Stipendien zum achten Mal vom Jungen Literaturhaus ausgeschrieben
Manfred Theisen und Stefanie Gerstenberger sowie Adrian Draschoff und das Autorin-Illustratorin-Duo Anna Sarvira und Ute Wegmann erhalten die diesjährigen Stipendien für Kinder- und Jugendliteratur der Stadt Köln. Die Stipendien wurden zum achten Mal vom Jungen Literaturhaus Köln ausgeschrieben und im Zuge der Autor*innen-Förderung mit Mitteln der Stadt Köln und der Imhoff Stiftung ausgestattet. Die dreiköpfige Jury, bestehend aus Susanne Carp, Selim Özdogan und Helena Trapp traf ihre Entscheidung anhand der eingereichten Exposés und Textproben in einem anonymisierten Auswahlverfahren.
Manfred Theisen (Jahrgang 1962) arbeitete unter anderem acht Jahre als Redakteur einer Tageszeitung, bevor er freier Autor wurde, vor allem von Kinder- und Jugendbüchern. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und ausgezeichnet. Zuletzt erschienen der Kriminalroman "Der Pate von Ehrenfeld" und "Der Kardinal in der Wanne" (2024) sowie das Jugendbuch "Kennst du mich?" (2026). Er überzeugte die Jury mit seinem Jugendroman "Limbit" (Arbeitstitel):
Manfred Theisen entwirft eine sich aufzwängende nahe Zukunft, in der die Probleme und Kontraste unserer Gegenwart sichtbar werden. Skizziert wird eine Welt, in der technologischer Fortschritt und soziale Ungerechtigkeiten miteinander verzahnt sind. Zwei Jugendliche, einer aus privilegiertem Haushalt, die andere einem aufgegebenen Stadtteil entstammend, schließen sich zusammen und begeben sich auf eine Reise...
Stefanie Gerstenberger (Jahrgang 1965) begann nach dem Studium und Stationen unter anderem bei Film und Fernsehen Romane für Erwachsene zu schreiben. Inzwischen sind von ihr auch zahlreiche Kinder- und Jugendbücher erschienen, zuletzt die Kinderbuchreihe 'Die Wunderfabrik' (2020-2021) und der Jugendroman 'Emmas Herzdilemma'. Die Jury begründet die Entscheidung für ihr Jugendbuch Florenz, Raffaele, Michelangelo und ich (Arbeitstitel) folgendermaßen:
Stefanie Gerstenberger nimmt uns mit in das von Tourist*innen überlaufene Florenz, dem sie ungesehene Facetten hinzufügt. Dieser Coming-of-Age-Roman voller Farben, Kunst, verschollener Skizzen und skurriler Gestalten wird verwoben mit einer Krimi-Handlung.
Adrian Draschoff (Jahrgang 1981) lebt als Filmemacher, Autor und Regisseur in Köln. Er arbeitete an fiktionalen und dokumentarischen Produktionen für verschiedene TV-Sender, für Netflix und fürs Kino. Für die Anti-Rassismus Kinderserie Moooment wurde er mit dem Autorenteam unter anderem für den Grimme-Preis nominiert. 2024 erschien sein Kinderbuch 'Wenn du träumst'. Die Entscheidung für seinen Kinderroman Da ist der Wurm drin (Arbeitstitel) begründet die Jury wie folgt:
In einer direkten Ansprache gelingt es Adrian Draschoff, die Leser*innen in eine fantastische Welt hineinzuziehen. Wir begleiten kleine Wesen und ein Kind dabei, wie sie sich ihren Ängsten stellen und dadurch neue Räume des Miteinanders eröffnen.
Anna Sarvira und Ute Wegmann überzeugten die Jury mit ihrem Bilderbuchprojekt Stadtkind, mit dem sie sich gemeinsam bewarben:
Ein nicht mehr ganz so kleiner Junge zieht mit seinen Eltern und dem neuen Geschwisterchen vom Bauernhof der Großeltern in die Stadt. Der Neubeginn stellt ihn vor zahlreiche Herausforderungen. Im Treppenhaus findet er Zuflucht bei einer Ente und kurz darauf eine neue Freundin. Den Illustrationen gelingt es mit sparsamen Mitteln, die Innenwelt des Kindes zu spiegeln.
Anna Sarvira (Jahrgang 1986) lebt als Illustratorin und Kuratorin in Köln. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Bilderbuchmuseum in Troisdorf und im Museu Nacional d'Art de Catalunya gezeigt. 2023 veröffentlichte die Europäische Kommission ihr Kinderbuch 'The Girl Who Kept Her Eyes Open' in 13 Sprachen. Sie wurde vielfach für ihre Illustrationen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Joseph Binder Award von designaustria. Ute Wegmann (Jahrgang 1959) ist Autorin und Kulturvermittlerin und arbeitete über zwanzig Jahre als Redakteurin und Moderatorin für den Deutschlandfunk. Sie veröffentlichte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, zuletzt Toni (2017) und den Gedichtband "Manchmal bist du überall" (2022). Außerdem produzierte sie Kinderkurzfilme und veröffentlichte im März 2026 Alles soll sehr weiß sein, ihren ersten Roman für Erwachsene.
Mit den Stipendien würdigen und stärken die Stadt Köln, die Imhoff Stiftung und das Junge Literaturhaus Köln die vielfältige und lebendige Kölner Kinder- und Jugendbuchszene und schaffen zugleich eine wichtige Unterstützung für ihre Autor*innen. Die Stipendien sind altersunabhängige Arbeitsstipendien, die sich an professionelle Kölner Kinder- und Jugendbuchautor*innen richten. Sie dienen dazu, dass diese sich mit weniger wirtschaftlich-materiellem Druck auf ein Publikationsvorhaben konzentrieren können.
Manfred Theisen und Stefanie Gerstenberger erhalten 2026 je ein Imhoff-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur über 7.000 Euro bzw. 5.000 Euro. Adrian Draschoff und das Duo Anna Sarvira & Ute Wegmann erhalten je ein Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur der Stadt Köln über jeweils 7.000 Euro.
Unter https://literaturhaus-koeln.de/ueber-uns/stipendien-und-ausschreibungen/ sind weitere Informationen zu den Stipendien und zum Bewerbungsverfahren abrufbar.
Information und Kontakt im Literaturhaus Köln:
Ines Dettmann (Junges Literaturhaus) und Franziska Kopp (Bewerbungen)
Junges Literaturhaus Köln
Telefon 0221/99 55 58 11
E-Mail: literaturstipendium@literaturhaus-koeln.de; www.junges-literaturhaus.de
Information und Kontakt im Kulturamt der Stadt Köln:
Nadine Müseler
Referat für Bildende Kunst, Medienkunst, Literatur
E-Mail: kulturamt@stadt-koeln.de; www.stadt-koeln.de/kulturamt