Denkmale für Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden

Am Mittwoch und Donnerstag, 10. und 11. Juni 2026, werden in Köln an 23 Orten insgesamt 61 neue Stolpersteine verlegt. Mit dem Gedenkstein für Chana Grünbaum vor dem Haus Rubensstraße 25 bis 27 am 11. Juni 2026 um ca. 13.40 Uhr, findet die Verlegung des 3.000. Stolpersteins in Köln statt. Hierzu werden auch Angehörige der Familie aus den USA anreisen, die das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (NS-DOK) bereits seit mehreren Jahren bei den Recherchen zu ihrer Familiengeschichte begleitet. Die Verlegungen werden vom Bauhof der Stadt Köln durchgeführt und von Mitarbeitenden des NS-DOK begleitet. Bei den Verlegungen ab dem Mittag des 11. Juni 2026 wird voraussichtlich auch der Künstler Gunter Demnig anwesend sein.

Die kleinen Gedenksteine erinnern an Personen, die aus politischen oder rassenideologischen Gründen durch das nationalsozialistische Regime verfolgt wurden. Sie werden in der Regel vor den letzten freiwillig gewählten Wohnorten verlegt, in denen die Verfolgten vor ihrer Flucht oder Verschleppung lebten.

Neben dem individuellen Gedenken an die Opfer, werfen Stolpersteine damit auch Fragen nach Mitwissen und Täterschaft der Umgebungsgesellschaft auf. Die Mehrheit der neu verlegten Steine erinnert an Menschen, die als jüdisch verfolgt wurden. Weitere Stolpersteine gedenken Personen, die wegen ihrer Homosexualität verfolgt oder wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilt wurden.

Die Initiative zur Verlegung von Stolpersteinen geht häufig von Nachfahren der Verfolgten aus, die oft schon seit Längerem zur Geschichte ihrer Familie geforscht haben. Einige von ihnen werden auch in diesem Jahr nach Köln kommen, um an den Verlegungen teilzunehmen.  

Das NS-DOK unterstützt und begleitet die Angehörigen verfolgter Kölner*innen nicht nur intensiv bei ihren familiengeschichtlichen Recherchen, sondern koordiniert auch die Stolpersteinverlegungen in Köln in Zusammenarbeit mit dem Künstler Gunter Demnig und seinem Team sowie dem städtischen Bauhof. Dies beinhaltet neben organisatorischen Aspekten, die Recherchen zu den Biografien, den Kontakt und Austausch mit Familienangehörigen, die Vermittlung von Pat*innen für die einzelnen Steine sowie die Information der Anwohner*innen im Vorfeld der Verlegungen. Auch bei den Verlegungen sind stets Mitarbeitende des NS-DOK als Ansprechpartner*innen vor Ort und empfangen darüber hinaus Familienangehörige im NS-DOK, um ihnen über die Forschungen zur Geschichte Kölns während der NS-Zeit im Allgemeinen und ihrer Familiengeschichte im Besonderen zu berichten.

Zudem pflegt das NS-DOK eine Datenbank, in der alle in Köln verlegten Stolpersteine aufgeführt sind: Stolpersteine in Köln

Um neue Stolpersteine verlegen zu können, braucht es ebenso das Engagement von Bürger*innen, Vereinen, Initiativen und Schulen, die kostenpflichtige Patenschaften für einen Stolperstein übernehmen und sich darüber hinaus oft auch an den vorbereitenden Recherchen und der Pflege der kleinen Gedenksteine beteiligen.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit