© Albert Speer + Partner GmbH

Die rechtsrheinische Innenstadt ist ein in weiten Teilen heterogenes Gefüge baulicher Strukturen mit unterschiedlicher Bausubstanz, Größe und Nutzung. Über die Jahrzehnte haben sich hier viele Funktionen angesiedelt, die aufgrund der linksrheinisch erhaltenen oder rekonstruierten historischen Strukturen keinen Platz finden konnten. Ein Ziel für diesen Interventionsraum ist die einheitliche Anordnung der einzelnen Quartiere. Außerdem sollen sie untereinander besser vernetzt und die dazwischen liegenden Grauzonen aufgelöst und nutzbar gemacht werden. Besonderes Augenmerk gilt der Ausbildung einer klaren Stadtkante entlang des grünen Ufers im Bereich des Rheinparks. Mit der Umnutzung der Hafenareale Deutz und Mülheim bekommt die rechte Rheinseite darüber hinaus eine städtebauliche Aufwertung und deutliche Erweiterung.  

Auch gilt es, die nach Vergrößerung und Verdichtung strebende Koelnmesse besser in den Stadtkörper zu integrieren. Eine Schlüsselposition nimmt hier der Bereich um den Ottoplatz/Deutzer Bahnhof mit dem Bau der MesseCity Köln ein. Mit dem Ausbau ihres Standortes in Deutz kann die Technische Hochschule Köln dem Stadtteil Deutz einen wichtigen Impuls geben.

In Bearbeitung

Deutzer Hafen

Der Städtebauliche Masterplan Innenstadt Köln führt die Entwicklung des Deutzer Hafens in ein modernes Stadtquartier als ein Schlüsselprojekt auf, mit dem die rechtsrheinische Stadtentwicklung auf flächen- und ressourcenschonende Weise vorangetrieben werden kann. 

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moderne stadt, die zusammen mit uns das Gelände entwickelt, sieht hier eine lebendige und breit angelegte Nutzungsmischung mit vielfältigen Wohnformen, einem 30-prozentigen Anteil geförderten Wohnungsbaus, Büros, Kindertagesstätten, Kreativ- und Dienstleistungsgewerbe, kulturellen Einrichtungen sowie öffentliche Freiflächen vor. Eine Voraussetzung für die zukünftige Nutzung des Hafenareals in Deutz ist neben dem Lärmschutz der Hochwasserschutz. 

© COBE

Im Rahmen eines kooperativen Verfahrens haben fünf interdisziplinäre Teams 2016 jeweils Entwürfe erarbeitetet. Der Siegerentwurf des dänischen Büros COBE zeigt eine dynamische Stadtlandschaft, die sich um das innenliegende Hafenbecken als Herzstück des neuen Quartiers anordnet. Diese soll als ein großes Ganzes wahrgenommen werden. Durch die Integration der historischen Gebäude und Industrierelikte erhält es viele charakteristische Orte. Die originäre "Deutzer-Blocktypologie" mit ortsspezifisch geformten, zueinander immer wieder versetzt angeordneten Baublöcken aus Bestands- und Neubauten ermöglicht variable Nutzungen und damit eine große, auch soziale Durchmischung. Jeder Block generiert stadträumliche Qualitäten, da er an einen Platz oder Grünraum angrenzt. Sämtliche öffentliche Räume sollen mit besonderer Aufmerksamkeit gestaltet und nicht nur intern, sondern über das Planungsareal hinaus mit der Stadt vernetzt werden. Auf der westlichen Halbinsel wird es drei Stadtteilparke geben, auf denen die unterschiedlichen Nutzungen für Sport und Freizeit geplant sind. Der aus dem Wettbewerb entwickelte Integrierte Plan fungiert als Rahmenplan für die weitere Entwicklung des Deutzer Hafens.

