© Pascal Nordmann

Die Venloer Straße ist eine der zentralen Verkehrsadern in Ehrenfeld. Autofahrende, Radfahrende und zu Fuß Gehende teilen sich einen engen Raum. Die unterschiedlichen Ansprüche zwischen Kfz-, Rad- und Fußverkehr sind nur schwer miteinander zu vereinbaren.

Jetzt soll ein zweistufiger Verkehrsversuch helfen, den der Verkehrsausschuss Ende 2021 beschlossen hat, die Beeinträchtigungen zu minimieren.

Was ist geplant?

  • In der ersten Stufe haben wir in dem zentralen Abschnitt der Venloer Straße einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Tempo 20 eingerichtet.
  • In der zweiten Stufe wird zwischen Ehrenfeldgürtel und Innere Kanalstraße eine Einbahnstraße eingerichtet.

Mit Umsetzung des Verkehrsversuchs können wir den Verkehr beruhigen. Zudem wird die Anzahl der Kraftfahrzeuge reduziert. Mit der Einbahnstraßenregelung und dem Wegfall von Stellplätzen geben wir dem Fuß- und Radverkehr insgesamt mehr Raum und erhöhen damit Ihre Verkehrssicherheit. Die Auswirkungen der neuen Verkehrsregelungen untersuchen wir unter Realbedingungen. Mit den hierdurch gewonnenen Erkenntnissen erarbeiten wir für das gesamte Quartier eine verträgliche Lösung.

Umsetzung der ersten Stufe des Verkehrsversuchs

Zunächst haben wir Kurzzeitparkplätze auf der Venloer Straße in Räume für Außengastronomie, Sitzgelegenheiten, Fahrradabstellanlagen, Abstellflächen für Sharing-Systeme oder Lastenräder umgewandelt. Die verbleibenden Kurzzeitparkplätze werden wir nach und nach in Ladezonen umwandeln. Außerhalb der Zeiten, die dem Liefern und Laden vorbehalten sind, stehen diese Parkplätze Bewohnenden mit Parkberechtigung zu. Mit dieser Umsetzung wollen wir die Aufenthaltsqualität auf der Venloer Straße erhöhen.

Im Abschnitt zwischen Ehrenfeldgürtel und der Kreuzung Piusstraße/Franz-Geuer-Straße haben wir die Fahrradschutzstreifen durch Markierung gelber Kreuze aufgehoben. Anschließend haben wir die Beschilderung der Tempo 20-Zone Abschnitt installiert. Damit gilt für alle Verkehrsteilnehmenden die maximale Fahrgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern und die Regel rechts vor links an allen Kreuzungen und Einmündungen in diesem Abschnitt der Venloer Straße.

Um den Verkehr zusätzlich zu beruhigen, haben wir an drei Stellen mobile Fahrbahneinengungen einrichten lassen. Diese Elemente reduzieren die Fahrbahn auf eine Breite von vier MeternDadurch wird besonders für zu Fuß Gehende das Überqueren der Venloer Straße leichter. Die vorhandenen Fußgängerüberwege erhalten wir zunächst. Wenn eine Eingewöhnung erfolgt ist und sich der Fahrzeugverkehr reduziert, werden wir deren Notwendigkeit im Laufe des nächsten Jahres überprüfen. Ziel ist es, dass über die gesamte Straßenlänge ein Überqueren möglich ist. Damit wären zusätzliche Überwege für zu Fuß Gehende nicht mehr notwendig.

Was ist ein Verkehrsversuch?

Unsere Verkehrsplaner*innen prüfen fortlaufend, wie wir die Verkehrsnachfrage in Köln menschen- und umweltgerechter steuern können. Konzeptionelle Überlegungen münden oftmals in Verkehrsversuchen. Dabei steht die kurzfristige, faire Neuaufteilung der vorhandenen Verkehrsräume ohne Umbau im Vordergrund. Nutzungsbeschränkungen oder Nutzungsverbote für bestimmte Verkehrsarten oder Angebotserweiterungen zur Förderung des Umweltverbundes sind beispielsweise solche Maßnahmen.

In den engen, hochfrequentierten innenstadtnahen Bereichen geht es insbesondere um die Reduzierung des fließenden und ruhenden Kfz-Verkehrs zugunsten des Fuß- und Radverkehrs.

Warum ist die Venloer Straße für uns ein zentrales Mobilitätsvorhaben?

Die Venloer Straße ist eine der wichtigsten Geschäfts- und Einkaufsstraßen im Stadtteil Ehrenfeld. Ihre Verkehrs- und Netzbedeutung ist allgemein groß und die Nutzungsansprüche durch den Fuß- und Radverkehr sind besonders hoch. Bürgerschaft und Politik äußerten Umnutzungswünsche für diesen zentralen Bereich der Venloer Straße. Aufgrund des hohen öffentlichen Interesses und der zentralen Bedeutung dieser Geschäftsstraße für den gesamten Stadtbezirk zählt die Umgestaltung der Venloer Straße zu unseren zentralen Mobilitätsvorhaben.

Warum wurden Ampeln abgeschaltet und die Fahrradschutzstreifen außer Kraft gesetzt? Warum gilt jetzt die Regel rechts vor links?

In der ersten Stufe des Verkehrsversuchs haben wir im zentralen Abschnitt der Venloer Straße zwischen Innere Kanalstraße und Ehrenfeldgürtel einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit einer Tempo 20-Zone eingerichtet. Mit der Zonen-Beschilderung ist die Vorfahrtsregel eingetreten, die grundsätzlich in allen Zonen gilt: rechts vor links. Ampelanlagen und Markierungen, wie die von Fahrradschutzstreifen, sind innerhalb von Zonen nicht vorgesehen. Der Radverkehr nutzt daher die Fahrbahn. Aus diesem Grund haben wir Ampeln abgeschaltet und Markierungen außer Kraft gesetzt.

Wann wird die Einbahnstraßenregelung eingeführt?

Der Verkehrsversuch findet in zwei Stufen statt. Die erste Stufe mit der Einrichtung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs haben wir bereits umgesetzt. In der zweiten Stufe werden wir eine Einbahnstraße zwischen Ehrenfeldgürtel und Innere Kanalstraße einrichten. Um die Wirkung beider Maßnahmen auf Geschwindigkeit, Konflikte, Reduzierung des Durchgangsverkehrs und Verkehrsverlagerungen beurteilen zu können, werden wir zusätzlich zu den im Vorfeld erfolgten Erhebungen nach einer ausreichenden Eingewöhnungszeit weitere Erhebungen durchführen. Erst danach werden wir, mit den entsprechenden Erkenntnissen, die Einbahnstraße als zweite Stufe umsetzen. Nach einer weiteren Eingewöhnungszeit, unter Betrieb der Einbahnstraße, wollen wir mit entsprechenden weiteren Erhebungen eine Bewertung der Maßnahmen vornehmen, um die Grundlage für eine dauerhafte Lösung zu erhalten.

Warum wird Tempo 20 eingerichtet und wie wird die Einhaltung kontrolliert?

Die im verkehrsberuhigten Bereich geltenden Verkehrsregeln tragen zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs bei und sorgen gleichzeitig für eine grundsätzliche Entschleunigung. Als zusätzliche Verkehrsberuhigung und zur Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit haben wir an verschiedenen Stellen der Fahrbahn einengende Elemente errichtet. Ordnungsamt und Polizei werden den Bereich verstärkt kontrollieren.

Wie werden Parkverstöße, vor allem das Parken in zweiter Reihe verhindert?

Um dem Halten auf der Fahrbahn und dem Parken in zweiter Reihe entgegenzuwirken, haben wir im Verlauf der Venloer Straße zusätzliche Ladezonen eingerichtet. Diese stehen tagsüber zum Be- und Entladen und in den Abend- und Nachtstunden Bewohnenden mit Parkberechtigung zur Verfügung. 

Was passiert, um mehr Aufenthaltsqualität vor Ort zu schaffen?

Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, haben wir bereits 60 Kurzzeitparkplätze umgewandelt. Wo zuvor geparkt wurde, sind Räume für Außengastronomie, Sitzgelegenheiten, Fahrradabstellanlagen, Abstellflächen für Sharing-Systeme und Lastenradparken entstanden. Die verbleibenden Kurzzeitparkplätze haben wir zu Ladezonen gemacht, die abends Bewohnenden mit Parkberechtigung vorbehalten sind. Es hat sich bereits gezeigt, dass durch die Sitzgelegenheiten und der zusätzliche Platz für Fahrräder sowie Sharing-Angebote die Gehwege besser freigehalten werden. Zu Fuß Gehenden steht damit mehr Platz zur Verfügung. Eine neue Aufenthaltsqualität auf der Venloer Straße lässt sich bereits deutlich erkennen.

Wie kann ich mich informieren und beteiligen?

Über unser Beteiligungsportal können Sie sich zusätzlich über den Verkehrsversuch informieren. Wir werten derzeit Ihre Anregungen und Kommentare zur Maßnahme aus, die in der Beteiligungsphase bis zum 9. Oktober 2022 bei uns eingegangen sind. Sie fließen in die Entscheidung für die langfristige Nutzung des neu gewonnenen Raumes ein. In Planung sind weitere, auch analoge Beteiligungsformate, über die wir Sie gesondert informieren.

Die direkten Anlieger*innen informieren wir separat über den Verkehrsversuch.

Beteiligungsportal

Weitere Informationen

Kontakt

Wenn Sie Fragen, Hinweise oder Anregungen zum Verkehrsversuch Venloer Straße haben, nutzen Sie gerne unser Kontaktformular.

Kontaktformular des Amtes für nachhaltige Mobilitätsentwicklung