Stadt Köln informiert über aktuelle Sachstände und Zeitschiene
Die Stadt Köln hat am Freitag, 17. April 2026, über den Zustand ihrer Rheinbrücken informiert. Bei einer Pressekonferenz stellte Oberbürgermeister Torsten Burmester gemeinsam mit Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität der Stadt Köln, und Sonja Rode, Leiterin des Amtes für Tunnel, Brücken und Stadtbahnbau der Stadt Köln, die aktuellen Unterhaltungsmaßnahmen und die geplanten Gesamtinstandsetzungen an den vier städtischen Rheinbrücken vor.
Die Stadt Köln ist für vier Rheinbrücken zuständig: Mülheimer Brücke, Zoobrücke, Deutzer Brücke und Severinsbrücke. Sie sind wichtige Verbindungen zwischen beiden Rheinseiten und täglich stark frequentiert. Wegen ihres Alters und der intensiven Nutzung müssen sie nacheinander instandgesetzt werden.
Seit 2023 wird seitens der Verwaltung das selbst entwickelte digitale Tool "Masterplan Ingenieurbauwerke", als Grundlage für die Sanierungsplanungen genutzt. Die Ergebnisse der Bauwerksprüfungen werden in diesem zusammengefasst und lassen sich nach Bedarf auswerten. Es erfasst alle Ingenieurbauwerke der Stadt. Zustand und Sanierungsbedarf sind dort jederzeit abrufbar.
Gesamtzeitplan
Auf der Basis der systematischen Betrachtung jeder Brücke ist ein Zeitplan der Gesamtinstandsetzung entwickelt worden. Die aktuell laufende Gesamtinstandsetzung der Mülheimer Brücke wird voraussichtlich bis Ende der 2020er Jahre abgeschlossen. Die Erfahrungen aus diesem Projekt werden in die darauffolgenden Instandsetzungen einfließen.
Die Severinsbrücke wird als zweite der Rheinquerungen, nach der Mülheimer Brücke, gesamt instandgesetzt. Der Umsetzungszeitraum der Baumaßnahme ist in etwa für 2030 bis 2035 vorgesehen.
Die Deutzer Brücke folgt als drittes Projekt nach der Severinsbrücke. Der Umsetzungszeitraum der Baumaßnahme ist in etwa für 2036 bis 2040 vorgesehen.
Zum Abschluss der Gesamtinstandsetzungen der Kölner Rheinbrücken folgt die altersmäßig jüngste Brücke, die Zoobrücke. Die Gesamtinstandsetzung erfolgt demnach nach 2040.
Mülheimer Brücke
Die Mülheimer Brücke wird seit 2018 von Grund auf instandgesetzt. Auf der Grundlage von Wirtschaftlichkeitsberechnungen wurde die Ratsentscheidung zur Kombination Neubau und Sanierung der Mülheimer Brücke getroffen. Dabei werden die Deichbrücke und die Rechtsrheinische Rampe neugebaut. Die Instandsetzung und Ertüchtigung bezieht sich auf die Flutbrücke und die Strombrücke, diese beiden Teilbauwerke wurden nach dem Krieg wieder aufgebaut und 1951 erneut in Betrieb genommen. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde zudem eine Teilerneuerung des Brückenüberbaus im Stadtbahnbereich notwendig.
Bei der aktuellen "Bauphase 3" handelt es sich um einen besonderen Projektmeilenstein, bei dem der gesamte Streckenzug Süd für die Verkehrsumlegung auf die sanierte und teilweise erneuerte Südseite vorbereitet wird. Zwei Drittel der gesamten Fläche des Brückenzugs sind mit Abschluss dieser Bauphase im Oktober 2026 fertiggestellt.
Das Projekt ist in seinem Umfang und den Voraussetzungen einzigartig. Aufgrund der besonders hohen Bedeutung für den Verkehr im Kölner Norden wurde beschlossen, während der Sanierung alle Verkehrsbeziehungen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Der Bauwerkszustand der Rechtsrheinischen Rampe erforderte zur Aufrechterhaltung des Verkehrs umfassende temporäre Unterstützungsmaßnahmen.
Die Kosten für die Gesamtinstandsetzung der Mülheimer Brücke werden voraussichtlich 498.182.000 Euro brutto betragen.
Mit den bisher gewonnen Erkenntnissen aus der Gesamtinstandsetzung der Mülheimer Brücke wird die Stadt Köln im Zuge der Planungen für die nächsten Gesamtinstandsetzungen weitergehende, umfassendere Bestandserkundungen durchführen als bei der Mülheimer Brücke.
Darüber hinaus soll der Auftragnehmer künftig neben der Ausführung auch große Teile der Planung übernehmen. Grundlage sind Voruntersuchungen und erste Planungsdaten aus der Ausschreibung. Dieses integrierte Vorgehen spart Zeit und Kosten.
Severinsbrücke
Bis zum Start der Gesamtinstandsetzung sind mehrere Maßnahmen nötig, um die Lebensdauer der Brücke zu verlängern. Ein externes Gutachten hat die wiederkehrenden Schäden am Korrosionsschutz der Tragkabel untersucht und empfiehlt, zusätzliche Manschetten an den Tragkabeln einzubauen. Vor Beginn der Bauarbeiten müssen noch das detaillierte Konzept ausgearbeitet und der Baubeschluss eingeholt werden. Die Umsetzung ist für die nächsten zwei bis drei Jahre geplant.
Die Nachrechnung nach der Bundesrichtlinie "NaRiLi" läuft und ist eine wichtige Grundlage für die Gesamtinstandsetzung. Ein erstes Ergebnis zeigt, dass beide Rampenbauwerke erneuert werden müssen.
Zurzeit wird ein Monitoring installiert, um vorübergehende und dauerhafte Traglastreserven zu ermitteln. Die Ergebnisse aus Nachrechnung und Monitoring fließen in die Vorbereitung des Bedarfs- und Planungsbeschlusses ein.
Die grobe Kostenschätzung liegt vor Beginn der Planung bei rund 324,5 Millionen Euro brutto für Planung und Bau.
Deutzer Brücke
Auf der Nord- und Südseite wurden neue Beläge, Fugen und Übergangskonstruktionen eingebaut. Offen ist noch die Übergangskonstruktion im Stadtbahnbereich. Sie soll in den Sommerferien 2026 umgesetzt werden, gemeinsam mit weiteren Maßnahmen zum Hochwasserschutz und Sanierung der Stadtbahnhaltestelle Deutz Messe. Die Nachrechnung des Bauwerks läuft derzeit – ähnlich wie bei der Severinsbrücke – als Vorbereitung auf die Planung der Gesamtinstandsetzung. Dabei werden Bauwerksanalysen, eine Machbarkeitsstudie und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt.
Eine grobe Kostenschätzung liegt noch nicht vor.
Zoobrücke
Die Stadtautobahn B55a/Zoobrücke ist in den 1960er Jahren entstanden. Sie dient dem innerörtlichen, regionalen und überregionalen Verkehr. Ihre besondere verkehrliche Bedeutung liegt dabei nicht nur begründet in den links- und rechtsrheinisch naheliegenden Anbindungen an das Fernstraßennetz; die Bundesstraße ist vielmehr mit über 100.000 Kraftfahrzeugen (KFZ) je Tag eine der verkehrlichen Hauptschlagadern der Stadt.
Um Schäden zu vermeiden und die Lebensdauer von Teilbauwerken des insgesamt 2,6 Kilometer langen Brückenzugs zu verlängern, werden Schwachstellen schrittweise vor der Gesamtinstandsetzung behoben. Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt. Dazu gehören die Erneuerung der Entwässerung, in Teilen der Fahrbahnbeläge und der innenliegenden Beleuchtung.
