Am 9. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg, fünf Jahre später folgte die Schuman-Erklärung als Geburtsstunde der Europäischen Union

© Centre européen Robert Schuman à Scy-Chazelles

Der Europatag erinnert an die Erklärung des damaligen französischen Außenministers Robert Schuman vor über 70 Jahren. Schuman schlug 1950 vor, zunächst die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) zu gründen.

Wer nicht mehr frei über Energie und Stahl verfügt, kann keinen Krieg mehr erklären",

lautete Schumans Motivation genau fünf Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Knapp ein Jahr später beschlossen die Gründungsmitglieder

  • Frankreich
  • Deutschland
  • Italien
  • Niederlande
  • Belgien
  • Luxemburg

ihre Kohle- und Stahlproduktion gemeinschaftlich zu organisieren. Die EGKS, auch Montanunion genannt, wurde als erste supranationale europäische Institution gegründet. 

Die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union feiern am Europatag die vielen Verdienste, die uns allen die EU gebracht hat:

  • offene Grenzen
  • Freizügigkeit
  • eine gemeinsame Währung, die den innereuropäischen Handel erleichtert
  • den Frieden im Kern-Europa und Solidarität in einer starken Gemeinschaft

Mit eindringlichen Worten betonte Schuman die Bedeutung eines geeinten Europas. Ein vereintes Europa führte zu Frieden und Fortschritt und diente dem Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Alle bisherigen friedlichen Bestrebungen hatten den Krieg nicht aufhalten können. Nur wenn sich die europäischen Nationen vereinigten und solidarisch handelten, insbesondere Frankreich und Deutschland, konnte Frieden in Europa bestehen. 

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulles (1959 bis 1969 Staatspräsident der Französischen Republik) und der Bundeskanzler Konrad Adenauer (1949 bis 1963 Bundeskanzler der BRD), ebneten den Weg für ein vereintes Europa in dem Bewusstsein ihrer historischen Verantwortung und durch die "Politik der ausgestreckten Hand".

Zum vollständigen Wortlaut der Schuman-Erklärung