Planungsprozess

  • Machbarkeitsstudie, 2014
  • Kooperatives Verfahren, 2016
  • Integrierter Plan, 2018
  • Satzungsbeschluss des ersten Bebauungsplans im Areal: Deutzer Hafen – Teilplan Infrastruktur, Februar 2023

Sachstand

  • In Vorbereitung, Start erste Abrissarbeiten

Beteiligte

  • COBE (Kopenhagen)
  • moderne stadt, Gesellschaft zur Förderung des Städtebaus und der Gemeindeentwicklung mbH (Köln)
  • Stadtwerke Köln Konzern als Entwicklungsträgerin der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme
  • Stadt Köln

Weitere Informationen

Deutzer Hafen

Ersatzneubau Campus Deutz der Technischen Hochschule Köln

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Mit der Entscheidung, das Ingenieurwissenschaftliche Zentrum (IWS) der Technischen Hochschule Köln am Standort Deutz mit den Gebäuden der Fakultäten Architektur und Bauingenieurwesen/Umwelttechnik beizubehalten und zu entwickeln, unterstützt das Land Nordrhein-Westfalen als Bauherr das große Anliegen der Stadt und der Bibliothek, die rechtsrheinischen Bereiche aufzuwerten. In den kommenden circa 20 Jahren soll auf der Grundlage des von kister scheithauer gross entworfenen Masterplans ein Campus als ein deutlich lesbares Stück Stadt entstehen. Das von Zubringerstraßen umschlossene Planungsgebiet wird in sechs Baufelder unterteilt.

© BLB
© BLB

Diese umschließen einen großzügigen begrünten Platz, auf den auch die Mensa orientiert ist. Insgesamt sind in den Neubauten rund 45.000 Quadratmeter Nutzfläche geplant. Dazu gehören neben den Büros und Laboren der Fakultätsgebäude auch ein großes Hörsaalgebäude, eine bereits bestehende Bibliothek und die zentrale Mensa.

© kister scheithauer gross architekten und stadtplaner

Im Westen des Planungsgebiets soll nach der Entwicklung des Hochschulcampus neben preisgünstigem Wohnraum für Studierende ein Kreativquartier entstehen. In den drei deutlich kleinteiliger geplanten Blöcken können sich Forschungsinstitute oder Startup-Firmen niederlassen, die von der Nähe zur Hochschule profitieren würden. Für Deutz und die angrenzenden Stadtbezirke eröffnet der durchaus perspektivisch gedachte Ausbau des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums eine neue Facette im Blick auf die rechtsrheinische Zukunft.

Planungsprozess

  • Masterplanung nach einem städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb zum Teilneubau des Ingenieurwissenschaftlichen Zentrums für die Fachhochschule Köln in Köln-Deutz, 2014
  • Wettbewerbsphase Gebäude A und Hörsaalzentrum, 2018
  • Ausschreibung Generalplaner Hochbau für Gebäude C und Parkhaus, 2022
  • Seit 2023 Bauleitplanung für Gebäude C und D sowie für das Parkhaus

Beteiligte (Masterplanung)

  • ksg kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH (Köln)
  • Atelier Loidl Landschaftsarchitekten (Berlin)
  • BSV Verkehrsplanung (Aachen)

Nutzung

  • Technische Hochschule Köln

Auftraggeber Kernbereich

  • Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
Informationen zur Technischen Hochschule Köln

MesseCity Köln in Deutz

Das Messegelände in Köln hat einen einzigartigen Standortvorteil: Mitten in der Stadt gelegen, ist es mit öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch für den Individualverkehr sehr gut zu erreichen. Die Integration eines so großen und hochkomplexen Organismus in die Stadt und in seine direkte Nachbarschaft ist eine planerische Herausforderung.

© Lukas Roth

Die MesseCity, die derzeit zwischen den südlich gelegenen Hallen und dem Bahnhof Deutz umgesetzt wird, bildet einen harmonischen Übergang von der großmaßstäblichen Struktur der Messe zu den kleinteiligen Deutzer Veedeln und integriert die Messe besser in die Stadt. Grundlage für den seit 2013 rechtskräftigen Bebauungsplan ist der städtebauliche Entwurf von ASTOC. Dieser sieht auf dem 5,4 Hektar großen Planungsgebiet sechs Gebäudeblöcke vor, deren Kontinuität an zwei markanten Stellen durch Hochhäuser akzentuiert wird. Die Schauseite des neuen Quartiers ist dem Deutzer Bahnhof zugewandt. Die rhythmisch gegliederten Gebäudefronten zeigen Präsenz und machen eine individuelle Adressbildung möglich.

Auf der Messeseite dagegen erscheinen die bereits realisierten, beziehungsweise im Bau befindlichen Neubauten in einer kontinuierlichen Bewegung, die ihrem Gegenüber entspricht. Die Schnittstelle zwischen dem Stadtkörper und der Messe bildet der öffentliche Platz im Zentrum der MesseCity. Dieser um ein Geschoss angehobene "Messebalkon" ist nicht nur Kreuzungspunkt aller Wegeverbindungen, sondern auch eine großzügige Fläche, die zum Verweilen einlädt. Als eines unserer wichtigsten städtebaulichen Großprojekte streben wir das Ziel eines attraktiven Bürostandorts an. Das Ziel wird von den Projektentwicklern STRABAG und ECE Work & Live kontinuierlich verfolgt. Mit der Zürich Gruppe bezog im Jahr 2019 die erste Mieterin die drei westlichen Gebäude der MesseCity. 2021 wurde das Hotelgebäude mit den beiden Betreibern Adina Apartment Hotel und Motel One sowie der zentrale Messebalkon bereits fertiggestellt. Die beiden östlichen Gebäude befinden sich derzeit im Bau und werden 2024 beziehungsweise 2025 realisiert sein. Die MesseCity ist bereits ein lebendiges Stück Stadt geworden. Ihre besonderen Qualitäten leiten sich aus der Schwellensituation ihrer Lage ab. Diese ist eine große Chance für die räumliche Vernetzung der Messe mit der Stadt und dem Stadtteil Deutz.

Planungsprozess

  • Werkstattverfahren, 2006
  • Ausschreibung/Baukonzession, 2009 bis 2011
  • Rechtskraft Bebauungsplan, 2013
  • Fassadenwettbewerb, 2016
  • Spatenstich, 2016
  • Fertigstellung der westlichen Baufelder inklusive Messebalkon seit circa 2019

Beteiligte

  • ASTOC Architects and Planners GmbH (Köln)
  • Max Dudler (Berlin)
  • KSP Jürgen Engel Architekten (Braunschweig)
  • gmp von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg)
  • Ortner & Ortner (Köln)

Auftraggebende

  • MesseCity Köln  GmbH &Co.KG 
  • STRABAG Real Estate (Köln)
  • ECE Work & Live (Hamburg)  

Weitere Informationen

MesseCity Köln

Masterplan Koelnmesse 3.0

© Koelnemesse GmbH

Der innerstädtische Standort am Deutzer Rheinufer wird seit den 1920er Jahren als Messegelände genutzt. Zeugnisse dieser Zeit sind die bis heute erhaltenen Rheinhallen, der Messeturm und das Staatenhaus. Heute ist die Koelnmesse ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Köln und die gesamte Region. Derzeit verfügt die Messe über elf Hallen. Ihre historischen Bauten werden inzwischen anderweitig genutzt. Doch die Koelnmesse expandiert weiter und plant bis zum Jahr 2040 bedeutende Investitionen. Der vom Büro ASTOC erarbeitete Masterplan Koelnmesse 3.0 stellt hierbei die planerische Grundlage für ein weiteres Wettbewerbsverfahren dar.

Mit umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen, Neubauten und Investitionen in die Infrastruktur soll das drittgößte Messegelände Deutschlands baulich und funktional den zukünftigen Bedürfnissen angepasst werden. Ziel der Neubaumaßnahmen ist eine klare Organisation und Neuordnung der bestehenden und ergänzenden komplexen Nutzungs- und Erschließungsstrukturen, die eine optimal flexible Hallenkombination ermöglichen sollen. Mit 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und einer optimalen Anbindung im Messegelände bietet die neue Halle 1 seit 2021 hohe Flexibilität in der Funktionalität und Bespielbarkeit.

