Turku (finnisch) und Åbo (schwedisch), das sind die Bezeichungen für Kölns finnische Partnerstadt in den beiden Landessprachen. Im Jahre 1967 sind Köln und Turku offiziell eine Partnerschaft eingegangen. Die beiden Städte verbindet aber auch noch einiges mehr. So hat Turku genau wie Köln einen Dom als Wahrzeichen. Der Bau des Kölner Doms begann zwar früher als der des Doms von Turku, aber beide sind ein bedeutendes Wahrzeichen im Zentrum der jeweiligen Stadt. Die Grundsteinlegung des Kölner Doms war 1248, die Grundsteinlegung des Turkuer Doms 1280.

Köln ist rund 1.200 Jahre älter als die finnische Partnerstadt und mit 170.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Turku auch um einiges kleiner. Dennoch haben beide Städte neben ihrem Dom noch einige andere Gemeinsamkeiten: In beiden Städten blicken die Universitäten auf eine lange Vergangenheit und haben eine große Bedeutung. Köln und Turku sind Städte mit vielen Museen. Beide Städte sind an Flussläufen angesiedelt, wodurch sie schnell zu Handelszentren wurden.Selbst bei den Bauwerken sind Ähnlichkeiten zu erkennen. Der Westturm der Burg von Turku, der 1280 erbaut wurde, könnte ein Zwillingsturm einer der Türme der alten Kölner Stadtmauer sein.Von Beginn der Partnerschaft an bis heute schauen beide Städte auf eine Menge gemeinsamer Aktivitäten zurück: Schülerinnen-, Schüler- sowie Studentinnen- und Studentenaustausche, Folkloreveranstaltungen in beiden Städten, Begegnungen zwischen den Universitäten sowie Treffen im verwaltungstechnischen Bereich finden in regelmäßigen Abständen statt.

Zahlen und Fakten zur Partnerstadt

Turku erstreckt sich über 168.773 Quadratkilometer, hat etwa 170.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist die viertgrößte Stadt Finnlands. Das Klima der finnischen Hansestadt ist durch kalte Winter und warme Sommer gekennzeichnet. Die mittlere Jahrestemperatur in Turku beträgt 5,3 Grad Celsius. An den wärmsten Tagen im Sommer klettert das Thermometer auf maximal 30 Grad Celsius.

Auch wenn weniger als 10 Prozent der Turkuer Bevölkerung schwedisch spricht, so ist die Stadt wie keine zweite finnische Stadt von schwedischer Kultur und Geschichte geprägt. Offiziell ist die Stadt zweisprachig, so findet man alle Straßennamen und öffentlichen Hinweise stets auf finnisch und schwedisch.

Geschichte

Turku blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Sie ist eine Stadt mit Geschichte und eine der wenigen europäischen Städte, deren Ortsbild noch deutliche Bauelemente vergangener Jahrhunderte besitzt.

Den genauen Zeitpunkt der Gründung Turkus kann man heute nicht mehr bestimmen. Offiziell wurde 1229 als Gründungsjahr genannt, als Papst Gregor IX den Bischofssitz hierhin verlegte. 1525 verlieh Gustav Vasa Turku die Stadtrechte. Damit ist Turku die älteste Stadt Finnlands.

Bereits 1280 wurde mit dem Bau des Doms begonnen und gegen Ende des selben Jahrhunderts begann man auch mit dem Bau der Festung Turun linna am Hafen. Im Jahr 1556 ernannte König Gustav Vasa seinen Sohn Johan zum Herzog von Finnland und die Burg wurde durch ihn von der Festung zum Schloss aufgebaut. Insgesamt haben in dieser Festung 13 Könige residiert.

Der Generalgouverneur Peter Brahe trug Ende des 17. Jahrhunderts entscheidend zur Weiterentwicklung der Stadt durch die Ausarbeitung eines Bebauungsplanes bei. So zum Beispiel mit der Gründung der ersten Universität Finnlands, der Åbo Akademi, wodurch die Stadt auch zum geistigen Mittelpunkt des finnischen Teils Schwedens wurde.

1809 wurde Schweden gezwungen, seine finnischen Provinzen an das Zarenreich abzutreten. Bis 1812 war Turku die Hauptstadt des Landes. Dann wurde der Regierungssitz unter russischer Herrschaft nach Helsinki verlegt. Somit verließen auch die Staatsverwaltung und Behörden die Stadt an der Südwestküste.

1827 erlitt die Stadt einen schweren Rückschlag, sie brannte fast vollständig ab. Besonders schwer traf es die Universität mit ihrer Bibliothek und auch sämtliche wissenschaftlichen Sammlungen wurden ein Opfer der Flammen. Das war unter anderem mit ein Grund, warum die 1640 in Turku gegründete, finnische Universität im Jahre 1828 nach Helsinki verlegt wurde. Das Resultat war, dass Turku nun endgültig seine ursprüngliche Bedeutung als Mittelpunkt Finnlands verlor.

