Der Interventionsraum Nord-Süd-Fahrt umfasst den Straßenverlauf von der Ulrepforte bis zum Ebertplatz sowie die angrenzenden Areale des Opernquartiers und den Bereich zwischen Perlengraben und Blaubach. Die heutige Nord-Süd-Fahrt ist ein Relikt der Nachkriegszeit. Sie zeigt deutlich das Planungsparadigma der "autogerechten Stadt". Dies manifestiert sich vor allem in der ausgeprägten Breite der Straße und der Ausgestaltung der Knoten mit den kreuzenden innerstädtischen Straßen.

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Als einzige Verkehrsachse, die die Innenstadt mittig durchquert, muss sie nicht nur den verkehrlichen, sondern auch den besonderen städtebaulichen Anforderungen entsprechen. Seit Ende der 1980er Jahre gibt es Überlegungen zur Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt im Bereich zwischen Komödienstraße und Schildergasse. Eine oberirdische Variante würde wesentlich einfacher und kostengünstiger sein. Die Entwicklung des Verkehrs ist heute jedoch schwer einzuschätzen.

Den öffentlichen Raum des Opernquartiers mit seinen Plätzen und Straßenräumen möchten wir im Rahmen der Sanierung der Bühnen Köln aufwerten.

In Bearbeitung

Kernzone Opernquartier

Im November 2011 beschloss der Rat die denkmalgerechte Sanierung des nach Plänen von Wilhelm Riphahn zwischen 1957 und 1962 erbauten Ensembles aus Opernhaus, Schauspielhaus und Opernterrassen. Dem Beschluss vorausgegangen war eine intensive und öffentlich geführte Diskussion.

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Im Rahmen dieser Maßnahme soll unter dem Offenbachplatz eine Kinderoper gebaut werden. Den mit Brunnen (künstlerische Gestaltung von Jürgen Hans Grümmer) und farbigen Intarsien aufwendig gestalteten Offenbachplatz, möchten wir ebenfalls denkmalgerecht sanieren und mit neuen Nutzungen beleben. Ziel der von intensiver Bauforschung begleiteten Baumaßnahme ist es, bauphysikalische, akustische und konstruktive Schwachpunkte der denkmalgeschützten Substanz zu beheben. Infrastrukturelle und sicherheitstechnische Defizite werden beseitigt, Barrierefreiheit gewährleistet sowie die betrieblichen und künstlerischen Abläufe werden optimiert. Die Opernterrassen werden erweitert und zum "Kleinen Haus" umgebaut. Das "Kleine Haus" ist eine Studiobühne, die 150 Plätze umfasst. 

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Ein filigranes Dach ersetzt die Brücke. Bislang verband diese die Oper und die Opernterrassen. Sie erschwerte jedoch die Lesbarkeit der Plätze als Raumkontinuum. Das Dach markiert den Eingang in die neue Kinderoper. Ein weiterer Eingang befindet sich im Foyer der Oper. Größere Eingriffe in die Kubatur des Ensembles führen wir nur rückseitig durch. Der Stadtraum profitiert von der ganzheitlich angelegten Sanierung – nicht zuletzt durch eine Beruhigung des Verkehrs und eine Begrünung der umliegenden Straßen. Der Offenbachplatz soll möbliert werden. Nach denkmalgerechter Sanierung des mosaikverkleideten Brunnens und des grafisch gestalteten Bodenbelags soll er als ein ansprechender öffentlicher Raum wahrgenommen werden, der zum Verweilen einlädt.

Planungsprozess

  • Europaweites Ausschreibungsverfahren, 2010
  • Planungs- und Bauzeit, in Umsetzung

Beteiligte

  • Arbeitsgemeinschaft HPP Architekten/theapro (Köln)
  • Götz Lindlar Büro für Restaurierungsberatung (Bonn)
  • WES LandschaftsArchitektur (Hamburg)
  • Bühnen Köln
  • Stadt Köln

Weitere Informationen

Informationen zum Bauprojekt auf der Seite der Bühnen Köln
Baubeschluss zur Sanierung der Bühnen am Offenbachplatz

Abgeschlossen

Tel-Aviv-Straße

Auf der keilförmigen Grundstücksfläche zwischen Perlengraben, Tel-Aviv-Straße und Blaubach sind neue Wohnungen und Apartments entstanden. Nach Abbruch des ehemaligen Zollkriminalamts an der Tel-Aviv-Straße wurde dort ein sechsgeschossiges Wohnhaus mit drei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss neu gebaut. Dem voraus ging ein Realisierungswettbewerb, bei dem Boris Enning mit einem Entwurf für 79 Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größe überzeugte.

Südlich davon befindet sich im Bereich der stillgelegten Straßenverbindung zwischen Perlengraben und Tel-Aviv-Straße ein sechsgeschossiges Gebäude mit 286 möblierten Studierendenapartments, Fitnessstudio, Waschsalon und Dachterrasse. Wegen der vom Straßenverkehr umgebenden Insellage wurde das Wohnen an dieser Stelle durch eine besondere Wohnraumplanung sowie durch erhöhten Lärmschutz an den Fassaden und die Ausrichtung auf beruhigte Innenhöfe möglich gemacht.

© Axel Hartmann Fotografie
Außenansicht des Gebäudkomplexes "55 Frames" – Blick von der Tel-Aviv-Straße aus
© Axel Hartmann Fotografie
Gebäudekomplex "55 Frames" – Blick in den Innenhof
© Axel Hartmann Fotografie
Außenansicht des Gebäudekomplexes "55 Frames" – Blick vom Perlengraben

Planungsprozess

  • Wettbewerbsverfahren 2012
  • Umsetzung 2017
  • Fertigstellung Projekt "55 Frames" 2017

Beteiligte

  • Boris Enning Architekt (Köln)
  • Berlo Real GmbH (Köln)
  • nowinta Immobilien GmbH (Aalen)