© Koelnmesse GmbH / Tobias Vollmer

Noch deutlicher wird diese Flexibilität im neuen Confex, das als Messe-, Kongress- und Eventhalle zugleich neuen Formaten aus Conference und Exhibition Raum bieten wird. Hier können ab 2024 erstmalig über 6.000 Kongressgäste an einem Ort zusammenkommen. Die Halle ist flexibel unterteilbar, und bietet einen vollständig digitalisierten Raum, der sowohl Live- und hybride Events ermöglicht. Um die Verkehrs- und Parkraumsituation auf und um das Messegelände zu verbessern, wurde unter anderem ein neues Parkhaus an der Zoobrücke geplant, welches zurzeit realisiert wird.

Planungsprozess

  • Wettbewerb Masterplan, 2014
  • Wettbewerb Hochbauten, 2015/2016
  • Design and Build Wettbewerb, sowie Fassadenwettbewerb Parkhaus, 2015/2016

Beteiligte

  • Koelnmesse GmbH
  • ASTOC Architects and Planners GmbH (Köln)
  • JSWD Architekten (Köln)
  • Stadt Köln
  • schulte architekten (Köln)
  • wulf architekten (Stuttgart)
Koelnmesse

Mülheimer Süden

Der Entwicklung des Mülheimer Südens kommt aufgrund seiner Größe von 46 Hektar und seiner zentralen Lage im Stadtgebiet stadtentwicklungspolitisch eine hohe Bedeutung zu. Seit Ende des 19. Jahrhunderts war der Mülheimer Süden Standort für weltweit agierende Industrie- und Gewerbeunternehmen. Für die heute überwiegend brachliegenden ehemaligen Gewerbe- und Industrieflächen soll eine qualitätsvolle Umgestaltung und Nachnutzung dieses historischen Ortes zu einem neuen lebendigen urbanen Stadtquartier mit einer überwiegend gemischten Nutzung erfolgen.

© Thomas Zimmer

Im Rahmen eines interdisziplinären Werkstattverfahrens wurde 2014 ein umfassendes Entwicklungskonzept sowie ein städtebaulicher Rahmenplan für den Mülheimer Süden entwickelt. Seitdem dient er als informelle Grundlage für die weiteren Planungen.

© Stadt Köln

Rheinseitig soll der Mülheimer Süden eine deutliche Stadtkante erhalten, der auch als Hochwasserschutz ein breiter Grünbereich vorgelagert wird. Insgesamt sind für das Gebiet einschließlich der Hafenmole und des Rheinboulevards entlang des Hafenbeckens rund 100.000 Quadratmeter öffentliche Grün- und Freiflächen mit ganz unterschiedlichen Qualitäten geplant.

Für die weitere Entwicklung und Qualifizierung des Quartiers stellen wir derzeit mehrere Bebauungspläne auf.

Planungsprozess

  • Werkstattverfahren Mülheimer Süden inklusive Hafen, 2013 bis 2014
  • Wettbewerbe für einzelne Baufelder Aufstellung beziehungsweise Änderung von fünf Bebauungsplänen
  • durch Satzungsbeschluss rechtskräftiger Bebauungsplan im Areal: Euroforum Nord 2014
  • Aufstellung eines Bebauungsplans im Deutz-Areal 2015
  • Aufstellung eines Bebauungsplans im Euroforum West 2015
  • Aufstellung eines Bebauungsplans im Lindgens-Areal 2015
  • Aufstellung eines Bebauungsplans im Otto-Langen-Quartier 2016

Beteiligte im Werkstattverfahren 

  • BOLLES+WILSON GmbH & Co.KG (Münster)
  • ksg kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH (Köln)
  • LAND Germany GmbH (Duisburg)
  • trint + kreuder d.n.a. (Köln)
  • BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung (Aachen)
  • SAL Planungsgruppe GmbH (Münster)
  • Thomas & Bökamp Ingenieurgesellschaft mbH (Münster)
  • Weiter Planungsbüros zur Konkretisierung der Planung und Qualifizierung der einzelnen Plangebiete, Baufelder und Einzelvorhaben

Weitere Informationen

Mülheimer Süden