Stadtrat fasst Baubeschluss – mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr
Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 8. Oktober 2026, den Neubau der Brücke Widdersdorfer Straße beschlossen. Die Brücke führt über Gleise der "Häfen und Güterverkehr Köln" (HGK) und ist eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen Ehrenfeld, Braunsfeld und Müngersdorf. Um die Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer*innen zu sichern, wird die Stadt rund 6,73 Millionen Euro in das Brückenprojekt investieren.
Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr
Der Neubau verbessert die Aufteilung der Straße deutlich. Die neue Brücke wird insgesamt 20 Meter breit. Auf beiden Seiten entstehen breite Wege für den Rad- und Fußverkehr: Die Radwege sind jeweils 2,75 Meter, die Gehwege jeweils 2,50 Meter breit. Für den Autoverkehr bleibt in jeder Richtung eine Fahrspur erhalten. Außerdem sind Parkbuchten vorgesehen. Neue Bäume zwischen den Parkplätzen sorgen für mehr Grün und tragen dazu bei, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Gleichzeitig werten sie das Straßenbild auf.
Innovative Bauweise minimiert Einschränkungen
Die Widdersdorfer Straße ist eine wichtige Verbindung für Anwohner*innen und viele Pendler*innen. Deshalb hat die Stadtverwaltung ein Baukonzept entwickelt, das den Verkehr auch während der Bauarbeiten so weit wie möglich aufrechterhält. Der Bau erfolgt in zwei großen Phasen:
- Phase 1: Der Verkehr wird einspurig mit Ampelschaltung über die Nordseite geführt, während die südliche Brückenhälfte neu gebaut wird.
Phase 2: Sobald der Südteil fertig ist, fließt der Verkehr bereits zweispurig über den Neubau, während die Nordseite komplettiert wird.
Lediglich für den Abbruch und das Einheben der großen Fertigteile muss die Straße für einige Stunden vollständig gesperrt werden. Die Betriebe im Gewerbegebiet Müngersdorf sowie des Luisenviertels bleiben während der gesamten Bauzeit für Autos und Lastwagen erreichbar.
Digitales Pilotprojekt: BIM und Hochtechnologie
Der Neubau der Brücke nutzt moderne Technik. Das Projekt wird erstmals mit der digitalen Planungsmethode "Building Information Modeling" (BIM) umgesetzt. Dabei arbeiten alle Beteiligten mit einem gemeinsamen digitalen Modell. Das erleichtert die Zusammenarbeit und hilft, die Qualität während der Planung und des Baus zu sichern.
Da die Brücke eine besondere Form hat und über Bahngleise gebaut wird, kommen speziell angefertigte Spannbetonfertigteile zum Einsatz. Sie können vor Ort schnell eingebaut werden und sorgen für eine hohe Bauqualität.
Zeitplan und Vorlauf
Bevor die eigentlichen Brückenarbeiten beginnen können, müssen umfangreiche Versorgungsleitungen – darunter wichtige 110-kV-Hochspannungsleitungen – verlegt werden. Die Verlegung der Starkstromleitung ist bereits im Januar 2026 gestartet und soll bis zum dritten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Anschließend beginnen die Arbeiten an der Brücke. Die reine Bauzeit der Brücke ist mit 20 Monaten veranschlagt.
Unter SessionNet | Baubeschluss zum Ersatzneubau Brücke Widdersdorfer Straße
über die Bahntrasse der HGK Köln Ehrenfeld/ Lindenthal sowie Freigabe von investiven Auszahlungsermächtigungen kann die Vorlage mit Anlagen im Ratsinformationssystem der Stadt Köln abgerufen werden.