Weitere Arbeiten betreffen die Verstärkung der Rampenbauwerke. Ursache sind bauliche und materialbedingte Schwächen. Bei den Teilbauwerken Z1 (linksrheinisch) und D (rechtsrheinisch) ist Spannstahl verwendet worden, der anfällig für Spannungsrisskorrosion ist. Deshalb werden diese Teilbauwerke besonders im Blick behalten, Querkraftverstärkungen werden geplant. Hier kann es zu plötzlichen Schäden am Bauwerk kommen. Aus diesem Grund ist unerlässlich, weitere statische Verstärkungen, die voraussichtlich umfangreiche bauliche Eingriffe erfordern, vorzunehmen. Außerdem sollen Fahrbahnbeläge und Abdichtungen erneuert werden. Die entsprechende Beschlussvorlage wird vorbereitet.
Zusätzlich wird ein Monitoring eingerichtet, das das Tragverhalten der Brücken untersucht und mögliche Reserven ermittelt. Die zulässige Geschwindigkeit bleibt bei 50 km/h. Ein Einbau stärkerer Schutzsysteme ist ohne große Eingriffe in die Brücke nicht möglich und erfolgt mit der Gesamtinstandsetzung.
Eine grobe Kostenschätzung liegt noch nicht vor.
Hintergrund zur Mülheimer Brücke
Die vorgeschriebenen Bauwerksprüfungen nach DIN 1076 an der Mülheimer Brücke wurden vor der Gesamtinstandsetzung durchgeführt. Im Anschluss an die Hauptprüfung 2005 haben zudem zahlreiche vertiefende Untersuchungen stattgefunden.
Trotzdem zeigte sich ab 2018 während der Bauarbeiten, dass der Zustand der Brücke schlechter war als gedacht. Das führte zu Umplanungen, Verzögerungen und höheren Kosten. Viele Schäden wurden erst sichtbar, als Teile geöffnet oder zurückgebaut wurden, zum Beispiel an der Strombrücke und an der Rechtsrheinischen Rampe (RRR). Der Stadtbahnbereich war so marode, dass er teilweise neu gebaut werden musste, statt nur repariert zu werden.
2024 kam es zu weiteren Bauverzögerungen an der RRR am Anschluss an den Stadtbahn-Trog aus den 1990er-Jahren und dem Ankerpfeiler der Strombrücke. Beim Abriss wurde festgestellt, dass die Stahlbewehrung anders lag als geplant und teilweise beschädigt war. Deshalb mussten diese Bereiche neu geplant und statisch überprüft werden.
Die Strombrücke ist eine Hängebrücke und kann sich etwas bewegen, ähnlich wie eine Schaukel. Damit sie sich seitlich nicht zu stark bewegt, gibt es spezielle Lager (Windlager). Beide Windlager in den Endquerträgern der Strombrücke waren 2025 blockiert und mussten erst gelöst werden. Die dadurch in beiden Endquerträgern entstandenen Zwängungen führten zu Rissen, die zunächst saniert werden mussten. Deshalb konnten wichtige Arbeiten, wie die Fahrbahnübergänge und die Stadtbahngleise, zunächst nicht fertiggestellt werden. Mit Hilfskonstruktionen und hydraulischen Pressen wurde die Beweglichkeit der Brücke wiederhergestellt. Danach konnten die restlichen Arbeiten abgeschlossen werden. Seit 15. September 2025 fahren die Stadtbahnen wieder.
Im Jahr 2026 stehen noch Restarbeiten an: Am Teilbauwerk RRR werden Höhenunterschiede im Beton ausgeglichen (Gradientenausgleich), das Bauwerk abgedichtet, Asphalt eingebaut, der Fuß- und Radweg fertiggestellt und das Geländer ergänzt. Auch im Bereich der beiden Ankerpfeiler wird noch gearbeitet. Erst wenn alle Arbeiten auf der Linienbaustelle abgeschlossen sind, kann der Verkehr am 22. Oktober 2026 über die Südseite geführt werden. Anschließend beginnt die Bauphase 4 mit der Gesamtinstandsetzung der Nordseite des Brückenzugs. Die Umsetzung nimmt voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch.
Unter SessionNet | Sanierungen städtische Rheinbrücken – aktueller Sachstand kann die Mitteilung der Verwaltung für die politischen Gremien im Ratsinformationssystem der Stadt Köln abgerufen werden.