"Köln baut bezahlbar": Neue Rahmenbedingungen für kostengünstigeres Bauen

Der Rat der Stadt Köln hat die zentralen Maßnahmen aus dem Prozess "Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle" in seiner Sitzung am Donnerstag, 8. Oktober 2026, mehrheitlich beschlossen. Damit hat der Stadtrat über eine der umfangreichsten Vorlagen zum Kölner Wohnungsbau entschieden. Hiermit sollen die Rahmenbedingungen so verändert werden, dass dringend benötigte Wohnungsbauprojekte wieder wirtschaftlich und damit tatsächlich umgesetzt werden können.

Oberbürgermeister Torsten Burmester:

Mit dem Beschluss haben Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Politik gemeinsam einen wichtigen Schritt getan. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt nun mit der Umsetzung. Entscheidend ist, dass die Erleichterungen in den Projekten ankommen und in Köln wieder mehr Wohnungen gebaut werden. Dann erreichen wir unser Ziel: dass die Menschen in Köln wieder Wohnungen finden – bezahlbar und in lebenswerten Quartieren.

In einem rund fünfmonatigen Prozess hatten etwa 150 Vertreter*innen aus Verwaltung und Wohnungswirtschaft gemeinsam untersucht, wie Wohnungsbau in Köln einfacher und kostengünstiger werden kann. Rund 150 Maßnahmen und Lösungsansätze wurden erarbeitet, darunter 22 Vorschläge zur Anpassung kommunaler Vorgaben.

Bauen ist heute sehr teuer. Neben den Anforderungen von Bund und Land tragen auch zusätzliche kommunale Vorgaben zu den Kosten bei. Deshalb wurde sorgfältig geprüft, welche Anforderungen reduziert oder angepasst werden können, ohne die Qualität lebenswerter Quartiere aus dem Blick zu verlieren.

Konkrete Erleichterungen für Wohnungsbauprojekte 

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Anpassung des energetischen Standards, Erleichterungen bei der Stellplatzpflicht und flexiblere Grünflächenanforderungen. Beispiele für die größten Hebel des Maßnahmenpakets sind:

  • Energetische Standards: Künftig kann alternativ zum bislang geforderten Effizienzhaus-40-Standard auch der gesetzliche Gebäudeenergiegesetz-Standard (GEG) in Verbindung mit einer klimaneutralen Wärmeversorgung gewählt werden. Damit bleibt eine klimafreundliche Energieversorgung gewährleistet, während insbesondere die Kosten für aufwendige bauliche Maßnahmen reduziert werden können. Die Anpassung des energetischen Standards ist einer der großen Hebel zur Baukostenreduzierung.
  • Weniger Stellplätze: Ein weiterer großer Kostenfaktor sind die Anforderungen an Stellplätze und Tiefgaragen. Besonders beim Studierendenwohnen können durch den Wegfall der Stellplatzpflicht erhebliche Kosten eingespart werden. Bei Baulücken und Aufstockungen hatten Verwaltung und Wohnungswirtschaft vorgeschlagen, bei kleineren Vorhaben auf den Stellplatznachweis zu verzichten. Die Politik hat diese Erleichterung sogar noch deutlich ausgeweitet. Damit können insbesondere kleinere Wohnungsbauprojekte und die Nachverdichtung bestehender Quartiere erleichtert werden.
  • Flexiblere Grünflächenstandards: Auch bei den Grünflächenanforderungen werden neue Spielräume geschaffen. Die bisherigen Flächenanforderungen werden reduziert, um Grundstücke wirtschaftlicher nutzen und Kosten für die Herstellung von Grünflächen senken zu können. Die Reduzierung wird durch zusätzliche Begrünungsmaßnahmen auf privaten Flächen, in räumlicher Nähe oder durch hochwertige Dachbegrünung ausgeglichen. So sollen Baukosten reduziert werden, ohne die Klimaanpassung und die Qualität lebenswerter Quartiere aus dem Blick zu verlieren.

Auch bei Spielplätzen und weiteren kommunalen Standards wurden Anpassungen vereinbart, die Kosten reduzieren und Planungen erleichtern sollen. Insgesamt wurden im Prozess erhebliche Einsparpotenziale identifiziert. Mit den kommunalen Maßnahmen leistet Köln einen eigenen wichtigen Beitrag zur Senkung der Baukosten.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Während bundesweit über die Notwendigkeit von Deregulierung und einfacheren Baustandards diskutiert wird, geht Köln nun einen konkreten Schritt und passt auch die eigenen kommunalen Vorgaben an. Dem Beschluss gingen intensive politische Beratungen voraus, die schließlich zu einer breiten politischen Verständigung führten. Der mehrheitliche Beschluss zeigt, dass die Politik die gemeinsame Arbeit von Verwaltung und Wohnungswirtschaft aufgreift und die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau aktiv verbessern will.

In der Umsetzung soll ein begleitendes Monitoring zeigen, ob die Maßnahmen tatsächlich zu Kosteneinsparungen, schnelleren Verfahren und mehr Wohnungsbau führen.

Die Beschlussvorlage ist im Ratsinformationssystem einsehbar unter: SessionNet | "Köln baut bezahlbar | Wohnen für alle"

Mehr Informationen zum Prozess und zu den Maßnahmen auf der Webseite der Stadt Köln: Köln baut bezahlbar – Wohnen für alle

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit