Ehemaliger Oberbürgermeister starb im Alter von 78 Jahren
Dr. h.c. Fritz Schramma, vom 17. September 2000 bis zum 20. Oktober 2009 Oberbürgermeister der Stadt Köln und zuvor seit 1989 Mitglied des Rates der Stadt Köln, ist am gestrigen Montag, 17. August 2026, im Alter von 78 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben.
Oberbürgermeister Torsten Burmester würdigt die Verdienste Schrammas:
Mit Fritz Schramma verliert Köln einen ehemaligen Oberbürgermeister, dem die Menschen, die ihm begegneten, abnahmen, dass sein Amt für ihn nie nur ein Beruf, sondern – wie er selbst oft sagte – die Erfüllung eines Traums war. Die Stadt Köln ist Fritz Schramma zu großem Dank verpflichtet. Seine innere Haltung und sein Wirken waren und sind heute noch in vielen Bereichen beispielhaft.
Der Oberbürgermeister hat Trauerbeflaggung angeordnet und lässt im Rathaus ein Kondolenzbuch auslegen.
Fritz Schramma, seit 1989 Mitglied des Rates der Stadt Köln, übernahm nach dem plötzlichen Tod von Oberbürgermeister a.D. Harry Blum im März 2000 zunächst als Bürgermeister die repräsentativen Aufgaben der Stadt Köln. Am 17. September 2000 wählten ihn die Kölner*innen zum neuen Kölner Oberbürgermeister. Er trat das Amt zu einem Zeitpunkt an, als nach der Änderung der Gemeindeordnung – die zuvor bestehende Trennung der Aufgaben, die alte "Doppelspitze", war aufgegeben worden – der neue Zuschnitt dieser Aufgabe als oberster Repräsentant und zugleich als Verwaltungschef in Nordrhein-Westfalen noch ausgelotet werden musste.
Schrammas Amtsverständnis war geprägt von dem Gedanken, dass der Oberbürgermeister der erste Bürger dieser Stadt ist. Verwaltungsmanagement als Mittel und Methode, Bürgerinteressen zu realisieren, aber nicht als Selbstzweck einer Bürokratie. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit richtete Schramma ein OB-Bürgerbüro mit regelmäßigen persönlichen Bürgersprechstunden ein und chattete als erster Oberbürgermeister in Nordrhein-Westfalen regelmäßig im Internet mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister war Schramma fast 28 Jahre als Lehrer im Schuldienst tätig und legte auch als Oberbürgermeister einen besonderen Fokus auf die Betreuung und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Er trieb maßgeblich die Sanierung der Kölner Schulen, den Ausbau der Ganztagsbetreuung und die Ausweitung der Betreuung für Kinder unter drei Jahren voran. Aber auch die Neugestaltung des Rheinauhafens, der Ausbau der Kreativ- und Medienwirtschaft in Köln, die Zusammenarbeit in der Region, die Umwandlung des rechtsrheinischen Industriestandortes, die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, Initiativen für ein sauberes Köln, das Entstehen neuer Wohngebiete, der Unternehmensservice, das Branchenforum Industrie, die Ansiedlung von Weltunternehmen, der Ehrenamtspreis "KölnEngagiert" und der Leitbildprozess 2020 sind untrennbar mit der Amtszeit von Fritz Schramma verbunden.
Der Bau der Moschee in Ehrenfeld war für Fritz Schramma ein Zeichen der Integration. 2008 verlieh ihm die Deutsch-Türkische Gesundheitsstiftung für sein Engagement den ersten Genç-Preis. Im Jahre 2009 erhielt er den Muhammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreis. Oberbürgermeister Torsten Burmester:
Fritz Schramma hat als Mittler gewirkt, auch gegen Widerstände und politische Intoleranz. Damit hat er einen wichtigen Beitrag zur Integration und zum Frieden in unserer Stadt geleistet! Die Kölnerinnen und Kölner werden ihrem früheren Oberbürgermeister ein ehrendes Andenken bewahren.
Ab Mittwoch, 19. August 2026, werden im Historischen Rathaus und im Rathaus Spanischer Bau Kondolenzbücher für Fritz Schramma ausliegen.
Die Familie bittet derzeit darum, von Kontaktaufnahme in jeder Form abzusehen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Beisetzungsfeier, die zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Termin und Ort werden in einer gesonderten Mitteilung bekanntgegeben.