Schwerpunkt Klimawandelanpassung

Am Montag, 17. Juni 2024 findet von 18:30 bis 20:30 Uhr die zweite Veranstaltung unserer diesjährigen Reihe im Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums statt.

© Studio für Gestaltung

In dieser Veranstaltung richten wir den Fokus auf die Klimawandelanpassung und auf die Fragestellungen: Mit welchen Auswirkungen werden Städte und ihre Bewohner*innen durch die Klimakrise konfrontiert? Wie sehen Städte aus, die an den Klimawandel angepasst sind?

Als Impulsgeber wird Karsten Schwanke, Meteorologe, Wissenschaftsjournalist, Moderator und Unternehmer über die Dynamik des Klimawandels und seine Auswirkungen auf unsere Städte referieren.

Als zweiten Referenten konnten wir Clas Scheele, Landschaftsarchitekt, Wirtschaftsingenieur und assoziierter Partner im Büro Raderschall, Möhrer, Peters und Stephan Lenzen gewinnen. Er stellt in seinem Vortrag innovative Projekte der grün-blau-grauen Infrastruktur vor.

Im Anschluss an die Vorträge ordnet Dr. Christian Gattke, Leiter des Geschäftsbereiches "wasserwirtschaftliche Grundlagen und Investitionen" der Stadtentwässerungsbetriebe, die Beiträge fachlich ein und stellt Bezüge zu Köln her.

Die Veranstaltung wird als Fortbildung durch die AKNW anerkannt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Über Karsten Schwanke

© Jürgen Gundeslweiler

Karsten Schwanke ist Meteorologe, Wissenschaftsjournalist, Moderator und Unternehmer. Er hat Meteorologie an der Humboldt Universität in Berlin und an der Universität Hamburg studiert.

Seit 1995 arbeitet er als Meteorologe in der ARD sowie in verschiedenen dritten Fernsehprogrammen. Als Wetterspezialist kennt er differenziert die Auswirkungen des Klimawandels auf unser alltägliches Leben. Insbesondere die heißen und dürren Sommer der vergangenen Jahre haben Karsten Schwanke motiviert, sich stärker mit dem Klimawandel und seinen Folgen zu beschäftigen, das komplexe Thema verständlich aufzubereiten und zu kommunizieren. Sein Video, das die Zusammenhänge zwischen Hitzeereignissen und Klimawandel erklärt, ist eines der meist aufgerufenen Internetvideos.

Neben seiner Tätigkeit als Meteorologe arbeitet Karsten Schwanke als Moderator für verschiedene Fernsehsendungen der ARD und als Unternehmer in den Bereichen TV-Produktion und Wetter. Er entwickelt und produziert wissenschaftliche Reportagen, die ihn immer wieder mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen konfrontieren.

Über Clas Scheele

© Roman Mensing

Clas Scheele ist Landschaftsarchitekt, assoziierter Partner im Büro Raderschall, Möhrer, Peters und Stephan Lenzen (RMPSL) und leitet seit 2019 die Kölner Niederlassung. Er hat Landschaftsplanung an der Universität Kassel studiert und 2006 das Studium als Wirtschaftsingenieur absolviert.

Das Büro RMPSL steht für eine klimagerechte Landschaftsarchitektur, die insbesondere die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimaanpassung und Biodiversität verknüpfen. Gärtnerisches Handwerk und kreative Ingenieursleistung werden hier gemeinsam gedacht. Die fachlichen Schwerpunkte von Clas Scheele liegen in der nachhaltigen Landschaftsarchitektur, in der Planung und Realisierung von Gartenschauen als Instrument der Stadt- und Regionalentwicklung sowie in der Wirtschaftlichkeit- und Kostenanalyse für eine unterhaltungsangepasste Landschaftsarchitektur.

Informationen zu unserer vierteiligen Veranstaltungsreihe

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2024 setzen wir die Veranstaltungsreihe "Kölner Perspektiven" gemeinsam mit unseren Partner*innen, der Industrie- und Handelskammer zu Köln, dem Kölner Stadtanzeiger, der Fakultät Architektur der Technischen Hochschule Köln und dem KAP-Forum fort. Unter dem Schwerpunkt "Stadt und Resilienz" beleuchten wir die urbane Resilienz aus unterschiedlichen thematischen Perspektiven. Folgende Termine und Themen sind geplant:

  • 15. April 2024, Digitalisierung
  • 17. Juni 2024, Klimawandelanpassung
  • 30. September 2024, Stadtumbau
  • 4. November 2024, Kölner Diskurs

Die Veranstaltungen finden jeweils montags von 18:30 bis 20:30 Uhr im Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums statt.

Widerstandsfähig und lebenswert durch urbane Resilienz

Resilienz ist ein wichtiger Grundpfeiler für die zukunftsfähige Entwicklung urbaner Räume: Widerstandsfähige Städte sind anpassungsfähig. Sie ermöglichen, schnell und flexibel auf Herausforderungen wie gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen, Naturkatastrophen und nicht zuletzt auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren.

Um eine robuste, lebenswerte und gerechte städtische Umgebung zu schaffen, müssen intelligente, digitale Lösungen entwickelt und etabliert werden. Es geht darum, nachhaltige Infrastrukturen zu schaffen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und flexible Planungsansätze zu fördern.

Erste Veranstaltung: 15. April 2024, Digitalisierung

Welchen Beitrag kann die Digitalisierung für die zukunftsfähige Entwicklung urbaner Räume leisten? Dieser Frage ging die erste Veranstaltung der Reihe Kölner Perspektiven zu Stadt & Resilienz im Jahr 2024 nach.

Rund 120 Personen lauschten die Vorträgen von Prof. Gesa Ziemer, Professorin für Digital Urban Cultures an der HafenCity Universität und Direktorin des City Science Lab in Hamburg, und Dimitri Ravin, Initiator des Informationsportals www.urban-digital.de, bevor Timo von Lepel, Geschäftsführer der NetCologne, einen Bezug zu Köln herstellte. Petra Voßebürger vom Büro IKU_die Dialoggestalter aus Dortmund führte, wiederholt lebendig, das Publikum aus Planer*innen, Architekt*innen, Verwaltungsmitarbeiter*innen, Vertreter*innen der Stadtpolitik und interessierten Bürgern*innen durch den Abend.

© Stadt Köln / Sabine Große-Wortmann

Andree Haack, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales der Stadt Köln, begründete in seiner Begrüßung die Wahl des diesjährigen Schwerpunktthemas Resilienz: Köln und alle urbanen Räume müssen auf Herausforderungen wie gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen, Naturkatastrophen und nicht zuletzt auf die Folgen des Klimawandels schnell und flexibel reagieren können. Diese Ansätze griff auch Brigitte Scholz, Leiterin des Amts für Stadtentwicklung und Statistik, in ihrer Einleitung auf und stellte den Zusammenhang zur Stadtentwicklung her.

Begeistert überzeugte Dimitri Ravin mit seinem Vortrag über den Mehrwert der Digitalisierung: "ein Universum von digitalen Dingen kann zur Stadtentwicklung beitragen: autonome Fahrzeuge, E-Commerce, Kryptowährungen, Lieferdienste, Smartphones und -watches, Online-Banking, 3D-Drucker etc." Mit einem Bild unsortiert abgestellte Fahrräder und E-Scooter im öffentlichen Raum startete er in seinen Vortrag, bevor er beispielhaft digitale Innovationen aus Städten unterschiedlicher Größe vorgestellte. So konnte im münsterländischen Ahaus durch Einführung eines digitalen, smartphone-basierten Buchungstools der Bootsverleih im Schlosspark nach 20jähriger Pause wieder in Betrieb genommen werden. Kameras an Müllfahrzeugen erfassen in Menden den Straßenzustand, der dann mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet wird. Dies führt zu einer enormen Kostenersparnis im Vergleich zu Durchführung von Begehungen.

Anhand dieser und weiterer Beispiele zeigte er das breite Spektrum der Digitalisierung für die Stadtentwicklung auf. Ravin plädierte dafür Datenbereitstellung und –sicherheit eng zu verknüpfen, dabei auch externe Anbieter mit "ins Boot" zu holen und Win-Win-Situationen für Kommunen und Anbieter gleichermaßen zu schaffen. Zum Abschluss kam er auf sein Anfangsbild zurück und zeigte, dass in Berlin die Jelbi-App einen guten Beitrag zur Digitalisierung der Stadtentwicklung leistet: sie bündelt und vernetzt ÖPNV- und Sharing-Angebote unterschiedlicher Anbieter, zeigt kartenbasiert die festgelegten Abstellmöglichkeiten, während gleichzeitig die Verkehrsmittel ausgewählt, gebucht und bezahlt werden können.

