Es ist eins unserer wichtigsten Schulbauprojekte: In Köln-Höhenhaus haben wir mit dem Einbringen der ersten unterirdischen Stützen für die Baugrube den Neubau der Willy-Brandt-Gesamtschule Im Weidenbruch gestartet. Die Besonderheit: Der neue Baukörper wird mit 192,75 Metern Länge nach Fertigstellung die längste Schule Kölns und auf dem Schulgelände neben dem alten Schulgebäude errichtet. Und der Schulbetrieb dort läuft währenddessen weiter.  

Mit 80 so genannten Verbauträgern werden wir auf dem Baufeld die Baugrube sichern. Das schützt sowohl die angrenzenden Gebäude als auch den Erdwall mit den erhaltenswerten Bäumen entlang der Lückerather Straße. Die jeweils bis zu neun Meter langen Stahlträger wurden mittels einer 16 Meter hohen Mobilramme in den Boden gerammt, nachdem dafür Löcher vorgebohrt wurden. Sie stellen den so genannten Verbau her, in dessen Rahmen als nächstes die Baugrube ausgehoben wird. Noch in diesem Jahr soll der erste Beton für die Fundamente fließen. Die Willy-Brandt-Gesamtschule stammt aus dem Jahr 1973.

So gehen wir beim Bau vor

Auf dem Gelände der Willy-Brandt-Gesamtschule errichten wir einen Neubau für 1.300 Schülerinnen und Schüler sowie rund 110 Lehrkräfte. Und damit ein riesiges Stück Zukunft. Aber auch ein sehr grünes. Schon heute liegt die Schule in direkter Waldlage. Nach der Fertigstellung des Schulgebäudes, der neuen Turnhalle, dem Abbruch aller alten Gebäude und der Neugestaltung der Außenanlagen wird der Vegetationsbestand sogar noch größer sein als heute. Beträgt der Anteil aus waldähnlichen Bereichen, Strauchpflanzungen und Rasenfläche bisher 19.000 Quadratmeter, so wird er nach Abschluss der Baumaßnahme 28.000 Quadratmeter betragen.

  • ©Matthias Meurer
    Die Mobilramme, mit der neun Meter lange Stahlträger in den Boden gerammt werden, ist zehn Meter - und im komplett ausgefahrenen Zustand 16 Meter hoch.
  • ©Matthias Meurer
    Mit den neun Meter langen Stahlträgern wird der so genannte Verbau hergestellt, bevor die Baugrube ausgehoben wird und die Fundamente hergestellt werden.
  • ©Matthias Meurer
    Über einen neu verlegten Bergwerksstollen, der 18 Meter lang ist, wurde die neue Wasserversorgung für die Gesamtschule verlegt und angeschlossen.
  • ©Matthias Meurer
    Monika Engisch ist Projektleiterin bei der Gebäudewirtschaft für den Neubau.
  • ©Matthias Meurer
    Mit 80 Verbauträgern schützen wir auf dem Baufeld Im Weidenbruch entlang der Lückerather Straße die erhaltenswerten Bäume sowie die angrenzenden Gebäude.
  • ©Hahn Helten + Assoziierte Architekten GmbH
    Planungsskizze Neubau Willy-Brandt-Gesamtschule

Wir bauen in vier Bauabschnitten:

Zuerst wird das neue Schulgebäude mit einem, zunächst provisorischen, Schulhof gebaut.

Nach Abriss des Altbaus kann die neue Sporthalle mit Parkplatz errichtet werden.

Darauf folgt der Abriss der alten Sporthalle und die abschließende Fertigstellung der Freianlagen. 

Über einen neu angelegten Stollen in sieben Metern Tiefe, der 18 Meter lang ist, haben wir zudem einen neuen Kanal für das Abwasser der Gesamtschule verlegt und angeschlossen.

Diesen Stollen mit einem Holz- und Metallverbau rund um die Abwasserrohre werden wir im Anschluss an die Arbeiten mit einem Spezialbeton verfüllen, um sämtliche Hohlräume zu verschließen und die Stabilität des Erdreiches zu gewährleisten. Diese Variante ist wirtschaftlicher als die Straße zu öffnen, was wiederum mit Beeinträchtigungen für Verkehr wie Anwohnerschaft verbunden gewesen wäre.

Der Kosten- und Zeitplan

Die Neubauten des Schulgebäudes sowie der Sporthalle der Willy-Brandt-Gesamtschule werden voraussichtlich 112,3 Millionen Euro kosten. Für die Einrichtung sind weitere 6,9 Millionen Euro eingeplant. Die Fertigstellung des Schulgebäudes ist bereits für Mitte des Jahres 2020 geplant. Das gesamte Projekt mit dem Neubau der Turnhalle, dem Abbruch der dann nicht mehr benötigten Altbauten sowie der abschließenden Neugestaltung der Außenanlagen soll im Jahr 2024 beendet sein.

Mit der Verwirklichung des Entwurfs des Architekturbüros Hahn Helten + Assoziierte Architekten GmbH ermöglichen wir einen attraktiven, vollständig neuen Schul- und Sportstandort in Köln. Zum neuen Konzept gehört ein größerer Schulgarten, ein grünes Klassenzimmer sowie eine Waldagora als Versammlungs- und Lernort unter den Aspekten Umweltpädagogik und Klimaschutz. Zentraler Punkt wird ein Biotop mit eingezäunter Teichanlage für die Entenfamilie sein, die sich bereits heute in einem Wasserbecken im Innenhof des Altbaus angesiedelt hat.  

Beschreibung zum Planungsentwurf
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