Seit 1918 ist Turku wieder Hochschulstadt mit einer schwedisch- und einer finnischsprachigen Universität.

Kultur und Sehenswertes

Am Nordufer des Flusses Aurajoki, direkt neben den Kaianlagen des Fährhafens gelegen, liegt das Schloss Turun linna. Es ist neben dem Dom das größte Gebäude in Turku. Bereits 1280 zum Schutz der Auro-Mündung errichtet, war es während des Mittelalters und darüber hinaus der wichtigste Stützpunkt des schwedischen Reiches. 

Das Schloss wurde im Laufe der Jahre mehrmals angegriffen, belagert und teilweise zerstört, zuletzt durch die schweren Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg. Liebevoll restauriert befindet sich heute in der sogenannten Vorburg ein historisches Museum, in dem die verschiedenen Epochen des Schlosses und eine geschichtliche Sammlung mit Möbeln, Kunsthandwerk und ähnlichen Kunstwerken veranschaulicht werden. Für Interessierte zugänglich ist auch die Hauptburg mit den Festsälen und der Schlosskirche.

Über die Schlossstraße (Linnankatu) und die Läntinnen Rantakatu, die parallel zum Fluss verlaufen, gelangt man in die eigentliche Innenstadt Turkus. Weiter flussabwärts, in unmittelbarer Nähe zum Rathaus und der Aurabrücke, steht eines der ältesten noch erhaltenen Holzhäuser der Stadt, das eingeschossige Qwensel - Haus (Qwenselin talo). Es ist eines der wenigen Gebäude, das den großen Brand von 1827 überstand. Vor nicht allzu langer Zeit wurde es im Stil des 18. Jahrhunderts restauriert. In diesem Haus befindet sich heute ein Apothekenmuseum, in dem man alte Apotheker-Instrumente, Gefäße und die Wohnung des Apothekers besichtigen kann.

Der Marktplatz (Kauppatori) ist der eigentliche zentrale Punkt der Stadt. Vom frühen Morgen bis etwa 14 Uhr werden hier montags bis freitags Gemüse, Obst, Blumen, Souvenirs, Textilien und vieles mehr feilgeboten. Von hier aus fahren auch alle Stadtbusse ab. Weitere Shoppingmöglichkeiten bieten sich rund um den Platz im sogenannten Hansa - Zentrum, hier findet man zahlreiche Läden und Warenhäuser, aber auch Cafés und Restaurants.

An der Nordseite des Marktes befindet sich die Orthodoxe Kirche (Ortodoksinen kirkko). Ein wunderschönes markantes Bauwerk mit einer grünen, von 16 mächtigen korinthischen Säulen getragenen Kupferkuppel. Nach den Plänen von Carl Ludwig Engel gebaut und 1846 fertiggestellt, beherbergt sie kostbare Ikonen von Mönchen des berühmten Klosters Valamo (Kauppatori).

Gegen Ende des letzten Jahrhunderts entstand nahe des Marktplatzes eine weitere Sehenswürdigkeit Turkus, die - von außen recht unscheinbar wirkende - alte Markthalle. In langen Reihen stehen hier die hölzernen Bäckerei-, Gemüse-, Metzger sowie Fisch-Marktstände. Nicht nur finnische Lebensmittel wie Rosinenwurst und Schärenbrot, sondern auch Köstlichkeiten aus aller Welt findet man hier.

Für den Museumsliebhaber hat Turku eine Menge im Angebot. Neben dem bereits erwähnten Apothekenmuseum gibt es noch

  • ein Kunstmuseum mit finnischer Kunst
  • das Sibeliusmuseum, in dem man Musikinstrumente, musikgeschichtliche Dokumente und Notenmanuskripte aus mehreren Jahrhunderten bestaunen kann
  • ein altes Bürgerhaus, dass das Leben einer reichen Familie nach dem Stadtbrand von 1827 veranschaulicht
  • das Biologische Museum mit Sammlungen von über 250 Tierarten, die in einer Aussstellung mit ausgestopften Tieren in insgesamt zwölf authentisch finnischen Landschaftsszenen dargestellt werden und
  • das Museumsschiff Sigyn.

Rockfans kommen auf jeden Fall einmal im Jahr beim ältesten Rockfestival des Landes, dem Ruisrock, auf ihre Kosten. Dieses Festival findet im August auf der Insel Ruissalo vor Turku statt.

Partnerschaftsverein

Deutsch-Finnische-Gesellschaft in Köln e. V.

Dr. Hartmut Krug
An der Alten Post 19
50858 Köln

Telefon: 02234 / 74246

E-Mail an den Verein Deutsch Finnische Gesellschaft Köln
Internetseit des Vereins Deutsch Finnische Gesellschaft Köln

Kontaktadresse der Partnerstadt

Internetseite der Stadt Turku