang. Dennoch gab es genug feiernde Jugendliche und junge Erwachsene, die das Angebot von Streetwork dankend in Anspruch nahmen. Die Auslastung des Zülpicher Viertels hat sich im Tagesverlauf erhöht, sodass vier Streetworker*innen aus der Altstadt ins Zülpicher Viertel abgezogen wurden. Die Streetworker*innen sprachen die Zielgruppe der 14- bis 27-Jährigen an und verteilten kostenlos Wasser, Taschentücher und kleine Snacks an Feiernde, um "Abstürze" zu vermeiden.

Die Feiernden zeigten sich äußerst dankbar. In der Altstadt hatten die Streetworker*innen Kontakt zu 844 Jugendlichen und jungen Erwachsenen, im Kwartier Latäng mit 3.142 deutlich mehr. Sie waren somit Ansprechpartner*innen für Kinder/Jugendliche/junge Erwachsene, die offensichtlich zu viel Alkohol oder sonstige Substanzen konsumiert hatten. Stark alkoholisierte oder verletzte Jugendliche wurden zu den jeweiligen Unfallhilfestellen der Rettungsdienste begleitet oder Sanitäter*innen direkt an den Standort gerufen. Bei Bedarf wurden in einigen Fällen Folgetermine für eine weitere Beratung mit den Jugendlichen vereinbart. Weitere Hilfebedarfe, die vom Team Streetwork bearbeitet wurden, waren beispielsweise karnevalsbedingte Partnerschaftsprobleme oder Orientierungshilfe für ortsfremde Jugendliche.

Nachgehender Jugendschutz

Insgesamt hat das Jugendamt 25 Minderjährige im Alter zwischen 14 und 17 Jahren in Obhut genommen. Sie wurden – je nach Zustand – im Notfallversorgungszentrum (NVZ) oder in der Grundschule Lochnerstraße betreut. Alle betroffenen Jugendlichen konnten im Laufe des Einsatzes wohlbehalten an ihre Eltern oder Personensorgeberechtigten übergeben werden.

Das Ziel der eingerichteten Anlaufstellen war es, den Jugendlichen in einer körperlichen oder psychischen Ausnahmesituation einen geschützten Raum zu bieten und die notwendige Erstversorgung zu gewährleisten. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Jugendamt, der Feuerwehr Köln, den Ordnungs- und den Rettungskräften vor Ort ermöglichte eine reibungslose Abwicklung und eine schnelle Einbindung der Erziehungsberechtigten.

Das Jugendamt appelliert weiterhin an Eltern und Jugendliche, auch an den kommenden Karnevalstagen verantwortungsbewusst mit Alkohol umzugehen und aufeinander achtzugeben.

Gaststätten-Kontrollen

Ein besonderes Augenmerk der Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes lag auf der Einhaltung des Brandschutzes und der Rettungswege in den Kneipen. Bis zum Abend kontrollierten die Ordnungshüter*innen 19 Betriebe im Zülpicher Viertel und in der Altstadt. In einem Fall bestand die Deko aus brennbarem Material. Sie wurde sofort entfernt. In anderen Fällen waren Rettungswege zu schmal oder zugestellt, in einem Fall blockierte eine Theke vor der Tür den Ausgang. Sie wurde zur Seite geräumt. Einem Betrieb wurde der Betrieb untersagt, weil keine Konzession vorlag. Im Zülpicher Viertel wurden elf Betriebe angesprochen, weil die Musik zu laut war, außerdem 30 Personen wegen der Benutzung unerlaubter Musikboxen. 217 Dosen Snus, 143 Vapes, 35 Packungen Zigaretten und 30 Dosen Salitos wurden sichergestellt.

Hilflose Personen

Das Ordnungsamt kümmerte sich um 79 hilflose Personen, die meisten hatten zu viel Alkohol konsumiert. Ein Hund der Rasse "Shorkie" wurde sichergestellt, weil ihm die Besitzerin Wodka zu trinken gab.

Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst

Mit insgesamt 860 haupt- und ehrenamtlichen Kräften (Freiwillige Feuerwehr und Hilfsdienste wie Malteser, Johanniter, DRK und andere) waren Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Köln stadtweit im Einsatz. An den Unfallhilfsstellen (Altstadt, Rheinufer, Kwartier Latäng) wurden insgesamt 197 Personen wegen übermäßigen Alkoholkonsums, bei acht Personen infolge von Schlägereien, betreut, davon 34 Minderjährige. 57 Personen wurden in Krankenhäuser gebracht. Im Notfallversorgungszentrum im Perlengraben, das mit auch mit einem intensivmedizinischen Platz ausgestattet ist, wurden insgesamt 71 Personen medizinisch versorgt, darunter 18 Minderjährige wegen überhöhten Alkoholkonsums.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit