Die Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern in unseren Museen

In der Zeit des Nationalsozialismus sind zahlreiche Kunstwerke und Kulturgüter meist jüdischen Opfern des Regimes unrechtmäßig entzogen worden. Davon gelangten Objekte zwischen 1933 und 1945, aber auch noch danach, in die Museen der Stadt Köln.

Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges führten Untersuchungen der Alliierten dazu, dass Objekte in den städtischen Museen im Rahmen der äußeren Restitutionen an Frankreich und die Niederlande zurückgegeben wurden. Opfer des Nationalsozialismus hatten gleichzeitig bis zum 31. Dezember 1969 die Möglichkeit, auf Grundlage alliierter Gesetze bzw. des Bundesrückerstattungsgesetzes von 1957, die Rückgabe von Werken, die Ihnen zwischen 1933 und 1945 unrechtmäßig entzogen worden waren, einzuklagen. In dieser Weise gingen 53 Gemälde sowie sechs Skulpturen aus dem Wallraf-Richartz-Museum an Frankreich, die Niederlande sowie jüdische Opfer zurück.

Da auch nach mehr als 50 Jahren die Herkunft von Objekten in deutschen und anderen Museen noch nicht abschließend geklärt war, setzten sich 1998 Vertreter von 44 Nationen in den USA zusammen und vereinbarten in der sogenannten Washingtoner Erklärung, Mittel und Personen zur Verfügung zu stellen, um Kunstwerke zu identifizieren und an die rechtmäßigen Eigentümerinnen und Eigentümer als Opfer des Nationalsozialismus zurückzugeben.

Seither arbeiten die städtischen Museen ihre Bestände auf. In einem ersten Projekt untersuchte Dr. Katja Terlau mit Unterstützung der Sal. Oppenheim-Stiftung in den Jahren von 2000 bis 2002 die Herkunft der zwischen 1933 und 1945 vom Wallraf-Richartz-Museum erworbenen Gemälde und Skulpturen. Es folgten mehrjährige, von der Arbeitsstelle für Provenienzforschung bzw. der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste mitfinanzierte Forschungsprojekte unter anderem im Museum Ludwig.

2007 richteten wir eine unbefristete Referentenstelle für Provenienzforschung im Dezernat für Kunst und Kultur ein, mit der die Forschung in den Museen als dauerhafte Aufgabe professionalisiert und systematisiert wurde. Von 2007 bis 2012 führte die Kunsthistorikerin Dr. Roswitha Neu-Kock die Provenienzforschungen durch. Seit 2012 sind die Kunsthistorikerin Dr. Britta Olényi von Husen und der Historiker Dr. Marcus Leifeld für die Koordination der Provenienzforschung zuständig.  

Unsere Provenienzforschung erstreckt sich auf Kunst- und Kulturobjekte, die ab 1933 erworben bzw. inventarisiert wurden und deren Provenienzen unklar sind. Ziel ist es festzustellen, ob sich darunter Objekte aus ehemals jüdischen Besitz befinden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogen wurden und restituiert werden sollten. Neben der proaktiven Forschung werden Restitutionsforderungen bearbeitet. Hinzu kommen Prüfungen von Provenienzen im Rahmen von aktuellen Ankäufen, Stiftungen sowie Leihgaben.

Washingtoner Konferenz, Resultate und aktuelle Projekte

Am 3. Dezember 1998 fand die Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Nationalsozialismus mit Vertreterinnen und Vertretern aus 44 Nationen statt. Diese verpflichteten ihre Museen zur Provenienzforschung und zum "fairen und gerechten" Ausgleich mit den früheren jüdischen Eigentümerinnen und Eigentümern sowie deren Erbinnen und Erben. Unabhängig von Verjährungs- und Ausschlussfristen war es nun möglich, zahlreiche ungeklärte Fälle erstmals oder erneut aufzurollen.

Grundsätze der Washingtoner Konferenz

Die wesentlichen Ergebnisse unserer Provenienzforschung und insbesondere die Rückgabe von Kunst- und Kulturobjekten aus den städtischen Museen an die Opfer des NS-Regimes beziehungsweise ihre Nachfahren sind im Folgenden zusammengestellt.

Restitutionen Projekte Veranstaltungen und Publikationen

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