Kostenfreie Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen in den Museen
Wie fühlt sich Seide an? Welche Strukturen lassen sich ertasten? Und wie können Bilder allein durch ausführliche Beschreibungen vor dem inneren Auge entstehen? Anlässlich der bundesweiten Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2026 laden der Museumsdienst Köln und die Museen der Stadt Köln zu sieben besonderen Führungen für blinde und sehbehinderte Menschen sowie ihre Begleitpersonen und Freund*innen ein.
Die Angebote eröffnen neue, ganz eigene Zugänge zu Kunst, Kultur und Geschichte. Dabei geht es nicht allein um die Vermittlung von Wissen, sondern vor allem um das gemeinsame Entdecken und Erleben. Beschreibungen, Gespräche, Tastobjekte und weitere sinnliche Erfahrungen machen Kunst und Kultur auf vielfältige Weise erfahrbar.
Kunst und Kultur mit anderen Sinnen entdecken
Die Führungen finden in insgesamt sieben Museen der Stadt Köln statt und greifen die jeweiligen Sammlungen und Themen auf. Im Museum für Ostasiatische Kunst etwa können die Besucher*innen den Weg vom Kokon zum kostbaren Seidenkimono kennenlernen und dabei unterschiedliche Eigenschaften von Seide ertasten. Im Rautenstrauch-Joest-Museum stehen die sinnliche Wahrnehmung von Formen und Strukturen und der Austausch über unterschiedliche Kulturen im Mittelpunkt. Im NS-Dokumentationszentrum wird Geschichte anhand ausgewählter Exponate buchstäblich begreifbar.
Auch für die Kunstvermittlung im Museum Ludwig spielt die detaillierte Beschreibung eine zentrale Rolle: Bei der Führung "Über Worte zu Bildern" werden ausgewählte Kunstwerke ausführlich beschrieben und anschließend gemeinsam im Gespräch entdeckt. So können sich Besucher*innen unabhängig von ihrer Sehfähigkeit mit Kunst auseinandersetzen und ihre eigenen Eindrücke und Vorstellungen einbringen.
Die Angebote zeigen zugleich, wie vielfältig inklusive Kulturvermittlung sein kann. Der Museumsdienst Köln entwickelt seit vielen Jahren Vermittlungsformate für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Dazu gehören neben Angeboten für blinde und sehbehinderte Menschen unter anderem auch Formate für Menschen mit demenziellen Veränderungen oder Angebote für Menschen mit Hörbehinderung. In den Museen der Stadt Köln können Menschen mit Behinderungen grundsätzlich Bildungs- und Vermittlungsangebote wahrnehmen.
Kunst und Kultur sind für alle da. Deshalb wollen wir unterschiedliche Zugänge schaffen, die den individuellen Bedürfnissen der Besucher*innen entsprechen und zugleich ein gemeinsames Museumserlebnis ermöglichen,
so Barbara Foerster, Direktorin des Museumsdienstes Köln.