OB Reker: "Mit dem Zuschlag erkennt das Land die Innovationskraft Kölns an"

Das Land Nordrhein-Westfalen will landesweit in ausgewählten Kommunen modellhaft erproben, wie die Digitalisierung hilft, schrittweise zu einer Öffnung des gesellschaftlichen Lebens unter Pandemiebedingungen zu kommen. Heute hat das Land bekanntgegeben, welche Bewerbungen erfolgreich waren – dazu gehört auch die der Stadt Köln.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker:

Mit dem Zuschlag für Köln erkennt das Land die Innovationskraft Kölns an, daher freue ich mich über die Entscheidung. Nach einem Jahr Pandemie ist es unser Anspruch, durch die Entwicklung und den Einsatz geeigneter Werkzeuge und Konzepte den Weg zu einem weitgehend normalen Leben aktiv mitzugestalten. Köln versteht sich als digitale und lebendige Stadt mit einer vielfältigen Stadtgesellschaft, die durch zahlreiche Unternehmen, Universitäten, Hochschulen, Organisationen und Einrichtungen, eine lebhafte Gastronomie- und Veranstaltungsszene und eine vitale Bürgerschaft repräsentiert wird. Wir haben bereits vor unserer Bewerbung großen Zuspruch aus der Stadtgesellschaft hinsichtlich einer Beteiligung und Mitwirkung am Modellprojekt erfahren. Die Entscheidung des Landes, erst bei einer Inzidenz unter 100 mit den Modellprojekten zu starten, habe ich erwartet und begrüße sie ausdrücklich.

Bei den Modellen soll besonderes Gewicht auf die digitale Unterstützung in den drei Bereichen Kontaktnachvollziehung, Impfung und Testung gelegt werden. Es geht nicht darum, flächendeckend Öffnungen aller gesellschaftlichen Lebensbereiche kontrolliert zu ermöglichen, sondern sich auf den pandemiesicheren Betrieb klar abgrenzbarer Bereiche zu konzentrieren. Die Projekte sollen wissenschaftlich evaluiert werden und die Ergebnisse der zeitlich befristeten Modelle wertvolle Hinweise im Sinne auch von Blaupausen für weitere Schritte geben.

Der Kölner Antrag sieht eine geographisch und betriebsbezogen eng begrenzte Projektgröße und -ausdehnung vor, eine stufenförmige Ausweitung ist geplant. Für die erste Stufe sind zunächst die Einbeziehung eines Einkaufszentrums mit ergänzendem Einzelhandel, einer Ladenstraße, einer Eventlokation, einer Kultureinrichtung, einer Veranstaltung des Handels, einer Sportstätte sowie einer Außen- und Innengastronomie geplant. Zudem sollen im ersten Schritt auch räumlich abgegrenzte Modellschulen und Kitas einbezogen werden.

Im Modellprojekt werden Organisationselemente erprobt, wie das digitale Testzertifikat mit einer definierten Gültigkeitsdauer (PoC-Schnelltest 24 Stunden, PCR-Test 48 Stunden). Es werden teilsichere (mit negativem PoC-Test) und weitgehend sichere (negativer PCR-Test) Bereiche definiert. Es soll geprüft werden, ob sich die jeweilige Gültigkeitsdauer sicher ausdehnen lässt (zum Beispiel 60 Stunden, 72 Stunden). Zudem soll die Laborlogistik im Hinblick auf Selbsttestfähigkeit (weniger Fremdaufwand im Testzentrum) und Pooltestung (geringere Kosten für PCR-Testungen) entwickelt und erprobt werden sowie die bereits entwickelten Probennahmen (Rachenspülprobe, Lolli-Methode) unter Modellprojektbedingungen in der Breite erprobt und evaluiert werden.

Der Krisenstab hat festgelegt, dass das Modellprojekt abgebrochen wird, wenn in dem räumlich abgegrenzten Projektbereich mehr Ansteckungen stattfinden als erwartet beziehungsweise vorhergesagt. Des Weiteren können Modifikationen in Zusammenhang mit den zu prüfenden Organisationselemente (Testungen, Bereiche, Nachverfolgung, etc.) und/oder die digitalen Werkzeuge notwendig werden.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit