Neue Präsentation im Kölnischen Stadtmuseum
Am 20. April 1896 schreibt Köln Filmgeschichte: Am Augustinerplatz 12 wird mit dem "Cinématographe Lumière" erstmals in Deutschland ein Filmprogramm vor zahlendem Publikum gezeigt. Damit gehört Köln zu den Orten, an denen die Kinogeschichte ihren Anfang nahm. Anlässlich des diesjährigen Jubiläums lädt "FILM AB! 130 Jahre Kino und Film in Köln" im Open Space des Kölnischen Stadtmuseums vom 15. Oktober 2026 bis 14. März 2027 zu einer kleinen multimedialen Zeitreise ein – von den ersten Filmvorführungen und -aufnahmen bis heute.
Bereits 1896 wird die Stadt selbst in bewegten Bildern festgehalten. Um 1900 entstehen die ersten Lichtspielhäuser, das Medium Film entwickelt sich in immer neuen Formen weiter und Köln selbst wird zur vielseitigen Filmlocation.
Mit vielen historischen und aktuellen Filmausschnitten erzählt "FILM AB!", warum der "Cinématographe Lumière" ausgerechnet nach Köln kam, wie die Stadt erstmals im Film auftauchte und wie rasant sich die Kölner Kinoszene entwickelte. Lebendig vermittelt wird zudem, welche besonderen Spielarten des Films in Köln entstanden – und was Köln bis heute zur beliebten Filmlocation macht.
Damit setzt das Kölnische Stadtmuseum die Reihe kleiner, kompakter Ausstellungen im Open Space im Museumsfoyer fort, die – oft gemeinsam mit Künstler*innen, Vereinen und Initiativen – historische Themen mit aktuellen Bezügen aufgreifen. Eine besondere Rolle spielt dabei das begleitende Veranstaltungsprogramm, das die Themen vertieft und erweitert. Der Eintritt ist frei.
Wie die Schokolade den Film nach Köln brachte
Köln nimmt in der Kino- und Filmgeschichte von Beginn an eine besondere Rolle ein: Der technikbegeisterte Kölner Schokoladenfabrikant Ludwig Stollwerck holte 1896 den von den Brüdern Auguste und Louis Lumière entwickelten "Cinématographe Lumière" aus Frankreich nach Köln. Er erkannte früh das Potenzial der laufenden Bilder und erwarb die Deutschlandrechte für diese Filmtechnik.
Nur wenig später wird Köln selbst zum Motiv des neuen Mediums. Bereits im Mai 1896 hält der französische Kameramann Charles Moisson den Dom, den Hauptbahnhof und den städtischen Alltag in bewegten Bildern fest. Die neue Technik begeistert: Bereits um 1900 entstehen in Köln die ersten Lichtspielhäuser. Ihre Blütezeit erlebt die Kölner Kinolandschaft in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren, als zahlreiche Kinos das Stadtbild prägen.
Gleichzeitig entwickelt sich der Film technisch und künstlerisch rasant weiter – vom Stumm- zum Tonfilm, von Schwarz-Weiß zu Farbe und von frühen Attraktionen und Werbefilmen zu Spielfilmen, Fernsehen, Video und experimentellen Arbeiten.
Wandelbare Filmlocation
Und noch auf einer anderen Ebene etabliert sich Köln als besonderer Ort der Kino- und Filmgeschichte. Seit den ersten Aufnahmen 1896 präsentiert sich die Stadt immer wieder als wandelbare, vielseitige Filmlocation. Zwar verliert Köln in den 1920er-Jahren im Bereich der Produktion den Anschluss an die Filmmetropole Berlin, doch das ändert sich mit der Einführung des Fernsehens.
130 Jahre Filmgeschichte in elf Ausschnitten
Elf Kurzfilme und Filmausschnitte aus 130 Jahren Kölner Filmgeschichte stehen im Mittelpunkt des neuen Open Space – von frühen Lumière-Filmen aus dem Jahr 1896 über den Stummfilm-Krimi "Der Bettler vom Kölner Dom" von 1927 und die Aufnahmen eines Fluxus-Happenings aus den 1990er-Jahren bis hin zum Spielfilm "Köln 75" von 2024. Ergänzt werden die Ausschnitte durch spannende Fotografien der Orte, an denen die Kölner*innen seit 1896 Filme geschaut haben.
Köln gehörte früh zu den Städten, die das neue Medium Film für sich entdeckten. Mit "FILM AB!" zeigen wir – kompakt und konzentriert –, wie eng die Geschichte des Films und des Kinos mit der Geschichte unserer Stadt verbunden ist,
erklärt Dr. Matthias Hamann, Direktor des Kölnischen Stadtmuseums.
"Besucher*innen können den Open Space ohne Eintritt besichtigen und so auch mehrmals wiederkommen und die Filmausschnitte in Ruhe genießen."
Bei der Auswahl stand vor allem eines im Mittelpunkt: die besondere Anziehungskraft, die bewegte Bilder seit ihren Anfängen entfalteten
Uns fasziniert, dass aus einer technischen Erfindung eine neue Kunstform entstanden ist, die uns bis heute in den Bann nimmt,
so die Kuratorinnen Stefanie Wüster-Bludau und Caroline Nokel von Köln im Film e. V.
Abwechslungsreiches Begleitprogramm
Zu den Höhepunkten des Begleitprogramms zu "FILM AB!" gehören mehrere Filmabende, ein Trickfilm-Workshop für Jugendliche, ein Kino-Quizabend für Teams und Einzelpersonen und vieles mehr.