© Elena Wettke/ecosign Akademie für Gestaltung Köln

Turku (finnisch) und Åbo (schwedisch) sind die Namen für Kölns finnische Partnerstadt in den beiden Landessprachen. Am 7. Juni 1967 sind Köln und Turku offiziell eine Partnerschaft eingegangen. Zwar ist Turku mit rund 186.000 Einwohnern (Stand Ende März 2016) um einiges kleiner, jedoch gibt es eine Reihe von Parallelen, die beide Kommunen verbindet: 

Wahrzeichen beide Städte sind sakrale Bauten. Der um 1300 eingeweihte Dom von Turku ist wie der Kölner Dom erzbischöflicher Sitz und gilt als bedeutendstes Beispiel für den mittelalterlichen Kirchenbau in Finnland.

Kennzeichnend für beide Städte ist auch die lange Tradition ihrer Universitäten. Die Universität zu Köln wurde 1388 gegründet, während Turku von 1640 bis 1828 die Akademie zu Turku als Vorläufer der Universität Helsinki beheimatete. 1920 wurde die finnisch-sprachige Universität Turku gegründet, der seit 2010 auch die vormals eigenständige Handelshochschule angegliedert ist. Im Zentrum des Wissenschaftsparks Turku gelegen ist sie heute die zweitgrößte Hochschule in Finnland. Als rein schwedisch-sprachige Universität nahm bereits 1918 die Åbo Akademi ihren Lehrbetrieb auf.

Köln und Turku liegen beide an Flussläufen und sind somit zu wichtigen Handelszentren entwickelt. Zwar gehörte Turku, anders als Köln, nicht zu den Mitgliedern des mittelalterlichen Städteverbundes, wie er 12. Jahrhundert entwickelt wurde, aber wirtschaftliche Beziehungen wurden gleichwohl international gepflegt. Heute zählen Turku und Köln zur 1980 wieder gegründeten Neuen Hanse. Im zweitgrößten Hafen nach Helsinki werden rund vier Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen. Ebenfalls rund vier Millionen Passagiere nutzen den Hafen an der Mündung des Aurajoki.

Auch kulturell hat Turku viel zu bieten. Mit einer Vielzahl von Museen und Galerien, fünf Kirchen sowie der Synagoge, der historischen Markthalle von 1896 und nicht zuletzt der Burg Turku braucht die sechstgrößte Stadt Finnlands den Vergleich mit Köln nicht scheuen. Das Kulturzentrum Logomo, entstanden in der ehemaligen Reparaturhalle für Lokomotiven, wurde am 15. Januar 2011 eröffnet. Im gleichen Jahr war Turku gemeinsam mit Tallinn Europäische Kulturhauptstadt. Geprägt wird Turku auch von vielen Musikfestivals von Rock/Pop über Dance bis Hip-Hop. Freunde klassischer Musik kommen bei den Musikfestspielen Turku auf ihre Kosten. Wie im ganzen Land wird auch in Turku der Tango als Ausdruck der finnischen Lebensart gepflegt.

Von Beginn der Partnerschaft an bis heute schauen beide Städte auf eine Menge gemeinsamer Aktivitäten zurück: Schülerinnen-, Schüler- sowie Studentinnen- und Studentenaustausche, Folkloreveranstaltungen in beiden Städten, Begegnungen zwischen den Universitäten sowie Treffen im verwaltungstechnischen Bereich finden in regelmäßigen Abständen statt.

Geschichte

Turku ist eine Stadt mit Geschichte und eine der wenigen europäischen Städte, deren Ortsbild noch durch deutliche Bauelemente vergangener Jahrhunderte geprägt ist.

Den Zeitpunkt der Gründung Turkus kann man heute nicht mehr genau bestimmen. Offiziell wird 1229 als Gründungsjahr genannt, als Papst Gregor IX den Bischofssitz hierhin verlegte. 1525 verlieh Gustav Vasa Turku die Stadtrechte. Damit ist Turku die älteste Stadt Finnlands.

Bereits 1280 wurde mit dem Bau des Doms begonnen. Die Grundsteinlegung für die Festung Turku fällt ebenfalls ins Ende des 13. Jahrhundert. am Hafen. Im Jahr 1556 ernannte König Gustav Vasa seinen Sohn Johan zum Herzog von Finnland und die Burg wurde durch ihn von der Festung zum Schloss ausgebaut. Insgesamt haben in dieser Festung 13 Könige residiert.

Prägend für Turku als religiöses Zentrum war die Zeit der Reformation. 1523 eroberte Schweden unter Gustav I. Wasa die Stadt. Unmittelbar nach seiner Krönung zum schwedischen König leitete er in die Reformation ein. Mikael Agricola, Schüler Martin Luthers in Wittenberg gilt als wichtigster Reformator. Auf seine Bibelübersetzung von 1548 geht die finnische Schriftsprache zurück. 

Die Herrschaft des schwedischen Königs Gustav II. Adolf und seiner Tochter Christina war für Turku eine Zeit des Fortschritts. Unter Generalgouverneur Peter Brahe wurden 1617 die Provinzverwaltung und 1623 das Hofgericht sowie die 1640 die Akademie zu Turku gegründet. Zudem wurde ein gesamtstädtischer Bebauungsplan aufgestellt. Turku avancierte damit zum geistigen Zentrum Finnlands.

