An der Breitenbachstraße in Gremberghoven haben wir einen Entwurf unserer Architektin Ruth Kellersmann verwirklicht. Im ersten Quartal 2022 soll der zweigeschossige Bau mit einer neuen Turnhalle der Friedrich-List-Schule zur Nutzung übergeben werden. Nur noch wenige Elektroarbeiten sind abzuschließen, bis es so weit ist. Aus Sicherheits- und Arbeitsschutzgründen wurde das Bauvorhaben nicht wie ursprünglich vorgesehen bei laufendem Schulbetrieb in drei Bauabschnitten durchgeführt. Der Schulbetrieb wurde zur Errichtung des Neubaus in die Stresemannstraße 15 ausgelagert, um das Gebäude aus dem Baujahr 1960 abbrechen und mit den Planungen auf dem freien Baufeld starten zu können. Rund 20 Millionen Euro haben wir in diesen Schulstandort für die Schulkinder investiert.

© Martina Goyert
Von links nach rechts stehen Zimmerin Hanna Reinders, Bürgermeister Andreas Wolter, Schüler Oghenbrume Aladjara, Architektin Ruth Kellersmann, Schülerin Riya Tanwar, Petra Rinnenburger von der Gebäudewirtschaft und die Schulleiterin Silke Clasing beim Richtfest vor dem Rohbau an einem bunt geschmückten Richtkranz

Eine der ersten Clusterschulen Deutschlands

Das Raumkonzept haben wir gemeinsam mit dem Amt für Schulentwicklung, der Schule, der Elternschaft und des Offenen Ganztags entwickelt. Besonderes Augenmerk lag hierbei auf der Organisation der Bereiche für die Schüler*innen. Ziel war es, für sie in sich abgeschlossene, überschaubare, kleine Bereiche zu entwickeln, die eine flexible Nutzung ermöglichen. So sind für die Kinder Heimatbereiche entstanden, in denen sie den langen Schulalltag verbringen können. In der Gemeinschaftsgrundschule werden rund 200 Schüler*innen jahrgangsübergreifend unterrichtet. Die Versorgungsquote des Offenen Ganztags liegt bei 99 Prozent. Jeder Klassenraum erhält einen direkten Zugang ins Freie und jede Klasse ein Außen-Klassenzimmer. Abwechslungsreich gestaltete Außenanlagen werden zu Aktivitäten einladen. Die Schule wird eine der ersten Clusterschulen Kölns. Cluster sind Raumgruppen, in denen Lern- und Unterrichtsräume gemeinsam mit den zugehörigen Differenzierungs-, Aufenthalts- und Erholungsbereichen eine Einheit bilden. 

Hier lernen bald Kinder mit und ohne Behinderung

Zwischen den Räumen befinden sich die Garderoben und Toilettenanlagen, die sowohl von Kindern mit und ohne Behinderung genutzt werden können. Diese Zone trennt die Räume akustisch, ermöglicht aber auch eine zweifache Nutzung von Klassen- und Ganztagsräumen. Durch die Verbindung miteinander stehen die Räume morgens für den Unterricht und nachmittags für den Ganztag zur Verfügung. Immer zwei Klassenräume und zwei Ganztagsräume bilden einen Heimatbereich beziehungsweise ein Raum-Cluster. Ein Cluster wird von einer gemeinsamen offenen Lernzone aus erschlossen. Diese lässt sich ebenfalls für Unterricht oder Ganztagsbetreuung nutzen und ist mit einer Küchenzeile ausgestattet. Jedem Cluster ist ein Mehrzweckraum zugeordnet. 

Im Obergeschoss der zweizügigen Grundschule werden zwischen den Clustern die Lehrerräume und die Verwaltung zentral platziert. Ebenfalls zentral angeordnet ist die Küche des Offenen Ganztages. Zugunsten der Raum-Cluster wurde kein separater Speiseraum vorgesehen. Das Mittagessen wird in den Ganztags- oder Klassenräumen eingenommen. Das abgesenkte Forum wird vom Haupteingang an der Breitenbachstraße erreichbar sein. Es bildet das Zentrum der Schule und wird auch dem Stadtteil künftig als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen. Dem Forum vorgelagert ist ein abgesenkter Schulhofbereich mit großzügiger Sitzstufenanlage. Innen- und Außenbereiche gehen fließend ineinander über. Ein Dach, unter dem die Schüler*innen auch die Pause verbringen können, verbindet das Schulgebäude mit dem Neubau der Turnhalle. Der zweigeschossige Baukörper des neuen Hauptgebäudes erstreckt sich entlang der Breitenbachstraße. Das Gebäude tritt hinter den imposanten, alten Baumbestand zurück und kann so in den Sommermonaten die natürliche Beschattung durch die Bäume nutzen. Ein außenliegender Sonnenschutz aus Aluminium-Lamellen an allen Fassaden sorgt für zusätzlichen Sonnenschutz. Das Flachdach der Schule wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet.

© Gebäudewirtschaft der Stadt Köln

Denkmalschutz und modernste Standards vereint 

Es entstehen auf 1.616 Quadratmetern flexible Nutzflächen: 8 Klassen- und Gruppenräume mit je 72 Quadratmetern, 4 offene Lernzonen mit je 60 Quadratmetern und 4 Mehrzweckräume mit je 56 Quadratmetern. Außenliegende Balkone ermöglichen auch im Obergeschoss einen direkten Zugang zu den großzügigen Pausenhofflächen und sichern gleichzeitig den zweiten Rettungsweg. Die Turnhalle wird parallel zur Teutonenstraße platziert, wo auch der Zugang für Vereine sowie die Stellplätze entstehen werden. Um den vorhandenen Baumbestand zu erhalten wurde ein kompakter Baukörper entwickelt. Ein schmaler, zweigeschossiger Riegel nimmt die Nebenräume der Turnhalle auf. Im Obergeschoss sind die Umkleideräume vorgesehen. Im Erdgeschoss befinden sich ein barrierefreier Umkleideraum sowie die Umkleide für die Lehrerkräfte, Geräte- und Nebenräume. Abschluss des Riegels bildet die Hausmeisterwohnung.

Äußerlich erhalten die Gebäude Putzfassaden, um sich in die teilweise denkmalgeschützte Umgebung harmonisch zu integrieren. Dies ist möglich durch die Ausführung der Außenmauern in monolithischem, hochwärmegedämmten Mauerwerk. Das verputzte Ziegelmauerwerk wird auch einen positiven Einfluss auf das Raumklima im Gebäude haben. Im Innen- und Außenraum dominieren erdige und warmtonige Farben, die für eine freundliche und einladende Atmosphäre sorgen. Umfangreiche Maßnahmen für die Akustik reduzieren den Lärmpegel in der Schule und tragen zu einer angenehmen Lernatmosphäre bei. Schulgebäude und Turnhalle sind umfänglich barrierefrei nutzbar. Dies wird durch die Ausstattung mit einem Aufzug, durch die entsprechenden sanitären Einrichtungen, durch Maßnahmen für die Akustik und durch eine kontrastreiche und taktile Gestaltung erreicht.