Formen und Möglichkeiten datenbasierter Entscheidungsfindung stellte Prof. Dr. Gesa Ziemer in den Mittelpunkt ihres Vortrags zur urbanen Resilienz. In dem von ihr geleiteten City Science Lab der HafenCity Universität Hamburg werden Veränderungen und Entwicklungen von Städten im Kontext der Digitalisierung erforscht und städtischen Akteur*innen neue (digitale) Werkzeuge und Stadtmodelle für Entscheidungsprozesse angeboten. Als wichtige Voraussetzungen für eine datenbasierte Entscheidungsfindung betonte Prof. Dr. Ziemer Datensicherheit und Datenschutz, Bürger*innenbeteiligung, Schulung von Mitarbeitenden etc. Als praktisches Beispiel für den Mehrwert von digitalen Anwendungen im Kontext der Stadtentwicklung zeigte sie wie Hamburg bei der Identifizierung von Flächen für Windenergieanlagen vorgegangen ist. In einer datenbasierten, kollaborativen Workshopreihe wurde mit Teilnehmenden aus Politik, Behörden und Wirtschaft im City Science Lab planerische Grundlagen entwickelt, in Karten verarbeitet und dem Bürgermeister und Fachgruppen der Verwaltung zur weiteren Bearbeitung übergeben. Auch weltweit arbeitet Prof. Dr. Ziemer an dem Einsatz digitaler Instrumente in der Stadtentwicklung. In Botswana führte sie eine Bürgerbeteiligung durch, um das traditionelle Wissen der Bevölkerung in Bezug auf einen Flusskorridor zu digitalisieren und für die Planung nutzbar zu machen.

© Stadt Köln / Sabine Große-Wortmann

Prof. Dr. Ziemer schloss ihren Vortrag mit dem Appell, die Digitalisierung für die Bündelung von objektiven Informationen zu nutzen, um damit mehr datenbasierte Entscheidungen zu finden. Dadurch kann in hohem Tempo Wissen produziert werden und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden. Wichtig sei dabei die einfache Anwendung der Programme.

Im Anschluss an die beiden Vorträge kommentierte Timo von Lepel, Geschäftsführer der NetCologne, die Inhalte aus Kölner Sicht. Er stellte die Frage, wie sich Köln – mithilfe der Digitalisierung – resilient entwickeln kann. Er nannte das große kreative Potenzial, das es in der Stadt gibt und warb dafür, Digitalisierung als große Chance zu sehen, statt als Bedrohung. Die anschaulichen Beispiele aus den Vorträgen bestätigten seine Einstellung. Wichtig für die Akzeptanz von digitalen Instrumenten ist aus seiner Sicht eine transparente Informations- und Beteiligungskultur. In diesem Sinne sollten Stadt, Zivilgesellschaft und Wirtschaft ihre Kräfte bündeln. Wichtig sei, dass die Stadt dabei den ordnungspolitischen Rahmen setzt. Er sieht Köln nicht zuletzt durch das Wirken der NetCologne gut aufgestellt, um eine digitale Zukunftsstadt zu werden.

Im Anschluss an die beiden Vorträge und den Kommentar aus Kölner Sicht stellten sich Brigitte Scholz, Andree Haack und Timo von Lepel den Fragen des Publikums. Die Diskussionsrunde war sich einig, dass die Herausforderungen zwischen Stadtentwicklung und sich ständig verändernden technischen Möglichkeiten groß sind. Insbesondere Datenverfügbarkeit, -verknüpfung und -kontrolle sowie mehr digitale Beteiligungsmöglichkeiten und deren Moderation wurden in der Diskussion genannt.

Als Ausklang des impulsreichend Abends kamen Vortragende und Publikum zu einem lockeren Austausch im Foyer des Museums zusammen.

Rückblick auf Veranstaltungen der letzten Jahre

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