1809 wurde Schweden gezwungen, seine finnischen Provinzen an das russische Zarenreich abzutreten. Bis 1812 war Turku die Hauptstadt des Landes. Dann wurde der Regierungssitz unter russischer Herrschaft nach Helsinki verlegt. Somit verließen auch die Staatsverwaltung und Behörden die Stadt an der Südwestküste. Seine Bedeutung verlor die ehemalige Hauptstadt Turku 1827, als sie fast völlig niederbrannte. Besonders schwer traf es die Universität mit ihrer Bibliothek. Sämtliche wissenschaftlichen Sammlungen wurden Opfer der Flammen. Nicht zuletzt ein Grund, warum die 1640 in Turku gegründete Universität nach Helsinki verlegt wurde.

Seine Unabhängig erlangte Finnland endgültig  1917.

Kultur und Sehenswertes

Am Nordufer des Flusses Aurajoki, direkt neben den Kaianlagen des Fährhafens gelegen, liegt das Schloss Turun linna. Es ist neben dem Dom das größte Gebäude in Turku. Bereits 1280 zum Schutz der Auro-Mündung errichtet, war es während des Mittelalters und darüber hinaus der wichtigste Stützpunkt des schwedischen Reiches. 

Das Schloss wurde im Laufe der Jahre mehrmals angegriffen, belagert und teilweise zerstört, zuletzt durch die schweren Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg. Liebevoll restauriert befindet sich heute in der sogenannten Vorburg ein historisches Museum, in dem die verschiedenen Epochen des Schlosses und eine geschichtliche Sammlung mit Möbeln, Kunsthandwerk und ähnlichen Kunstwerken veranschaulicht werden. Für Interessierte zugänglich ist auch die Hauptburg mit den Festsälen und der Schlosskirche.

Über die Schlossstraße (Linnankatu) und die Läntinnen Rantakatu, die parallel zum Fluss verlaufen, gelangt man in die eigentliche Innenstadt Turkus. Weiter flussabwärts, in unmittelbarer Nähe zum Rathaus und der Aurabrücke, steht eines der ältesten noch erhaltenen Holzhäuser der Stadt, das eingeschossige Qwensel - Haus (Qwenselin talo). Es ist eines der wenigen Gebäude, das den großen Brand von 1827 überstand. Vor nicht allzu langer Zeit wurde es im Stil des 18. Jahrhunderts restauriert. In diesem Haus befindet sich heute ein Apothekenmuseum, in dem man alte Apotheker-Instrumente, Gefäße und die Wohnung des Apothekers besichtigen kann.

Der Marktplatz (Kauppatori) ist der eigentliche zentrale Punkt der Stadt. Vom frühen Morgen bis etwa 14 Uhr werden hier montags bis freitags Gemüse, Obst, Blumen, Souvenirs, Textilien und vieles mehr feilgeboten. Von hier aus fahren auch alle Stadtbusse ab. Weitere Shoppingmöglichkeiten bieten sich rund um den Platz im sogenannten Hansa - Zentrum, hier findet man zahlreiche Läden und Warenhäuser, aber auch Cafés und Restaurants.

An der Nordseite des Marktes befindet sich die Orthodoxe Kirche (Ortodoksinen kirkko). Ein wunderschönes markantes Bauwerk mit einer grünen, von 16 mächtigen korinthischen Säulen getragenen Kupferkuppel. Nach den Plänen von Carl Ludwig Engel gebaut und 1846 fertiggestellt, beherbergt sie kostbare Ikonen von Mönchen des berühmten Klosters Valamo (Kauppatori).

Gegen Ende des letzten Jahrhunderts entstand nahe des Marktplatzes eine weitere Sehenswürdigkeit Turkus, die - von außen recht unscheinbar wirkende - alte Markthalle. In langen Reihen stehen hier die hölzernen Bäckerei-, Gemüse-, Metzger sowie Fisch-Marktstände. Nicht nur finnische Lebensmittel wie Rosinenwurst und Schärenbrot, sondern auch Köstlichkeiten aus aller Welt findet man hier.

Für den Museumsliebhaber hat Turku eine Menge im Angebot. Neben dem bereits erwähnten Apothekenmuseum gibt es noch

  • ein Kunstmuseum mit finnischer Kunst
  • das Sibeliusmuseum, in dem man Musikinstrumente, musikgeschichtliche Dokumente und Notenmanuskripte aus mehreren Jahrhunderten bestaunen kann
  • ein altes Bürgerhaus, dass das Leben einer reichen Familie nach dem Stadtbrand von 1827 veranschaulicht
  • das Biologische Museum mit Sammlungen von über 250 Tierarten, die in einer Aussstellung mit ausgestopften Tieren in insgesamt zwölf authentisch finnischen Landschaftsszenen dargestellt werden und
  • das Museumsschiff Sigyn.

Rockfans kommen auf jeden Fall einmal im Jahr beim ältesten Rockfestival des Landes, dem Ruisrock, auf ihre Kosten. Dieses Festival findet im August auf der Insel Ruissalo vor Turku statt.

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