Stefanie Popp und Andreas Keil stellen in den Räumen der Horbach Stiftung aus

2027 feiert die Ausstellungsreihe "Update Cologne" in den Räumen der Michael Horbach Stiftung ihre zehnte Ausgabe. Für das Jubiläum hat die Jury Stefanie Popp und Andreas Keil ausgewählt: zwei malerische Positionen derselben Generation, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich gerade deshalb auf besondere Weise ergänzen. Die figurativ-symbolische Bilderwelt Stefanie Popps und die skulptural-reduzierte Farbforschung Andreas Keils markieren zwei sehr verschiedene künstlerische Haltungen. Bei aller Differenz eint sie die Aufforderung, genauer hinzusehen, Ambivalenzen auszuhalten und den Blick auf die komplexe Gegenwart zu schärfen.

Stefanie Popp (geboren 1974 in Bonn) lebt und arbeitet seit 2002 in Köln. Popp entwickelt eine figurativ-symbolische Bildsprache, in der weibliche Figuren und Tiermotive zu vertraut wirkenden und zugleich rätselhaften Hybridwesen verschmelzen. Ihre oft symmetrisch angelegte Malerei bildet einen geordneten Rahmen für eine träumerische Bilderwelt, bevölkert von starken weiblichen Charakteren. Popkulturelle Elemente verbinden sich mit mythologischen, religiösen und mystischen Bezügen. Jahrhundertealte Ikonografie verschränkt sich mit gegenwärtiger visueller Kultur. Daraus entsteht eine Typologie zeitgenössischer Protagonistinnen, die auch in Popps plastischen Werken erscheinen. Popp studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Walter Dahn. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Ein Video der Künstlerin befindet sich in der Sammlung des ZKM, Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.

Andreas Keil (geboren 1970 in Esslingen am Neckar) verfolgt demgegenüber eine konsequent gegenstandsfreie Malerei. Er lebt und arbeitet seit 2004 in Köln und studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Horst Antes und Lois Weinberger. Keils meist kleinformatige Arbeiten entstehen auf gefundenen hölzernen Objekten aus dem Kölner Stadtraum und verleihen der Malerei eine skulpturale Dimension. Vielschichtige Farbaufträge lassen reliefartige Bildobjekte entstehen, die in einen unmittelbaren Dialog mit dem Raum und insbesondere mit der veränderlichen Lichtsituation treten. Seine Werke sind radikal selbstreferenziell: Farbe, Bildträger, Oberfläche und Material werden selbst zum Gegenstand der Untersuchung und das Sehen selbst zum Thema.

Seit 2013 ist er Kurator und Betreiber des Kunstraums K634 in Köln. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem CityARTist-Preis NRW (2022) sowie einem Arbeits- und Recherchestipendium der Stadt Köln (2021).

Termine:
Vernissage: Sonntag, 10. Januar 2027, 11 bis 14 Uhr, Laufzeit bis 21. Februar 2027
Artist Talk: Sonntag, 31. Januar 2027, 12 Uhr
Finissage mit Präsentation der Ausstellungspublikation: Sonntag, 21. Februar 2027, 11 bis 14 Uhr

Ort: Ausstellungsräume der Michael Horbach Stiftung, Wormser Str. 23, Köln-Innenstadt

Öffnungszeiten:
mittwochs und freitags von 15.30 bis 18.30 Uhr sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung. Über die Karnevalstage (4. bis 10. Februar 2027) bleibt die Ausstellung geschlossen.

Hintergrund
Das Format "Update Cologne" widmet sich Kölner Künstler*innen ab 50 Jahren, die schon über einen langen Zeitraum kontinuierlich in Köln tätig sind, deren Arbeiten aber – aufgrund eines Mangels an großzügigen Ausstellungsräumen – hier vor Ort selten in größerem Rahmen gezeigt wurden. Aus diesem Bedarf erwuchs 2017 eine Initiative des Kulturamtes Köln mit dem Ziel, neue Kooperationspartner*innen zu finden, um Kölner Künstler*innen ein geeignetes Angebot zu machen. Dank der Zusammenarbeit mit der Michael Horbach Stiftung ist es gelungen, seither jährlich der hiesigen Künstlerschaft die geeigneten und stark nachgefragten Räumlichkeiten der Stiftung für eine große Ausstellung zur Verfügung zu stellen.

In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen von "Update Cologne" Werke von Adi Meier-Grolman (2018), Heiner Blumenthal und Matthias Surges (2019), Doris Frohnapfel und Jon Shelton (2020), Gudrun Barenbrock (2021), Christine Reifenberger (2022), Andreas Kaiser (2023), Victoria Bell (2024), Wolfgang Lüttgens (2025) sowie das Künstlerduo Dan Dryer (2026) gezeigt.

Die Ausstellungsreihe wird konstant vom Kulturamt der Stadt Köln als Mitinitiator der Reihe gefördert – für diese Ausgabe mit 22.275 Euro – sowie gegebenenfalls von weiteren Förderern. Aus diesen Mitteln werden die Miete für die Räumlichkeiten der Horbach Stiftung, ein Katalog sowie die kuratorische und organisatorische Begleitung der Ausstellung und Ausschreibung finanziert. Die Künstler*innen erhalten ein Honorar inklusive Produktionskostenzuschuss.

Seit 2018 fungiert das Kulturwerk des BBK Köln e.V. als Träger der Reihe und informiert auf der Website www.update-cologne.de regelmäßig über den Status des Projekts. Kuratiert wird "Update Cologne" von Birgit Laskowski (www.zerofold.de).

 

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit